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Fiat Panda – Tierisch gut.

Ein Panda gehört nicht in den Zoo sondern in die freie Wildbahn und das gilt sowohl für den Pandabären als auch für den „italienischen Panda“. Dessen Gattung sich nunmehr schon seit über 31 Jahren auf unseren Straßen tummelt. Der kleine Italiener zählt zu den absoluten Bestsellern in seinem Segment und beschränkt sich im Vergleich zu seinem tierischen Kollegen nicht nur auf den Lebensraum in China, sondern verkaufte sich bis heute über 6,5 Millionen und das Weltweit. Nun folgt die dritte Generation.
Der zunächst ausschließlich als Dreitürer konzipierte Wagen wurde wegen seiner kantigen Form und der optimalen Raumausnutzung von Fiat als „die tolle Kiste“ beworben. Die zweite Generation kam schon wesentlich weicher und nicht mehr ganz so kastenförmig daher. Der nun neue und leicht angewachsene Panda knüpft zwar an die bewährten Tugenden der Vorgänger an, präsentiert sich jedoch moderner, funktionaler und effizienter. Sondereditionen sowie Varianten mit Faltdach oder im Crossover-Look sind nicht ausgeschlossen und werden in Zukunft mit Sicherheit folgen. Den Anfang macht bereits im Oktober diesen Jahres die beliebte Allradversion Fiat Panda 4×4.

Sieht man sich die beiden Vorgängergenerationen des Fiat Panda im Vergleich mit dem Neuen an, könnte man regelrecht von einer neuen Züchtung sprechen. Während bereits mit der Einführung des zweiten Pandas im Jahr 2003 die radikale Kastenform wich, so verzichtet der neue Panda auf nahezu alle Ecken und Kanten. So spricht manbeim neuen Kerndesign nicht von einer Kiste aber auch nicht von einem Würfel, sondern von einem Squircle. Dies setzt sich aus square = Quadrat und circle = Kreis zusammen.

Dabei ist dieser sogenannte Squircle ein immer wieder auftauchendes Element und das innen wie außen. So nehmen nicht nur die Radkästen diese Form auf, auch das dritte hintere Seitenfenster sticht in dieser Optik hervor und verbessert zudem die Rundumsicht.

Die Linienführung des neuen Panda gestaltet sich wesentlich sympathischer und emotionaler.
Eine leicht angewachsene Karosserie ging damit einher und kommt so auch dem Innenraum zugute.

Hier sticht der Fiat bereits wie sein tierischer Pate mit einer zweifarbigen Ausführung hervor, je nach Geschmack sind dabei die gesamte Armatur sowie auch die Sitzmittelbahnen und die Türeinsätze in ein Sand-Grau, in Blau oder aber in ein schickes Rot getaucht.

Doch darauf allein beschränken sich die Veränderungen nicht. Im Gegenteil. Rundum neu gestaltet, unglaublich frisch und in punkto Funktionalität optimiert lässt der Neue den Vorgänger wahrlich alt aussehen.

Dabei sorgt gerade das graphische Element des „Squircles“ für einen raffinierten und einzigartigen Look. Dieser ist angefangen vom Sitzpolster über die Instrumententafel bis hin zu den Bedieneinheiten zu sehen, selbst das Lenkrad (nur höhenverstellbar) folgt dieser Optik.

Der schicke Materialmix wirkt trotz des reichlich verbauten Hartplastiks keineswegs billig und wird durch Dekors in Klavierlack zusätzlich aufgewertet.Traditionell wurde das obere Handschuhfach offenund geräumig gehalten. Des weiteren finden wir bis zu 14 Ablagefächer im gesamten Innenraum verteilt.

Der Handbremshebel wurde mit Blick auf mehr Raum konzipiert und ist zwischen den ebenfalls neu und erstmals in Slim-Technologie konstruierten Vordersitzen platziert. Dank dieser Ausführung schaffen die Verantwortlichen mehr Beinfreiheit für die Fondpassagiere.

Während wir mit einer Körpergröße von 1,80 Meter vorne wie hinten angenehm Platz nehmen, sorgt auf den vorderen Sitzen ein neuartiger, angenehm straffer Sitzbezug für verbesserte Luftzirkulation im Rücken.

Doch sehen wir uns noch einmal im Fond um. Hier bietet Fiat dem Kunden verschiedene Sitzkonfigurationen. Während die Basis über eine Rücksitzbank mit zwei Sitzplätzen verfügt, kann der Kunde seinen Panda auch mit zwei längs verschiebbaren Sitzen mit geteilt umklappbarer Lehne (Verhältnis 50:50), drei Sitzplätzen mit ungeteilt umklappbarer Lehne oder aber mit geteilt umklappbarer Lehne (60:40) ordern.

So reicht das Ladevolumen von 225 Liter über 260 Liter bei verschiebbarer Rückbank bis hin zu 870 Liter bei umgelegten Rückenlehnen. Allerdings ist die dadurch erreichbare Ladefläche nicht eben. Um längere Gegenstände optimal zu transportieren kann der Beifahrersitz mit optional umlegbarer Rückenlehne geordert werden.

Zunächst zwar nur rein frontangetrieben, ist man ab kommenden Herbst wenn gewünscht auch allradangetrieben unterwegs.

Mit der Modifizierung der McPherson-Vorderradaufhängung und der Verbauung eines neuen Stabilisators, der nun nicht mehr an den Querlenkernsondern über eine Koppelstange an den Stoßdämpfern angelenkt ist, haben die Italiener ein Komfortniveau erreicht, das von einem Kleinwagen nicht unbedingt zu erwarten ist.

Wie er sich bei flotterer Fahrweise verhält konnten wir im Rahmen unser Citytour leider noch nicht feststellen, dafür jedoch, dass der Kleine wunderbar wendig und dank der angenehm direkten Servolenkung in der Enge der Stadt spielerisch zu handeln ist. Der City-Modus erleichtert einem zudem das Manövrieren selbst in die kleinste Parklücke.

Dieselmotoren nehmen im Segment der Kleinwagen nur einen sehr kleinen Bereich ein, so wird es auch beim überarbeiteten Turbodiesel 1.3 Multijet 16V mit 55 kW / 75 PS der Fall sein.

Wesentlich interessanter gestaltet sich da natürlich der neu aufgenommene Zweizylinder-Turbobenziner TwinAir mit 63 kW / 85 PS, den wir bereits aus anderen Fiat-/Lancia- oder Alfa-Modellen kennen und lieben gelernt haben. Zudem soll dieses Aggregat noch in diesem Jahr um eine „Natural Power“-Variante erweitert werden, die alternativ mit Benzin oder Erdgas angetrieben wird.

Während diese Motoren jedoch nur in der Topausstattung für 12.890,- bzw. 13.790,- Euro erhältlich sind, steht der bewährte 1,2-Liter-Benziner allen Ausstattungen zur Wahl und wird auch in Zukunft mit seinen 51 kW / 69 PS das Hauptvolumen einnehmen. Die in den beiden anderen Aggregaten verbaute Start-Stopp-Automatik kommt hier allerdings nicht zum Einsatz.

Während sich der Einstiegsbenziner 14,2 Sekunden für den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 gönnt, schafft der Zweizylinder diesenSprint in 11,2 Sekunden und schlägt den Vierzylinder mit 177 Stundenkilometer um 13 km/h auch in der Topspeed.

Im Verbrauch muss sich das schwächere Triebwerk laut Hersteller mit gut einem Liter geschlagen geben und verbraucht im Normzyklus 5,2 Liter auf 100 km und stößt 120 g/km CO2-Emission aus. Hier schafft der Twinair-Motor 99g und 4,2 Liter im Schnitt, gekoppelt an das Automatikgetriebe Dualogic sind die Werte sogar auf 95g und 4,1 Liter reduziert. Mit Hilfe von eco:Drive kann der Fahrer diverse Fahrdaten sammeln und diese nachträglich auswerten um letztlich die eigene CO2-Bilanz zu optimieren.

Das stets verbaute Fünfgang-Getriebe entspricht ganz unserem Anspruch und weist keine Mängel auf. Die Schaltpunktanzeige (Gear Shift Indicator) unterstützt eine effiziente Fahrweise.

Es ist immer so eine Sache mit dem lieben ESP, während die einen darauf verzichten würden um ein paar hundert Euro einzusparen, empfinden es die Anderen als absolut unangebracht ein Fahrzeug nicht damit auszustatten. Die Verantwortlichen bei Fiat haben sich dafür entschieden, dem Kunden die Wahl zu überlassen und stellen allen Ausstattungsvarianten für 300,- Euro das elektronische Stabilitätsprogramm optional zur Seite.

Für 50,- Euro weniger können Sie zudem Ihren Fiat Panda mit Seitenairbags aufrüsten. Diese ergänzen dann die bereits serienmäßig verbauten Front- und Kopfairbags sowie das im Preis enthaltende ABS, Bremsassistent, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer sowie Kopfstützen mit Anti-Schleudertrauma-Funktion für die vorderen Sitze,ISOFIX-Befestigungspunkte und die Teleskopsicherheitslenksäule.

Im Rahmen des Ausstattungspaketes „Safety“ das nicht nur ESP und Parksensoren hinten umfasst, verfügt der Panda außerdem über den City-Notbremsassistenten LSCM. Das radargestützte System erkennt Hindernisse und leitet dementsprechend eine Notbremsung bis zu Geschwindigkeiten von 30 km/h automatisch ein.

Durch den Verzicht auf das elektronische Stabilitätsprogramm und ein Radio unterbietet Fiat mit 9.990,- Euro Einstiegspreis geradeso die Zehntausender-Marke. Die etwas spartanisch ausgestattete Basisvariante Pop wird in der Variante Easy ab 10.590,- Euro um eine Radiovorbereitung und einer Zentralverriegelung inklusive Funkfernbedienung ergänzt.

Ein Radio sowie die Klimaanlage und elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel gehören dann erst in der Topausstattung Lounge ab 11.490,- Euro zum guten Ton. Optisch hebt sich diese außerdem durch in Wagenfarbe lackierte Außenspiegel sowie Türgriffe ab.

Ausstattungspakete für jeweils 500,- Euro, wie z. B. dem Paket „Sound“ mit MP3-fähigem RDS-Radio und CD-Player sowie sechs Lautsprechern, Blue&Me und einer Bluetooth-gesteuerten Freisprecheinrichtung für Mobiltelefone oder „Techno“ das Blue&Me TomTom Live beinhaltet und zudem die Vorteile eines portablen Navigationssystems mit sich bringt, bietet Fiat dem Kunden auch diverse Einzeloptionen an.

Oder aber im Rahmen des Zubehörprogramms Fiat Lineaccessori verschiedene Designkits, Kappen für Außenspiegel, Dachreling oder Radnaben sowie Schlüsselcover. Womit derKäufer letztlich mehr als 600 Möglichkeiten hat, seinen Panda individuell zu gestalten. Und damit sollte sicher gestellt sein, dass sich der Panda – anders als sein tierischer Kollege – auch in Zukunft weiter prima vermehren wird.

Stand: März 2012; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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