// Fahrbericht / Ford Grand C-MAX 1.6 l Ecoboost

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Ford Grand C-MAX 1.6 l Ecoboost

Bis zu 7 Sitze, bis zu 1.742 Liter Stauvolumen, tolle Sitze in Reihe eins und zwei mit Luxusfeeling bei nur vierfacher Bestuhlung, bequemes Ein- und Aussteigen, praktische Schiebetüren hinten, große elektrische Heckklappe, prima Fahrwerk mit sportlichen Genen und gutem Komfort, gute, standfeste Bremsen, eine knackige Sechsgang-Schaltung, gefühlvolle Lenkung und ein kräftiger, kultivierter Motor. Das alles liest sich nicht nur toll, es ist auch so, die kleinen Schwächen kann man dem Kompakt-Van aus Köln locker nachsehen. Unser Testwagen mit 150 PS kostet 26.550,- Euro und besitzt eine schier endlos lange Liste an serienmäßigen Ausstattungsfeatures.

Er trägt das typische Ford-Gesicht und bemüht sich nicht nur mit der peppigen Lackierung in Orange um einen sportlich-dynamischen Auftritt, sondern demonstriert mit edlem Silber an der Dachreling, den Leisten unten an den Seitenfenstern wie auch rund um die markant-große untere Kühleröffnung und die Nebelscheinwerfer sowie am oberen Kühlergrill seinen Anspruch auf Hochwertigkeit. Die Spaltmaße sind eng und exakt.

Richtig Schwung holt der Grand C-MAX an der Front mit den markanten Scheinwerfern und nimmt ihn mit über die stark ausgestellten Radläufe bzw. die flach stehende Frontscheibe ins Heck. Eine ansteigende Gürtellinie und die abfallende Dachlinie kaschieren ein wenig den hohen praktischen Nutzwert.

Der beginnt schon bei den großen hinteren Schiebetüren, die aber so geschickt eingepasst wurden, dass sie auf den ersten Blick gar nicht als solche auffallen. Und praktisch geht es am Heck weiter mit einer großen und weit nach unten reichenden Heckklappe, hier kann derGrand C-MAX optisch aber nicht an die Dynamik des „normalen“ C-MAX heranreichen.

Wozu sollte er auch? Wer Platz für bis zu 7 Personen oder über 1.700 Liter Gepäck zur Verfügung stellt, darf das auch ruhig zeigen. Dabei kann natürlich auch der Ford nicht zaubern, sind alle Sitze aufgestellt, gehen gerade mal 56 Liter Gepäck in den Laderaum, das ist nahe Null und damit glatt zu vergessen.

Die Sitze der dritten Reihe lassen sich mit einem Zug an einer Schlaufe einfach aus dem Boden holen. Sie bietet großen Erwachsenen aber nicht genügend Platz, auf langen Strecken sollten lieber nur Kinder hier sitzen. Und die kommen auch wesentlich besser hier rein.

Zudem ist Rückenlehne nicht sonderlich bequem und die Kopfstützen können nur – wenn auch weit genug – ganz ausgezogen werden, sie arretieren nicht in Zwischenstellungen.
Es genügt ein Griff und die Außensitze der zweiten Reihe fahren vor, ein weiterer Griff und die Lehnen klappen nach vorne, trotzdem bleibt es im Fußbereich etwas eng. Einfacher geht es von hinten aus, da reicht ein Griff an einer roten Schlaufe um den Sitz vorzufahren. Schade, dass sich die Sitze nicht die ursprüngliche Stellung merken. Da kommt man einfacher nach ganz hinten, wenn man den Mittelsitz der zweiten Reihe unter der Sitzfläche des rechten Sitzes verstaut.

Ist dieser Mittelsitz weg, der ohnehin nicht den Sitzkomfort der beiden Außensitze bieten kann, können die beiden Außensitze weiter nach hinten und nach innen gefahren werden und bieten so fürstlichen Sitzkomfort und Platz, sie sind bestens ausgeformt und angenehm gepolstert. Rein und raus kommt man hier ohnehin ganz prima, durch die beiden Schiebetüren auch in engen Parklücken. Schade, dass dieSchiebetüren etwas schwer zu bewegen sind und um an den Innengriff zu kommen braucht es schon etwas Beweglichkeit.

Hervorragend ist das Platzangebot vorne und wirkt doch nicht zu riesig sondern eher behaglich. Die Sitze in der ersten Reihe sind prima, bester Seitenhalt dank guter Ausformung, groß und straff gepolstert bieten sie auch echten Langstreckenkomfort. Sie sind manuell bequem zu verstellen und haben an den Lehnenrückseiten Ausklapptische.

Kommen wir doch noch mal zum Kofferraum zurück, der schon bei einer Bestuhlung mit fünf Sitzen 439 Liter Stauvolumen bietet und dann durch Umlegen der zweiten Reihe auf bis zu 1.742 Liter anwächst. Das ist ein sehr guter Wert, und der Grand C-MAX mit als Fünfsitzer steckt sogar bis zu 1.867 Liter weg. Uns blieb so nur die Freude über die sehr niedrige und gut geschützte Ladekante (Stoßstange wie so oft ungeschützt) und die elektrische Heckklappe, die zudem sehr weit hoch aufschwingt. Kleines Manko oder reine Gewohnheitssache: der Knopf um die Heckklappe elektrisch zu schließen sitzt links, wir haben irgendwie instinktiv aber immer erst mal rechts hingegriffen.

Kommen wir also wieder nach vorne und hier genießen wir einen feinen Blick auf ein schwungvolles Cockpit mit schicken Aluapplikationen und Klavierlack, einem kleinen, griffig ausgeformten Lederlenkrad, dynamisch gezeichneten Rundinstrumenten und einem vielleicht etwas klein geratenen Monitor sowie einer ganz schicken Ambientebeleuchtung mit indirektem rotem Licht entlang den Alu-Zierleisten am Armaturenbrett und den Türen.
Die Bedienung der modern gezeichneten Schalter und Regler wirft keine Fragen auf, alles ist intuitiv zu handeln und gut erreichbar.

Der Ford-Van fährt sich wieein ganz normaler Pkw, trotz des höheren Aufbaus und der etwas erhöhten Sitzposition ist von stärkeren Karosserieneigungen nichts zu spüren. Und vor allem ist den Entwicklern ein sehr guter Kompromiss aus Komfort auf der einen und Sportlichkeit auf der anderen Seite gelungen.

So geht der Grand C-MAX leicht untersteuern sehr gutmütig auch in schnell gefahrene Kurven, die elektrische Servolenkung arbeitet angenehm straff, direkt und exakt, gibt dem Fahrer stets eine gute Rückmeldung von der Straße. Dabei folgt der Van willig jeder Lenkbewegung und ermöglicht es dem Familienvater auch seine sportlichen Gene auszuleben – und zur Not hat das serienmäßige ESP den Wagen sicher im Griff, im Slalomtest macht es das auch deutlich spürbar.

Dass der Grand C-MAX dabei gleichzeitig einen sehr hohen Fahrkomfort bietet um selbst Schlaglöcher oder Kopfsteinpflaster bestens wegzufiltern versteht, erhöht seinen Reiz noch einmal.

Und der positive Eindruck geht zum Glück auch bei der Bremse nicht verloren. Mit Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten, ABS, Bremskraftverstärker und elektronsicher Bremskraftverteilung, Kurvenbremskontrolle, elektronische Bremsvorspannung sowie einem Bremsassistenten bietet er ein sicheres Paket.

Wie nicht anders zu erwarten spricht die Bremsanlage spontan an und lässt sich gut dosieren, auch bei Notbremsungen auf wechselndem Untergrund bleibt der Wagen sauber in der Spur. Aus Tempo 100 steht er dabei nach guten 37 Metern, ein Nachlassen der Bremsleistung ist auch bei Dauerbelastung nicht festzustellen.

Der in unserem Testwagen verbaute 110 kW / 150 PS starke Benziner stellt so etwa die goldene Mitte dar und zeigt sich schon beim Anlassen von seinerkultivierten Seite. Und er zieht richtig gut los, und das ohne dass man davon etwas in der Lenkung spürt.

Zusammen mit dem maximalen Drehmoment von 240 Nm bei 1.600 – 4.000 U/min steht ausreichend Leistung zur Verfügung, und so sprintet der Grand C-MAX in 9,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht bei 204 km/h seine Höchstgeschwindigkeit. Der Benzin-Direkteinspritzer mit Turboaufladung ohne Turboloch oder Anfahrschwäche läuft kultiviert und wird von einer Start-Stopp-Automatik unterstützt.

Ob Sie ihn auf Strecke mit 7,4 Litern im Mix, auf kürzeren Distanzen mit 9,5 Litern oder richtig sportlich mit 11,5 Litern ggf. auch richtig flott über die Autobahn jagen liegt ganz bei Ihnen, Ford gibt in der Stadt 8,8, außerorts 5,3 und im Mix 6,6 Liter an, Werte, die wir auch bei zurückhaltender Fahrweise nicht erreicht haben. Der CO2-Ausstoß liegt dann bei 154 g/km.

Gekoppelt ist der 1,6 Liter Vierzylinder-Motor an eine Sechsgang-Handschaltung, die auf kurzen Wegen exakt geführt ist und sich selbst den üblichen kleinen Holperer über die Leerlaufstellung weitgehend verkneift. Abstimmung und Anschlüsse passen – da macht der Griff zum Schalthebel richtig Spaß.

Das Intelligente Sicherheits-Systems IPS beinhaltet einstufige Front-Airbags, Seiten-Airbags vorn sowie Kopf-Schulter-Airbags für die ersten beiden Sitzreihen, 3-Punkt-Sicherheitsgurte für alle Sitzplätze, vorne inklusive Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern sowie ein Gurtwarnsystem für alle Reihen und ISOFIX für die äußeren Plätze der zweiten Reihe.

Zu den wenn auch ggf. aufpreispflichtigen Neuheiten gehören eine elektrische Tür-Kindersicherung, ein „Toter-Winkel-Assistent“ und der Einpark-Assistent, der dasFahrzeug automatisch in längs zur Fahrtrichtung liegende Parkplätze manövriert.

Unser Testwagen, der Ford Grand C-MAX 1.6 l EcoBoost in der Ausstattungslinie Titanium mit 150 PS kostet 26.550,- Euro.

Dann lässt die serienmäßige Ausstattungsliste aber auch kaum noch Wünsche offen, und so gehören Audiosystem Sony inkl. Sound & Connect, CD und Audio-Fernbedienung, 2-Zonen-Klimaanlage, elektrische Fensterhebern rundum, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Bordcomputer mit Verbrauchs- und Kilometerangaben, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, LED-Leselampen, eine herausnehmbare Gepäckraumabdeckung, eine in Höhe und Weite justierbare Lenksäule sowie einem höhenverstellbaren Fahrersitz inkl. Lendenwirbelstütze mit dazu.

Doch damit ist noch lange nicht Schluss, die Liste der serienmäßigen Features geht noch viel weiter. Da wären noch die Nebelschienwerfer, die Reifendruckkontrolle, Regen- und Lichtsensor, Lederlenkrad, Türgriffe in Wagenfarbe und ein vollständig in Chrom eingefasster Kühlergrill in „Klavierlack“-Optik, die elektrische Tür-Kindersicherung sowie schicke 16-Zoll-Leichtmetallräder zu nennen, und auch die Geschwindigkeitsregelanlage mit Geschwindigkeitsbegrenzer und der Berganfahrassistent gehören dazu.

Dann gibt es aber immer noch ein paar Dinge, die Sie zusätzlich einbauen lassen können. So z.B. das Business-Paket II (u.a. mit el. anklappbaren Außenspiegeln, Sony Navigation, Einpark-Assistent, Park-Pilot und Rückfahrkamera für 1.300,- Euro oder das Luxus-Sitz-Paket für 1.450,- Euro, bei dem sich der Fahrersitz 6-fach elektrisch verstellen lässt, Sitzheizung und Lederpolsterung. Oder für 900,- Euro das Sommer-Paket u.a. mit Solar ReflectFrontscheibe, Panoramadach, Dachkonsole und beheizbarer Frontscheibe und Scheibenwaschdüsen. Oder … Sie schauen am besten mal in die Preis- und Ausstattungslisten oder besuchen den Ford-Händler in Ihrer Nähe.

Stand: Februar 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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