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Fiat 500 L Trekking 1.4 T-JET

Mit einer um 13 Millimeter erhöhten Bodenfreiheit und den Offroad-Charakter unterstreichenden Anbauten schafft sich der Trekking vor allem optisch eine gewisse Alleinstellung in der 500L-Familie. Unterm Blech versuchen das die serienmäßige elektronische Traktionskontrolle Traction+ und die M+S-Reifen. Ansonsten reiht er sich doch stark in die Familienreihe ein, was aber kein Nachteil ist, sind die doch alle recht peppig und frisch gemacht. Auch die Motorenpalette ist identisch, 120 Benzin-PS gingen bei uns ans Werk und machen den Wagen ausreichend flott. Vor allem der Kofferraum zeigt sich sehr groß und gut nutzbar, er kann sicher mehr wegstecken als er laut erlaubter Zuladung wegschleppen darf.

Der Namenszusatz Trekking lässt Erwartungen aufkommen, und mit der um 13 mm erhöhten Bodenfreiheit und dem mehr an Platz in den Radhäusern bestätigt die dieser 500L schon auf den ersten Blick. Hinzu kommen einige optische Features, die den Offraod-Charakter des Italieners klar unterstreichen.

Dabei stand unser Testwagen mit Ausnahme des weißen Daches ganz in Schwarz da, bis hin zu den schicken Alufelgen, zwischen denen die roten Bremssättel zusammen mit den roten Rückleuchten als einzige Farbtupfer hervor leuchteten.

Das Dunkle der schwarzen Bemalung lässt den 500L Trekking zwar richtig martialisch dastehen, auf der anderen Seite fallen damit die aus schwarzem Kunststoff angesetzten Schweller und Radläufe wie auch die bullige Frontschürze und der Unterfahrschutz am Heck längst nicht so auf, wie wenn man sich für einen der „bunten“ Lacke entscheidet.

Das Weiß des Daches beschränkte sich bei unserem Testwagen zudem auch nur auf die Dachränder, denn in der Mitte glänzte er mit einem schicken, riesigen Glasdach. Damit ggf. die Sonne nicht zu sehr auf die Köpfe der Insassen brennt, verfügt es innen über eine schöne Jalousie.

Kleine Akzente setzen die in silbergrau gehaltenen Einfassungen rundum die Leuchteinheiten, die Türgriffe, die Rammschutzleisten an der Seite und die schicke Leiste an der Ladekante, die zudem einen guten Schutz beim Beladen darstellt.

Schwarz war auch im Innenraum unseres Testwagens die vorherrschende Farbe, da das gesamte Armaturenbrett sich farblich an der Außenhaut orientiert, Sie können hier aber auch Weiß, Grau oder Cappuccinobeige bekommen. Der schwarze Lack zog auf jeden Fall den Staub magisch an.

Einige Applikationen in mattem Chrom sorgen für Auflockerung des peppig gemachten Interieurs, im Prinzip ist aber alles ganz 500L.

Die Sitze vorne sind schon optisch schick gemacht, auch wenn hier das Schwarz für weniger Auffälligkeit sorgt als wenn die Ledereinsätze farbig abgesetzt wären. Sie sind ordentlich ausgeformt, vor allem im Bein- und Pobereich gibt es guten Seitenhalt, im Rücken sieht es nach mehr Seitenhalt aus als es tatsächlich der Fall ist.

Die Verstellung erfolgt von Hand, ist so weit ganz okay, für die Lehne hätte ich mir vielleicht eine etwas feinere Rasterung per Drehrad gewünscht. Auch der Trekking hat vorne Sitzheizung und eine elektrische Lordosenstütze als Option. Die Gurte können auch vorne nicht in der Höhe verstellt werden, aber es gibt vorne wie hinten ein schönes, helles Innenlicht. Das Platzangebot ist richtig gut, der Ein- und Ausstieg gelingt prima.

Auch hinten kommt man schon allein durch den hohen Hüftpunkt sehr bequem rein, hinter einem 1,80 m großen Fahrer ist auch für 1,80 m große Mitfahrer noch gut Platz, zumindest wenn die Sitze der zweiten Reihe ganz hinten stehen, sind die vorne, kann man dort als großer Mensch nicht mehr sitzen, was aber vor allem an den ausklappbaren Tischchen liegt.

Hier hinten hat man natürlich den besten Ausblick durch das große Glasdach und da man recht hoch sitzt kann man auch recht gut über die Kopfstützen der Vordersitze schauen. Dafür ist der Seitenhalt auf den Rücksitzen aber nahezu Null und die Kopfstützen sind schon bei 1,80 mKörpergröße nicht mehr weit genug ausziehbar.

Es genügt ein Griff und die Sitzlehne klappt nach vorne um dann zusammen mit der Sitzfläche hoch zu klappen. Dadurch entsteht eine ebene Ladefläche abhängig davon in welcher Höhe der Ladeboden steckt. Je nach dem geht es vom Rücksitz aus entweder eben oder mit einer gut 10 cm hohen Stufe nach unten, ein Keil verschließt dann den Spalt. Was immer wieder mal stört sind die Löcher im Boden, in denen die Sitze bzw. deren Stoßdämpfer einrasten.

Ist der Ladeboden unten, hat man von der angenehm niedrigen und gut geschützten Ladekante (die Stoßstange ist wie gesagt von der schicken Leiste auch sehr gut geschützt) eine Stufe nach unten von gut 10 cm. Ist der Boden oben, geht es von der Ladekante aus eben weiter. Je nach dem ob die Rücksitzbank vorne oder hinten steht gehen 343 oder 400 Liter in den Kofferraum, und nach dem Umlegen der Rücksitze sind es bis zu 1.310 Liter. Klappt man dann die die Beifahrersitzlehnen vor, gehen auch lange Gegenstände bis 2,40 m rein.

Unter dem eher etwas lapprigen Boden ganz unten steckt ein Reifenreparaturset und das nötigste an Werkzeug. Die Heckklappe schwingt weit auf, man muss schon über 1,90 m sein, um sich am Schloss zu stoßen.

Auch der Trekking verfügt über das Multimediasystem Uconnect inklusive 5-Zoll-Touchscreen zur Steuerung der Audioanlage, für externe Mediaplayer etc. über Bluetooth, als Freisprecheinrichtung, zum Vorlesen von SMS und einigem mehr.

Der Fiat 500L Trekking hat eine mit 14,5 cm leicht erhöhte Bodenfreiheit z.B. gegenüber dem Living und ist zumindest rein gefühlsmäßig auch etwas straffer abgestimmt. Und auch wenn er so aussieht, ein echter Geländegänger ist er nicht, es bleibt beim Frontantrieb.

Doch der findet durch die elektronische Traktionskontrolle Traction+ eine enorme Aufwertung. Das Traction+ System muss aber aktiviert werden und arbeitet unterhalb von 30 km/h, wird man schneller schaltet es sich automatisch ab. Es arbeitet wie eineDifferentialsperre an der Vorderachse und gibt jeweils dem Rad mit dem besten Grip die meiste Kraft. Zusätzlich hat das Fahrzeug ESC – es ist aber kein Schalter zu entdecken, mit dem man das ggf. deaktivieren könnte. Durch Traction+ scheint das auch nicht nötig zu sein. Es beinhaltet auch die ASR (Antriebsschlupfregelung) und einen Hild Holder, der das Fahrzeug beim Anfahren am Berg festhält.

Und die Kombination funktioniert prima, man muss schon volle Pulle beschleunigen, um die Antriebskräfte an der Vorderachse auch nur ein wenig spüren zu können, und das auch dann, wenn es um enge Kurven geht. Im Slalomtest schaukelt der hohe Aufbau etwas hin und her, ist aber kein Problem. Das Fahrzeug reagiert ziemlich gutmütig und auch ausreichend direkt auf die Lenkung, es untersteuert und schwenkt ggf. mit dem Heck nach. Wenn man sich dem Grenzbereich nähert, fangen die Reifen an zu quietschen und der Fahrer beginnt vom Sitz zu rutschen, spätestens dann greift das ESP massiv ein.

Der 500L Trekking schmeißt sich mit deutlichem ABS-Rubbeln in die Vollbremsung, bleibt sauber in der Spur, taucht aber auch vorne ordentlich ein. Dabei aktiviert er automatisch die Warnblinkanlage und steht erst nach rund 38 Metern, dafür sind vor allem die M+S-Reifen verantwortlich, mit denen der Trekking serienmäßig daher kommt. Neben ABS ist der Fiat mit elektronischer Bremskraftverteilung und Notbremsassistent sowie Scheibenbremsen vorne und hinten ausgestattet. Die Bremse spricht sehr spontan an und ist nach kurzer Eingewöhnung feinfühlig zu dosieren.

Musik im Auto zu hören ist eigentlich alltäglich, in so manchem Tal ist der Radioempfang jedoch recht schlecht – je nach Sender. Gut, dass es mittlerweile den digitalen Audioempfang DAB gibt. Der kleine Italiener verfügt sogar über eine geschwindigkeitsabhängige Lautstärke-Regelung, die macht aber schon mal was sie will und ohne Grund einfach leiser.

Wenn man viel Wischwasser auf die Frontscheibe spritzt, wird so viel davon nachaußen getragen, dass auch die Seitenscheiben im oberen Bereich jede Menge abbekommen. Und wenn wir schon beim Meckern sind: Der Schalter für den Tempomat versteckt sich hinterm Lenkrad, man kann ihn praktisch nie richtig einsehen und muss sich blind auf die Bedienung verlassen. Neben der Cruise Control wir hier auch der Speed Limiter eingeschaltet.

Mittlerweile bei Fiat Standard hat man auch beim 500L Trekking die Möglichkeit, die elektrische Servolenkung Dualsdrive mit dem Citymode noch leichtgängiger zu machen, um im Großstadtdschungel wirklich mit dem kleinen Finger manövrieren zu können. Ebenfalls dabei der Lenkassistent Dynamic Steering Torque DST. Anders als der 500L Living hat der Trekking zwar Tagfahrlicht, aber dafür kein konventionelles Standlicht mehr.

Wie schon im zuvor getesteten Living war auch der Trekking mit dem neuen 120 PS / 88 kW starken 1,4 Liter 16V Turbo-Benziner ausgestattet. Und auch hier geht er damit gut los, braucht allerdings mit 11 Sekunden ein klein wenig mehr für den Sprint von Null auf Hundert, wird dafür aber mit 189 km/h etwas schneller. Identisch sind natürlich das starke Drehmoment von 215 Nm bei 2.500 U/min. und die Abgasnorm Euro 6.

Beim Verbrauch lagen beide Modelle im Tempobereich von etwa 130 auf der Autobahn mit rund 7 Litern gleichauf, der Trekking lag aber spürbar straffer und auch ruhiger auf der Straße. Im Stadt-Land-Mix haben wir mit dem Trekking 6,8 Liter und damit etwas mehr verbraucht. Fiat gibt für beide Karosserievarianten in etwa die gleichen Verbräuche an.

Auch der Trekking mit dem 1.4 T-JET war mit der Sechsgangschaltung kombiniert, die auch hier sehr gut harmonierte. Zu Beginn des Tests arbeitete auch alles ganz prima, erst mit fortschreitender Testdauer setzte das gleiche unharmonische Arbeiten der Kupplung ein, wie wir es schon im Living feststellen mussten, die ein ruckfreies Schalten praktisch unmöglich machte.

Ansonsten auch hier gut passende Anschlüsse, kurze Schaltwege und ein straff und gutgeführter Schalthebel. Die Schaltempfehlung nach unten zu schalten kommt recht spät, da wirkt der Motor schon hörbar überfordert.

Nahtlos reiht sich der Trekking in die Sicherheitsausstattung seiner Geschwister ein. Fahrer- und Beifahrer-Frontairbags, Seitenairbags vorn und durchgehende Kopfairbags vorn und hinten sind ebenso serienmäßig wie Kopfstützen und Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen.

Gegen einen Aufpreis von 500,- Euro kann im Paket auch ein Fahrer-Knie-Airbag und der City-Notbremsassistent geordert werden, der mit der automatischen Bremsbereitschaft vorsorglich den Druck im Bremssystem aufbaut und im Notfall auch eine Notbremsung selbsttätig einleitet, zumindest zwischen fünf und 30 km/h.

Los geht der Fiat 500L Trekking mit dem 1.4 T-JET mit 120 PS bei 21.450,- Euro und verfügt bereits über eine sehr gute Grundausstattung. Neben den schon erwähnten Sicherheitsfeatures sind z.B. eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Klimaanlage, Servolenkung, Parksensoren hinten, getönte Scheiben hinten, elektrische Fensterheber rundum, Lederlenkrad, Uconnect Radio mit 5 Zoll Touchscreen, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer mit Abbiegefunktion, Traction+ Traktionskontrolle, ESP, Tagfahrlicht und höhenverstellbarer Fahrersitz serienmäßig an Bord, um mal nur einige zu nennen.

Und dann geht es ja auch schon los mit den enormen Individualisierungsmöglichkeiten. Ob das jetzt die zahlreichen Uni-, Sonder-, Metallic- oder Bicolore-Lackierungen sind, die vielen Leichtmetallfelgen, die Rückfahrkamera ParkView, eine Klimaautomatik, das elektrische Panorama-Glasschiebedach, Sitzheizung für Fahrer- und Beifahrer oder, oder, oder. Sie kennen an dieser Stelle unsere Empfehlung sich im Internet oder bei Ihrem Händler mal in Ruhe umzusehen und Probe zu fahren und zu trinken, denn auch eine zusammen mit Lavazza entwickelte Espresso-Maschine gehört dazu.

Neben den normalen Garantien (2 Jahre Fahrzeuggarantie, nur 8 Jahregegen Durchrostung und 2 Jahre Mobilitätsgarantie) bietet Fiat weitere Anschlussgarantien an. Alle 30.000 km muss der Trekking zur Wartung in die Werkstatt, die Versicherungseinstufungen lauten HPF 18, VK 19 und TK 18.

Stand: Mai 2015, Test und Fotos: auto-reise-creative

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