// Fahrbericht / Fiat 500 1.2 8V PUR-O2

Fiat

Fiat 500 1.2 8V PUR-O2

Mehr noch als der Mini hat es Fiat mit der Neuauflage des 500 geschafft, den Urahn wieder aufleben zu lassen und dabei knietief in Erinnerungen zu waten und zugleich ein völlig modernes Design zu schaffen. Dabei ist ein Fahrzeug entstanden, dem alle Herzen zufliegen, auch Menschen die mit einem Auto kaum was im Sinn haben geraten beim Anblick des Fait 500 in Begeisterung, beugen sich herunter um hinein zu schauen … und lächeln einfach. Absolut ohne Neidfaktor fährt der kleine Italiener hinaus in die Welt – und er macht seine Aufgabe erstaunlich gut, leistet sich keine groben Schnitzer, sieht man vom recht schwachen Motor einmal ab, hat sogar serienmäßig einen Fahrerknieairbag und bleibt bei alledem auch noch bezahlbar.

Das zarte Hellblau steht ihm ebenso gut wie fast alle Farben, die der kleine Flitzer im Angebot hat, und es ist erstaunlich, wie er seinem Urahn aus dem Gesicht geschnitten ist und doch völlig modern dasteht. Und erst wenn er neben einem seiner Vorfahren steht merkt man, wie groß der kleine Fiat 500 geworden ist.

Trotzdem bleibt er natürlich mit seinen 3,55 Metern Außenlänge klein und wendig – und nahezu konkurrenzlos individuell. Ob Zierstreifen oder Dekor, Farben, Felgen …. stets haben Sie die Wahl und können sich Ihren ganz persönlichen Fiat 500 zusammenstellen, und das reicht bis hin zum Fahrzeugschlüssel.

Die Bezeichnung Knutschkugel kommt einem unweigerlich in den Sinn, und Rund ist die vorherrschende Form, angefangen von den runden Scheinwerfern über die gerundete Dachform, in die bei unserem Modell ein schönes großes Glasdach integriert war. Besonders schick machen sich auch die Rammschutzleisten vorne und hinten, die in edlem Chromglanz erstrahlen.

Zwischen den ebenfalls chromumrandeten Rückleuchten steht eine erstaunlich große Heckklappe mit breitem Chromgriff, die weit aufschwingt und erst beiMenschen ab 1,90 m Körpergröße zum Anstoß führen kann.

Wozu braucht so ein Zwerg so eine große Klappe, da geht doch eh nichts rein. Von wegen, mit 185 Litern steckt der 500 mehr weg, als man meinen möchte, und gut nutzbar geschnitten ist das Gepäckabteil auch noch. Kleines Manko, die Gepäckraumabdeckung fällt beim Schließen der Heckklappe nicht wieder automatisch mit runter und steht dann … nein, auch dann behindert sie kaum die Sicht beim Blick durch das Heckfenster.

Und reicht das Ladevolumen nicht aus, was beim Wochenendeinkauf schnell passiert, dann reicht das Umlegen der Rücksitzlehne und fertig ist ein Ladevolumen von 610 Litern, allerdings bleibt eine Stufe im leicht ansteigenden Boden zurück. Aber die Lehnenrückwand ist richtig stabil und solide.

Also eins weiter nach vorne und hinten eingestiegen. Das gelingt natürlich nicht so einfach wie in Reihe eins, schließlich kann auch ein Fiat 500 nicht zaubern und er hat schließlich auch nur zwei Türen. Aber die Sitze merken sich die ursprüngliche Stellung und so geht es noch einigermaßen von und nach hinten. Aber hierhin sollten sich Erwachsene ohnehin nicht unbedingt verirren, der Platz hinter einem 1,80 m großen Fahrer reicht allenfalls für Kinder und Erwachsene stoßen schnell mit dem Kopf am Dach an, die Kopfstützen sind dann auch zu kurz. Dass die schweren Türen gerne wieder zufallen macht die Kletteraktion auf die Rückbank auch nicht einfacher.

Also bleiben wir als 1,80 m-Mensch vorne und genießen hier die straff gepolsterten und ordentlich ausgeformten Sitze und die durchaus ordentlichen Platzverhältnisse. Trotz des Glasschiebedachs haben auch große Menschen noch ein wenig Kopffreiheit und so können wir uns ganz der Erkundung des Cockpits widmen.

Und hier gibt es einiges zu entdecken, der 500 ist zwar ein Kleinwagen aber innen alles andere als langweilig, und das liegt nicht nur daran, dass Sie auch hier zahlreicheIndividualisierungsmöglichkeiten haben. Stets steht dabei das in Wagenfarbe lackierte Armaturenbrett im Mittelpunkt, an dem stolz eine große 500 prangt. Je nach Farbwahl entwickelt sich hier entweder eine zarte Farbharmonie mit den hellbeigen Applikationen und den grauen Kunststoffverkleidungen, oder es kommt eine kontrastreiche Optik zustande.

Geschickt wurden alle wichtigen Informationen in das zentrale Rundinstrument hinter dem höhenverstellbaren Lenkrad zusammengefasst. So zeigt der äußere Kreis analog die gefahrene Geschwindigkeit an, der innere informiert über die Drehzahl. In der Mitte ist ein digitaler Bordcomputer untergebracht, eine Schaltanzeige hilft dabei, den Motor möglichst spritsparend zu betreiben.

Als besonders gelungen möchten wir an dieser Stelle noch den Schalthebel erwähnen, der mit Leder- und Chrom optisch gut gefällt, fein in der Hand liegt und da am Armaturenbrett angeflanscht, ergonomisch in guter Griffweite liegt. Um seine Optik nicht zu stören wurde das Schaltschema als kleine Plakette auf die Manschette montiert.

Die Zahl der Ablagemöglichkeiten ist nicht gerade riesig, reicht aber aus, ganz hilfreich kann das große Fach unter dem Sitzkissen des Beifahrersitzes sein. Modern gezeichnet und teils liebevoll in Chrom gefasst präsentieren sich die Bedienelemente übersichtlich auf zwei Bedienpanell verteilt, die Handhabung gibt keinen Grund zur Beanstandung, es stört nur, dass das Radio nur mit eingeschalteter Zündung läuft. Die Dachsäulen sind rundum ziemlich breit geraten, erstaunlicherweise stört das aber kaum.

Mit dem recht kurzen Radstand von zwar immerhin noch 2,30 Metern und dem insgesamt recht straffen Fahrwerk hat der Fiat 500 auf schlechten Straßen, auf Bodenwellen und Schlaglöchern natürlich so seine Probleme, gibt den Fahrbahnzustand recht ungefiltert an die Insassen weiter. Früher nannte man den Kleinen auch schon mal„Schlaglochmessgerät“.

Dafür flitzt er aber auch wieselflink um die Ecken, erlaubt echt hohe Kurvengeschwindigkeiten, auch wenn er dabei ganz ordentlich schaukelt, im Slalom wird ihm so schnell vor keiner Pylone bange. Geradezu spielerisch lässt er sich mit der exakten und direkten Lenkung dirigieren, und selbst bei Nässe geht das sichere Gefühl in der kleinen Kiste nicht verloren. Das Lenkrad ist in der Höhe verstellbar.

ABS hat der Fiat 500 serienmäßig an Bord, natürlich mit elektronischer Bremskraftverteilung, da unser Testwagen aber die kleinste Motorisierung unter der Haube hatte, mussten wir an der Hinterachse auf Scheibenbremsen verzichten und mit Trommelbremsen vorlieb nehmen, vorne arbeiten aber auch hier innenbelüftete Scheibenbremsen, sie lassen sich gut dosieren und sprechen ausreichend schnell an.

Bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 zum Stillstand hob sich unser Testwagen stark an und wurde auch etwas unruhig, stand aber ohne Nachlassen nach 37 Metern.

Wir haben es schon erwähnt, unter der Haube unseres Testwagens steckt der mit 51 kW/69 PS kleinste Motor, der aus 1,2 Litern Hubraum, verteilt auf vier Zylinder mit jeweils zwei Ventilen schöpfen kann. Er stellt sein maximales Drehmoment von 102 Nm bei 3.000 U/min zur Verfügung und ist mit einer obenliegenden Nockenwelle bestückt.

Er überträgt seine Kraft auf die Vorderräder und kann getrost als „nicht der flotteste“ bezeichnet werden, aber merkwürdigerweise nimmt man ihm das nicht sonderlich übel. Für lange Autobahnetappen im Eiltempo ist er natürlich nicht gemacht, in der Stadt und auch auf der Landstraße ist er aber bestens zuhause, kann gut mithalten und läuft mit einem angenehm kernigen Sound. Der wird natürlich deutlich markanter, wenn der Reihenvierzylinder gefordert wird, übertrieben laut wird er aber nicht. Auch nicht, wenn man ihm in 13,0 Sekunden den Sprint von Null auf Hundert abverlangt oder dieTopspeed von 160 km/h herauskitzelt.

Auf jeden Fall muss man die Schaltanzeige öfters außer Acht lassen, will man den Kleinen halbwegs flott bewegen. Erfreulich ist aber dabei, dass die serienmäßige Fünfgangschaltung exakt und auf ausreichend kurzen Wegen arbeitet, den kleinen trockenen Holperer über die Leerlaufstellung verzeiht man dem Wagen wie fast alles andere auch. Besonders die oberen Gänge sind recht lang übersetzt, wodurch die kleine Maschine schon ordentlich zu schaffen hat.

Klar, dass man die 6,4 Liter Stadt- bzw. 4,3 Liter Außerorts-Verbrauch nicht schafft, wenn man den 1.2 8V ständig an seine Grenzen treibt. Beachtet man aber die Schaltempfehlungen, fährt zurückhalten und nutzt die Start-Stop-Automatik, dann können es sogar noch weniger sein. Aber hier muss man unterscheiden, bei uns auf dem „flachen Land“ kann man Start-Stop kaum nutzen, ein Paar Kilometer weiter in München aber ist das eine ganz feine Sache. Auch wenn man sich an die auf den ersten Blick etwas unübliche Vorgehensweise gewöhnen muss: Entkuppeln und dann Gang raus, Fuß von der Kupplung und Bremse treten.

Im Mix aus Stadt, Land und Autobahn – also auf unserer 180 km langen Normstrecke – haben wir mit dem Fiat 500 1.2 8V exakt 5,0 Liter Super verbraucht. Der CO2-Ausstoß liegt im Mix bei vorbildlichen 119 g/km und das kleine Aggregat erfüllt bereits die Abgasnorm Euro 5.

Das ist nicht schlecht, mit insgesamt sieben Airbags, die serienmäßig im Fiat 500 stecken, kann er so manch größeren in die Schranken weisen. Neben Fahrer- und Beifahrer-Airbag, Seiten- und Kopfairbags sorgt noch ein Knieairbag für den Fahrer für Sicherheit.

Natürlich sind auch Dreipunkt-Sicherheitsgurte mit doppelten Gurtstraffern und Gurtlastbegrenzern vorn sowie ISOFIX-Befestigungspunkte hinten an Bord, ASR (Traktionskontrolle) ist im Rahmen der Stabilitätskontrolle ESP bei unserem Testwagen nur gegen Aufpreis von 350,- Euroan Bord.

Auch beim Preis ist der Fiat 500 eine runde Sache. Unser 1.2 8V mit 69 PS kostet in der Ausstattungsvariante PUR-O2 runde 13.000,- Euro. Neben den sieben Airbags sind dann auch die elektrische Servolenkung Dualdrive, die geteilt umklappbaren Rücksitze, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorne, 15 Zoll Alufelgen, ein Lederlenkrad, Nebelscheinwerfer, Klimaanlage, höhenverstellbarer Fahrersitz, eine verchromte Auspuffblende, ein Radio mit CD- und MP3-Player sowie eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung und die Start-Stop-Automatik serienmäßig an Bord.

Und Blue & Me TM gehört ohne Aufpreis dazu. Was das ist? Das ist eine Bluetooth Funkfreisprechanlage mit Sprachsteuerung, Lenkrad mit acht Multifunktionstasten für die Audio- und Mobiltelefonbedienung inkl. USB-Port zum Abspielen von MP3 und WMA.

Und was Sie alles als individuelle Extras in Ihren Fiat 500 hinein packen können, schauen Sie sich am besten in der umfangreichen Preisliste einmal in Ruhe an. Die Palette reicht vom elfenbeinfarbenen Kleiderhaken für 45,- Euro bis hin zum automatisch abblendenden Innenspiegel für 100,- Euro. Mit einer Klimaautomatik für 1.100,- Euro, einem elektrischen Glasschiebedach für 850,- Euro oder z.B. einer Perlmuttlackierung für schlappe 1.000,- Euro können Sie auch noch richtig Geld ausgeben.

Oder Sie nutzen die Programme „500cents“ und „50to500“. Denn dahinter verbergen sich jede Menge Garantie, Service und wirtschaftliche Planungssicherheit. „500cents“ ist ein Angebot, bei dem der Kunde bereits für 500 Cents am Tag (fünf Euro) einsteigen kann. Serienmäßig inklusive: eine sensationelle 5-Jahres-Garantie mit einer Fahrzeuglaufleistung von 500.000 Kilometern – die selbst Marathon-Fahrer kaum erreichen werden. In diesem Fall ebenfalls inklusive: die 5-Jahres-Mobilitätsgarantie „Free5“.

Bei „50to500“ zahlen Sie beim Kauf lediglich50 Prozent Ihres Fiat 500 und erst nach zwei Jahren folgt die Restsumme. Die Mobilitätsgarantie erstreckt sich deshalb ebenfalls auf zwei Jahre. Die Garantie dagegen umfasst auch in diesem Fall fünf Jahre und 500.000 Kilometer.

Stand: November 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ähnliche Beiträge

Kommentare

Keine Kommentare for “Fiat 500 1.2 8V PUR-O2”

Kommentar schreiben

XHTML: Folgende HTML-Elemente sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Archive

banner