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Ford Focus RS500 – Mattschwarze Magie?

Während die neue Focus-Generation bereits mit den Hufen scharrt und das aktuelle Modell sich seinem Produktionsende nähert, ist es dennoch der „Alte“, der noch mal richtig für Aufsehen und Furore sorgt. Bereits mit dem 305 PS starken Focus RS stellten die Kölner ein beeindruckendes Fahrzeug auf die Räder, doch das auf 500 Stück streng limitierte Sondermodell Focus RS500 stellt die wahre Krönung der Modellreihe dar. Mit gewaltigen 350 PS bildet er die Spitze der frontangetrieben Fahrzeuge und legt in Sachen Optik eine weitere Schippe drauf – von Understatement keine Spur, der RS500 will zeigen was in ihm steckt. Muss sich die Konkurrenz schwarz ärgern?

Für den Hingucker schlecht hin sorgt die matt-schwarze Folierung, ja Sie haben richtig gelesen, es handelt sich hierbei nicht um eine Lackierung sondern um eine aufgeklebte Folie, die in Zusammenarbeit mit dem Technologie-Unternehmen 3M entstanden ist.

Für den extravaganten Kontrast sorgen die in schwarzem Hochglanz-Look gehaltenen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, der untere Lufteinlass, die vordere Spoilerlippe, der wuchtige Heckflügel sowie der Diffusor.

Zudem lassen die roten Bremssättel, die blauen RS-Logos sowie das blau-weiße-rote RS500-Emblem am Heck den Ford-Boliden nichtfarblos wirken. Die riesigen Endrohre im Ofenrohr-Format dürfen natürlich auch hier nicht fehlen.

Basierend auf dem Focus bietet auch der RS500 optimale Alltagstauglichkeit, intuitiven Bedienkomfort und gute Platzverhältnisse. Doch sind es in diesem Fahrzeug viel mehr die zahlreichen Details die unser Interesse wecken. Neben der schicken Mittelkonsole im Kohlefaser-RS-Look und den rot abgesetzten dicken Nähten an Lenkrad, Türen, Fußmatten aber auch der Schaltkulisse ist es gerade die Metall-Plakette mit eingravierter Produktionsnummer, platziert in der Mittelkonsole, die das Fahrzeug zur Rarität werden lassen.

Die zusätzliche Instrumentierung u.a. für den Druck des Turboladers, mittig auf dem Armaturenbrett platziert, ist bereits bekannt, aber darf selbstverständlich auch in diesem Boliden nicht fehlen.

Ebenso das beeindruckende Recaro-Gestühl, mit diesen Schalensitzen kommt absolutes Rennfahrer-Feeling auf, von gigantischen Seitenwangen umschlungen, sitzen wir fest im Sattel. Der Sitzkomfort ist perfekt!

Auch im Fond sind die zwei Einzelplätze knackig ausgeformt, doch wenn wir ehrlich sind, möchte man bei diesem Auto einfach nur hinter dem Steuer Platz nehmen. Ein üppiges Kofferraumvolumen steht somit verständlicherweise nicht im Vordergrund, kann sich mit 385 Litern aber durchaus sehenlassen.

Sportlich – sportlicher – Focus RS500. Bei einem Fahrzeug wie diesem ist es völlig klar, dass es hart zur Sache geht und Schlaglöcher bedingungslos ins Innere dringen. Somit für uns kein Anlass zur Kritik.

Dagegen können wir den Ingenieuren für eine andere Leistung nur reichlich Lob aussprechen. Bereits mit dem Focus RS sorgte Ford für positives Erstaunen, das nun allerdings noch um ein deutliches übertroffen wird, sind es doch jetzt gewaltige 350 PS die allein auf der Vorderachse lasten.

Es hat sich in jedem Fall gelohnt, weiterhin auf die „Revo“-Vorderachse mit zweigeteilten Achsschenkeln, der speziell entwickelten Differenzialsperre von Quaife sowie einer breiteren Spur zu setzen. Die Einflüsse des Antriebs auf die Lenkung sind nur sehr dezent und auch mit wirklichen Traktionsproblemen hat der RS500 nicht zu kämpfen.

Dagegen überzeugt das Sondermodell mit einer beeindruckenden Fahrvorstellung, mit schwindelerregend hohem Tempo lässt es sich mühelos und ohne schrilles Quietschen durch enge Kurven jagen und bleibt dabei absolut sicher im Handling und das trotz fehlendem Allradantrieb. Von einer eingreifenden Elektronik war ebenfalls nichts zu spüren, aber auch im Instrumententräger nichts zu sehen. Das Fahrwerk in Kombination mit der angenehm direkten und wunderbar straffenLenkung passt perfekt, spielerisch und ohne großen Kraftaufwand zirkeln wir das Fahrzeug durch jede Kehre und bekommen das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Eine tolle und souveräne Performance die der Focus RS500 da hinlegt.

Was wir auch von der exklusiven Bremsanlage sagen können, die mit dem nötigen Biss zupackt und auch vor hohem Tempo nicht zurückschreckt.

Durch zahlreiche Modifikationen den Gaswechsel und Verbrennungsprozess betreffend, sowie einem vergrößerten Ladeluftkühler, Luftfilter, Abgasanlage, aber auch einer leistungsstärkeren Benzinpumpe wurde das Leistungsspektrum von 305 PS auf 350 PS erhöht, zudem stieg das maximale Drehmoment um 20 Nm auf gigantische 460 Nm an. Das sieht man dem Aggregat aber nicht an, es mutet mehr wie ein Energiespar-Modell an. Hier hätte sich Ford doch ein bisschen was einfallen lassen können, um auch optisch einen kleinen Leckerbissen zu schaffen.

Aber es beschert dem Focus RS500 traumhafte Fahrwerte, in gerade mal 5,6 Sekunden katapultiert uns das Fahrzeug aus dem Stand auf Tempo 100, untermalt von einem wunderbaren 5-Zylinder-Sound. Der vehementen Beschleunigung wird erfreulicherweise kein elektronisches Ende gesetzt und so zieht er bis 265 km/h souverän durch. Doch gerade die Zwischensprints sind es, die absolut begeistern und süchtig machen unddas nicht nur wegen dem gewaltigen Schub nach vorn. Wer kurz das Gaspedal lupft wird von akustischen Fehlzündungen angefeuert und animiert dem Boliden einen erneuten Gasstoß zu verpassen. Wären da nur nicht die zahlreichen Tempolimits die uns und unsere Laune immer und immer wieder einbremsen …

Tröstlich, dass der Bolide auch ganz zahm kann und sich ohne Mühe auch zivil fahren lässt. Wenn wir auch stets gerne zur manuellen knackig geführten Sechsgang-Schaltung greifen, so ist der Focus RS auch wunderbar schaltfaul zu fahren und auch nur so wird man wohl den angegebenen Mixverbrauch von 9,4 Liter realisieren können. Aber mal unter uns, wer sich so ein Fahrzeug gönnt, legt es nicht darauf an, einen möglichst niedrigen Spritverbrauch zu erzielen.

Wenn sich bei der exklusiven Reihe RS500 zunächst auch alles nur um Sportlichkeit dreht, so darf natürlich auch hier nicht die Sicherheit vernachlässigt werden.

Wie bereits beim Focus und Focus RS ist auch hier das Intelligent Protection System „IPS“ verbaut und somit Front-, Seiten- und Kopf-Schulter-Airbags, Dreipunktsicherheitsgurte mit pyrotechnischen Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern vorn sowie eine Sicherheitspedalerie an Bord.

Ebenso verfügt das Fahrzeug über ISOFIX-Halterungen für den Rennfahrernachwuchs, ein Notbremslicht sowieSeitenaufprallschutz und darüber hinaus kommen zahlreiche elektronische Helferlein wie das Antiblockier-Bremssystem ABS inkl. elektronischer Bremskraftverteilung EBD, ESP mit der Antriebsschlupfregelung ASR und der Sicherheits-Bremsassistent EBA zum Einsatz.

Wenn Ihnen jetzt das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, können wir das durchaus verstehen. Doch leider gibt es da einen traurigen Haken an der Geschichte. Die gerade mal 55 Fahrzeuge für Deutschland sind schon längst weg, ebenso die restlichen 445 Focus RS500 die innerhalb Europas aufgeteilt wurden.

So scheinen die 46.050,- Euro den Käufern wohl nicht zu teuer gewesen zu sein. Mit einer 2-Zonen-Klimaautomatik, einer beheizbaren Frontscheibe, dem Park-Pilot-System hinten, einem Reifendruckkontrollsystem DDS (Deflation Detection System), Scheinwerfer-Assistent mit Tag/Nacht-Sensor, Scheibenwischer mit Regensensor, automatisch abblendendem Innenspiegel, der Ford Power-Startfunktion, Sound & Connect (USB-Schnittstelle, Mobiltelefon-Vorbereitung mit Bluetooth®-Schnittstelle und Sprachsteuerung), Ford DVD-Navigationssytem mit Touchscreen, den Recaro-Sportsitzen mit Ledereinsätzen und den roten Bremssättel sind aber auch zahlreiche exklusive Features mit an Bord.

Dennoch ist der Traum für unser eins nicht ganz ausgeträumt, wenn es letzten Endesauch nicht eines der limitierten Sondermodelle sein wird, so lässt sich der „normale“ RS um die gewissen PS aufrüsten und auch das Folien-Finish in matt-schwarz sollte durchaus im Rahmen des Möglichen liegen.

Stand: Juni 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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