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Fünftüriger Fiat Tipo

Der Kompaktwagenmarkt ist heiß umkämpft, da wird es für den Tipo nicht einfach sich zu behaupten. Doch der Italiener hat einiges zu bieten, angefangen von einer mehr als gefälligen Karosserie über einen sehr geräumigen Innenraum, der zudem auch noch ansprechend gestaltet und gut verarbeitet wurde. Dabei können die Materialien bis hin zu den schicken und auch gut ausgeformten Ledersitzen gut gefallen, die auch in flotten Kurven guten Seitenhalt bieten. Und flott ist der Tipo mit dem 88 kW / 120 PS starken Diesel allemal, dazu passt hervorragend der knackige 6-Gang-Handschalter und auch das eher straff ausgerichtete Fahrwerk macht da prima mit, kann aber nicht alle Straßenschäden wegbügeln. Fahrerassistenzsysteme werden nur sparsam angeboten, dafür ist die Grundausstattung üppig und die Preise helfen dann auch wieder beim Sparen. Nicht nur die MORE Jubiläumsmodelle lassen aufhorchen – dazu gibt Fiat stets eine Vier-Jahres-Garantie.

Lange Zeit war es still bei Fiat im Bereich der Kompakten, mit dem Tipo hat man nun aber ein durchaus heißes Eisen im Feuer. Die Optik ist durchweg gefällig, der große Kühlergrill geht nahtlos in die dynamischen Frontscheinwerfer über, wobei das Tagfahrlicht die Form der breiten Chromzierleiste am unteren Rand des Grills wieder aufnimmt.

Eine schwungvoll gebogene Chromleiste rahmt auch den dunklen Kunststoffeinsatz ein, der die Nebellampen aufnimmt. Die Schürze gibt die Linie vor, die sich dann auch im Seitenschweller fortsetzt. Dynamik bringt auch die markante Sicke in der Motorhaube mit, in sanftem Schwung folgt die Dachlinie bis ins Heck des Fünftürers, dessen Heckfenster fast schon so steil steht wie beim Kombi. Die Ausformungen in der Motorhaube laufen, wenn auch umgekehrt nach innen, im Dach weiter und schaffen so eine ganz individuelle Optik.

Eine Chromleiste begrenzt auch die untere Seitenfensterlinie, darunter verläuft parallel dazu eine weitere markante Sicke inderen Linie auch die verchromten echten Türgriffe sitzen. Und auch am Heck läuft der Tipo dann noch mal zur Hochform auf. Die markanten Rückleuchten, ein großer Dachkantenspoiler und die seitlichen Windleitbleche am Heckfenster sorgen für einen sportlich bulligen Auftritt, auch die horizontalen Linien bis hinunter zur zweigeteilten Heckschürze mit dem dunklen Kunststoffrand mit den beiden Rückstrahlern links und rechts lassen den Tipo breit und satt auf dem Asphalt liegen. In den Radhäusern ist auch noch ein wenig Luft, um etwas größere und breitere Reifen/Felgen-Kombinationen aufzuziehen.

Schon der Blick durchs Seitenfenster macht Laune einzusteigen und gelingt vorne auch sehr bequem, es geht jedoch ganz schön tief nach unten. Und auch der Ausstieg gelingt ebenfalls gut, aber es gibt keinen Grund, warum man gleich wieder raus sollte. Die Sitze, die uns empfangen, sind gut ausgeformt, ausreichend groß und straff gepolstert, im Falle unseres Testwagens in feinem Leder, was dem guten Seitenhalt aber keinen Abbruch tut. Für den Fahrer gibt es eine elektrische Lordosenstütze, der Rest wird manuell verstellt, die Lehne allerdings nur mit einem Hebel, ein Drehrad wäre da sicher besser gewesen. Optisch schön machen sich die hellen Nähte am Ledergestühl, man sitzt behaglich im Tipo und hat trotzdem viel Platz.

Und schön geht es weiter, mit dem griffig ausgeformten Lederlenkrad mit zarten Mattchrom-Leisten, die tauchen dann auch wieder im Armaturenbrett auf und geben ihm den letzten Pfiff. Denn schicke Materialien, nicht nur toll anzusehen sondern auch gut anzugreifen, verwöhnen uns, obwohl hier vieles Plastik ist. Auch die Türöffner innen sind in matter Aluoptik gehalten, die Instrumenteneinheit mit großem Tacho und Drehzahlmesser ist damit umrahmt und vor allem der große Monitor in der Mitte, der vor allem durch seine brillante Schärfe auffällt – alles gut im Blick und bestens erreichbar, einzig die Bedieneinheit für Heizung / Klima ist etwas weit unten,allerdings sind die Einstellungen so einfach zu bedienen, dass man dazu den Blick nicht von der Straße nehmen muss. Ein bisschen zu weit unten sind die Schalter für die Sitzheizung, dabei wäre auch weiter oben noch ein Plätzchen frei gewesen.

Neben diversen Tripeinstellungen findet man natürlich auch die Bedienung von Radio, dem Navi, U-Connect, Telefon und die diversen Fahrzeugeinstellungen übersichtlich und einfach zu handeln am großen Bildschirm, ein Blick in die Bedienungsanleitung ist nicht nötig, auch nicht, wenn man seine Lieblingssender abspeichern will. Es steht schon in der Kopfleiste „zum Speichern gedrückt halten“, also ganz easy Wunschsender suchen, kurz drauf tippen und hinter dem Finger blinkt kurz ein Kreis auf und schon ist der Sender gespeichert und man hat ruck zuck bis zu sechs Lieblingssender stets im Blick.

Eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten gibt es im Display zwischen den beiden Rundinstrumenten, die über die Tasten im Lenkrad bedient werden. Alle Hebel und Schalter sind schön in Orange beleuchtet, Weiß ist die vorherrschende Farbe bei Tacho und Co.

Das Navi zu bedienen ist über den Touchscreen sehr einfach und intuitiv, auch wenn die Tippflächen recht klein sind, also lieber während der Fahrt die Hände weg davon. Getippt ist schnell, das System braucht dann aber ein wenig bis es selbst Vorschläge macht, blendet dafür sogar „Orte werden gesucht“ ein.

Kommen wir also in die zweite Reihe, und auch hier hin gelangen wir nicht nur ganz bequem, auch die hinteren Sitze sind wie die Vordersitze schön gestaltet, groß und gut ausgeformt, nur der Mittelsitz ist eher unbequem, er ist hart gepolstert, noch mehr die Lehne, weil hier eine Armlehne ausgeklappt werden kann. Zudem ist der Platz für die Füße hier nicht gerade üppig.

Nicht nur die Kopfstützen lassen sich bis 1,80 m Körpergröße weit genug ausziehen, als ein solcher 1,80-m-Mensch hat man auch hinter einem 1,80 m Fahrer noch gut Platz, lediglich der Kopfraum istdann fast erschöpft, hier macht sich die schräg abfallende Dachlinie bemerkbar. Dafür gelingt auch der Ausstieg wieder bequem, nur große Füße haben es an der B-Säule und Türverkleidung ein wenig enger. Mit den echten Türgriffen lassen sich die Türen einfach öffnen und auch die Spaltmaße sind gleichmäßig und erfreulich eng.

Braucht man den Platz der zweiten Reihe zum Laden, lässt sich die Rückbank 1/3 zu 2/3 geteilt umlegen, man braucht dazu nur die Lehne umklappen, die Ladefläche steigt dann leicht an und die Stufe im Boden wird durch eine Schräge kaschiert. Jetzt gehen bis zu 1.200 Liter Gepäck in den Tipo Fünftürer. Beim wieder Zurück muss man ein wenig auf den Gurt aufpassen, oder man hat ihn vorher schon in die dafür vorgesehene Lasche eingehängt.

Der Kofferraum selbst ist mit 420 Litern schön groß und glattflächig, da kommen die 500 kg Zuladung gerade recht. Seine Heckklappe öffnet weit, auch bei 1,90 m Körpergröße stößt man sich hier noch nicht an. Die Ladekante ist sehr gut geschützt, danach geht es aber nochmal über 15 cm nach unten. Wie so oft ist die Stoßstange eher weniger gut geschützt.

Die Fahrwerksabstimmung beim Fiat Tipo Fünftürer legt die Betonung auf eine sportliche Straffheit, trotzdem ist der Komfort noch okay, nur kurze, knackige Querrillen werden recht hart nach innen weitergegeben. Und auch wenn das Fahrwerk Kopfsteinpflaster so eigentlich nicht schlecht wegsteckt, fängt es im Fahrzeug an zu vibrieren und es entstehen Knarz- und Knistergeräusche.

Straffes Fahrwerk bedeutet aber auch: es sind flottere Kurvenfahrten möglich. Im Falle des 5-türigen Tipo heißt das, dass er lange Zeit fast neutral durch die Kurven geht und erst bei richtig hohem Kurventempo stärker untersteuert und dann aber auch schnell übersteuert und bei Lastwechseln mit dem Heck kommt. Im Slalom schwankt die Karosserie deutlich mit, während sie in flotten Kurven eher ruhig bleibt. Der Geradeauslauf ist auch bei Spurrillen oder hohem Temponoch gut.

Die Lenkung ist auch schön straff, direkt und ausreichend gefühlvoll. Für leichtgängiges Lenken oder Rangieren sorgt der Schalter mit dem City-Mode. Aber auch wenn es auf der Autobahn mal schneller voran gehen soll, liegt er selbst bei Topspeed 200 noch sehr ruhig und sicher auf der Straße, erst recht bei Richtgeschwindigkeit 130, ab hier sind aber leichte Windgeräusche zu vernehmen, Motor- und Abrollgeräusche bilden einen dezenten Hintergrundbrei. Je nach Beschaffenheit des Asphalts können die Abrollgeräusche aber auch recht laut werden.

Ein Tempomat ist auch an Bord und einfach vom Lenkrad aus zu bedienen, er arbeitet aber auch noch nicht adaptiv, passt also die Geschwindigkeit nicht an langsamere Fahrzeuge an, das gibt es aber als Extra. So Dinge wie Toter-Winkel-Warner, Querverkehrswarner, Spurhalteassistent etc. sind derzeit nicht im Angebot.

Mit der Rundumsicht ist es nicht so gut bestellt, schon die A-Säule ist recht breit, dann sind aber vor allem die B- und auch die C-Säule sehr breit, das Heckfenster ist zudem recht klein, aber man kann den Tipo 5-Türer gut auf Außenspiegel rangieren, zudem hat er eine Einparkhilfe und eine Rückfahrkamera.

Berganfahrhilfe, ABS sowie Scheibenbremsen vorne und hinten sind serienmäßig an Bord, damit schmeißt er sich mit deutlichem Reifenquietschen in die Vollbremsung und steht aus Tempo 100 nach knapp 38 Metern, taucht dabei vorne tief ein, bleibt aber auch auf schlechter Wegstrecke sauber in der Spur. Dosierbarkit und Ansprechverhalten sind okay.

Dieseldiskussion hin oder her, der 1.6 MultiJet Vierzylinder Diesel mit seinen 88 kW / 120 PS ist ein munterer Geselle, der vor allem mit seinen 320 Nm, die schon bei 1.750 U/min anliegen, in jeder Lebenslage richtig guten Schub liefert und nicht nur 200 km/h schnell wird, sondern auch in 8,9 Sekunden auf Tempo 100 sprintet. Und nicht nur dabei zeigt sich Motor und die 6-Gang-Handschaltung bestens aufeinander abgestimmt. Alle Anschlüsse passen und zudem lässtsich der lederummantelte Schalthebel straff und sauber geführt auf kurzen Wegen durch die Kulisse treiben.

Dass der Motor bei Vollgas etwas lauter wird ist kein Problem, im Gegenteil, er wird gefordert leicht kernig und animiert ein wenig, insgesamt bliebt er akustisch eher dezent voll im Rahmen. Dass es sich um einen Diesel handelt hört am Start vor allem von außen.

Auf unserer Messstrecke sind wir ihn mit 5,3 Litern Diesel gefahren, und das ohne sparsam, also langsam unterwegs gewesen zu sein. Damit lagen wir aber auch deutlich über der Werksangabe von 3,7 Litern im Mix. Bei Autobahntempo 130 hat der Bordcomputer 5,9 Liter angegeben. Der CO2-Ausstoß beläuft sich entsprechend auf 98 g/km.

Er hat sechs Airbags serienmäßig an Bord (Front- und Seitenairbags vorne sowie durchgehende Windowbags), die obligatorischen Kopfstützen und Dreipunktsicherheitsgurte sowie einen Frontkollisionswarner der in der Stadt Auffahrunfälle komplett verhindern kann, aber darüber hinaus werden keine Fahrerassistenzsysteme angeboten, Licht- und Regensensor sind in unserem Testwagen aber serienmäßig an Bord.

Wer will, der kann derzeit die MORE Jubiläumsmodelle schon ab 13.250,- Euro haben, die regulären Angebote starten mit der Variante Pop ab 15.450,- Euro mit dem 95 PS Benziner, den 88 kW Diesel gibt es als Easy für 19.650,- Euro mit dem 6-Gang-Getriebe und 21.450,- Euro mit einem Doppelkupplungsgetriebe, der Lounge startet mit dem 88 kW Diesel bei 20.650,- Euro als Handschalter und 22.450,- Euro mit DCT.

Und die Ausstattung ist dann wirklich üppig, so gehören die Servolenkung, Klimaautomatik, umklappbare Rücksitzbank (60/40), Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Regen- und Lichtsensor, automatisch abblendender Innenspiegel, Tempomat, höhenverstellbarer Fahrersitz, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Außentemperaturanzeige, Drehzahlmesser, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Instrumentenanzeige als TFT-Display, Lenkrad längs- undhöhenverstellbar uvm. zum Serienumfang.

Außerdem kann das Telefon per Android Auto bzw. Apple Carplay mit dem Fahrzeug vernetzt werden und natürlich bietet Fiat auch für den Tipo die „Vier-Jahres-Garantie“.

Stand: November 2017; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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