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Familientauglich und doch sportlich, der Ford S-MAX

Die optischen Neuerungen sind zu vernachlässigen, stehen dem S-MAX aber gut zu Gesicht, viel wichtiger sind die sehr guten Platzverhältnisse auch in der variablen zweiten Sitzreihe, die aus drei Einzelsitzen besteht, sowie im Kofferraum, der einfach zu vergrößern bis zu 2.100 Liter Gepäck wegsteckt und zudem bis zu 762 kg zuladen darf. Dazu kommen sportlich-bequeme Sitze, ein ausgewogenes Fahrwerk und ein kultivierter und zugleich kräftiger Motor, der bei aller Sportlichkeit auch noch richtig sparsam bleibt, er ist gepaart mit einem feinen Sechsgang-Schaltgetriebe. Auch in Sachen Sicherheit ist der S-MAX voll auf der Höhe der Zeit, u.a. kann man auch einen Totwinkel-Assistenten ordern. Die Basisversion Trend beginnt bei 28.550,- Euro.

Der Ford S-MAX war von jeher eine dynamische und gelungene Erscheinung. Die grimmig dreinschauende Front mit spitz zulaufenden Scheinwerfern bleibt, ebenso der schmale Kühlergrill wie auch der tief nach unten gezogene Frontspoiler. Der dort integrierte, große Lufteinlass ist nun jedoch wesentlich schärfer und peppiger gezeichnet, was für eine noch gelungenere Optik sorgt.

Schade nur, dass bei der Ausstattungslinie Trend dieser nicht mit Chrom umrandet ist, gleiches gilt für die gesamte seitliche Fensterpartie. Ansonsten gibt sich die Silhouette u.a. mit der abfallenden Dachlinie und den markant gezeichneten Radläufen wie auch das Heck betont sportlich.

Die großen, unverwechselbaren Heckleuchten erstrahlen nun nicht nur serienmäßig mit LEDs, sondern wurden auch optisch aufgefrischt. Eine neue Heckklappen-Umfeldbeleuchtung sowie eine kleine Spoilerlippe zählen zu den weiteren Modifikationen der neuen Generation.
Ein wunderbar großes Panorama-Dach für 1.100,- Euro schafft nicht nur einentollen Ausblick nach oben, sondern sorgt auch für einen lichtdurchfluteten Innenraum.

Dieser unterscheidet sich im Großen und Ganzen nicht von dem des Vorgängers. So überzeugt auch hier die Materialauswahl, deren Verarbeitung sowie die übersichtliche Anordnung der großen Bedienelemente. Die serienmäßigen Sportsitze sind gut ausgeformt, ausreichend groß dimensioniert und wunderbar straff gepolstert, laden uns förmlich ein, Platz zu nehmen.

Während das HMI-Lenkrad unangetastet blieb und dem Fahrer weiterhin die Möglichkeit bietet, von dort aus den Bordcomputer, das Radio, sowie weitere Optionen wie den Tempomat oder das Telefon zu steuern, präsentiert sich die Optik der Audio- sowie Navi-Einheit leicht verändert aber dafür frischer. Letzteres zeigt sich nicht nur einfach und intuitiv in der Bedienung, sondern gibt dem Fahrer klare Anweisungen und führt sehr gut ans Ziel.
An den Handbremshebel, dessen Look an ein Flugzeugcockpit erinnert, können wir uns allerdings immer noch nicht so recht gewöhnen. Gerade wer beim Lösen der Handbremse zu weit links greift, quetscht sich zudem schmerzhaft die Finger.

Als absolut fingerschonend dagegen erweist sich das flexible Sitzsystem FFS (FoldFlatSytem). Dieses beinhaltet eine erhöhte zweite Sitzreihe mit drei Einzelsitzen die sich je nach Bedarf um 15 Zentimeter in der Längsrichtung verschieben lassen und über eine individuelle Lehnenverstellung verfügen. Benötigen wir mehr Stauraum, so schieben wir die Sitze einzeln mit jeweils nur einem Handgriff einfach beliebig nach vorn.

Sind diese ganz nach vorn gefahren, können selbst dann noch 1,80 Meter Insassen hier sitzen, müssen dann allerdings in Kauf nehmen, dass die Knie bereits in den Sitz drücken. Wenn nicht ausgefahren, stören im Rücken auch die hinteren Kopfstützen. Dankdes Konvex-Spiegels haben wir die hinten sitzenden Passagiere stets gut im Blick, was sich gerade bei Kindern als sehr hilfreich erweist.

Schier grenzenlos scheint die Beinfreiheit zu sein, wenn das Gestühl vollständig nach hinten gefahren ist. Dennoch bleibt der dabei zur Verfügung stehende Kofferraum sehr üppig. Durch kinderleichtes Umlegen, bei dem zunächst die Sitzfläche versinkt und dann die Rückenlehne umklappt, entsteht eine solide, ebene Ladefläche und ein Stauraum von bis zu 2.100 Liter. Ein Ausbauen der Sitze ist nicht nötig. Des weiteren bietet Ford dem Kunden optional die Möglichkeit den S-MAX um zwei zusätzliche Sitzmöglichkeiten zu erweitern.

Zugang zum flexiblen Laderaum verschaffen wir uns durch die große und weit öffnende Heckklappe. Die angenehm niedrige Ladekante kommt uns beim Beladen sehr entgegen und ist zudem gut gegen Ladekratzer geschützt.

An Staufächern mangelt es dem sportlichen Familien-Van ebenfalls nicht, ob große Ablagen in den Türen, der Mittelkonsole, auf dem Armaturenbrett oder sogar im Fußboden bis hin zur Dachkonsole, Kleinkram findet in diesem Fahrzeug garantiert seinen Platz.

Sportbetont zeigt sich nicht nur die äußere Hülle, auch das Fahrwerk vermittelt wunderbar straff, eine überraschend hohe Agilität. Trotz seines höheren Fahrzeugbaus ist das Handling auch in schnellen Kurven absolut souverän und geradezu spielerisch, die Wankbewegungen halten sich dabei angenehm zurück. Dank des elektrischen Stabilitätsprogramms und der Traktionskontrolle macht der Familienkutsche auch Nässe nicht zu schaffen.

Erfreulicherweise leidet unter all der Sportlichkeit auch der Komfort nicht, denn das Fahrwerk erweist sich als recht ausgewogen. Da uns die dynamische Auslegung sehr zugesagt hat, verzeihen wir dem S-MAX auch, dass ergrößere Schlaglöcher nicht mehr verstecken kann.
Die an sich straffe und direkte Lenkung zeigt sich nur bei sehr zackiger Kurvenfahrt etwas gefühllos und mit ein wenig Spiel. Fairerweise müssen wir aber daran erinnern, dass wir in einem Van und nicht in einem Sportwagen Platz genommen haben und dafür bietet der Ford unglaublichen Fahrspaß. Das gegen Aufpreis erhältliche Sportfahrwerk sowie ein adaptives Fahrwerkssystem krönen diesen Eindruck noch.

Diesem schließt sich auch das hydraulische Bremssystem mit Scheibenbremsen rundum, wobei vorn innenbelüftet, inklusive Vierkanal-ABS, elektronischer Bremskraftverteilung (EBD), Bremskraftverstärker und Bremsassistent (EBA) an. Sie ist nicht nur angenehm zu dosieren, sie spricht auch bereits auf leichten Tritt schnell an. Das bei einer Vollbremsung, der Vorderwagen eintaucht und die Reifen quietschen entschuldigt der Bremsweg von gerade mal 37 Metern.

Und auch das ist eine Komfortsache: Der Tankdeckel ist nicht nur in die Zentralverriegelung integriert, wenn man die Abdeckklappe öffnet ist auch schon alles erledigt, einen weiteren Verschluss braucht man nicht zu öffnen.

Den 2,0-Liter-Duratorq-Selbstzünder gibt es in den Leistungsstufen 115 PS, 140 PS und 163 PS. Die goldene Mitte erwies sich bei unserem Test dabei als perfekte Wahl. Das der Euro-5-Norm entsprechende Diesel-Aggregat leistet 103 kW und stellt sein maximales Drehmoment von 320 Nm bereits ab 1.750 U/min bereit. Der Familien-Van setzt jeden Gasbefehl in wunderbaren Vortrieb um, der Sprint von Null auf Tempo 100 gelingt ihm in guten 10,2 Sekunden. Spielend zieht er weiter hoch bis er letztendlich bei Tempo 196 seine Höchstgeschwindigkeit erreicht hat.

Während der Zweiliter-Diesel stets mit seinem kraftvollen Durchzug begeistern kann, lässt er sich andererseits auchwunderbar schaltfaul und niedertourig fahren. Dabei zeigt er sich stets kultiviert und selbst wenn gefordert nur dezent kernig.

Neben sportlichen Fahrleistungen bietet der S-MAX in dieser Motor-Kombination allerdings auch vorbildliche Verbrauchswerte. Während wir selbst bei flotter Fahrt oder hohem Autobahntempo nicht an die 10-Liter-Marke herankamen, begnügt er sich in der Stadt mit 7,2 Liter und erreicht im Mix sogar einen Verbrauch von gerade mal 5,7 Litern. Dank des 70 Liter großen Tanks ergibt sich daraus eine enorme Reichweite. In punkto CO2-Emissionen erreicht Ford mit dem 140 PS Diesel einen Ausstoß von 152 g/km.

Das Sechsgang-Schaltgetriebe leistet dabei durchaus seinen Beitrag und vermittelt zugleich enormen Spaß. Denn während die oberen Gängen benzinsparend länger übersetzt sind, lassen sich die unteren Gänge knackig sportlich und kurz übersetzt schalten.

Die Schaltpunktanzeige empfiehlt jedoch nur immer die jeweils nächst höheren Gänge und zeigt uns diese auch recht früh an, so dass der Motor teils doch etwas niedertourig wirkt. Wer möchte, kann optional auch auf ein Doppelkupplungs-Getriebe zurückgreifen.
Die neue Generation des S-MAX schützt seine Insassen nicht nur dank des intelligenten Sicherheits-System IPS, dass neben Front- und Seitenairbags sowie einem Knieairbag für den Fahrer auch Kopf-Schulter-Airbags für beide Sitzreihen, 3-Punkt-Sicherheitsgurte inkl. Gurtstraffer und -begrenzer und ISOFIX umfasst.

Ein interaktives Fahrwerkssystem (IVDC – Interactive Vehicles Dynamics Control) beinhaltet zudem zahlreiche intelligente Fahrhilfen, angefangen bei der elektronischen Dämpferregelung CCD (Continuously Controlled Damping) über ein Antiblockier-Bremssystem mit der elektronischen Bremskraftverteilung EBD, einer Berganfahrhilfe HLA(Hill-Launch-Assist) in Verbindung mit der elektrisch aktivierten Handbremse bis hin zum Reifendruckkontrollsystem TPMS (Tire Pressure Monitoring System).

Ergänzend hierzu stehen dem Kunden außerdem ein Tot-Winkel-Assistent, ein Geschwindigkeitsbegrenzer inkl. Abstandswarner sowie eine Rückfahrkamera zur Wahl.
Nicht nur preislich gestaltet sich der aktuelle Ford S-MAX etwas anders, mit den Ausstattungslinien Trend, Titanium und Titanium S bietet er nicht nur eine verbesserte Topvariante, sondern verzichtet zugleich auf die Basisausstattung Ambiente.

Womit die bei 28.550,- Euro beginnende Trend-Linie das neue Einstiegsmodell darstellt. Es beinhaltet ein Audiosystem, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, einen Bordcomputer, einen elektrisch höhenverstellbaren Fahrersitz, elektrische Fensterheber rundum, ein Multifunktions-Lederlenkrad, Sportsitze vorn, das flexible Sitzsystem, Ford Easy Fuel (Stutzen gegen Fehlbetankungen) und noch so einiges mehr, das bereits diese Variante als sehr attraktiv und fair erscheinen lässt.

Die darauf basierende Titanium-Version ab 31.400,- Euro verwöhnt außerdem mit der Ambientebeleuchtung, Außenspiegeln mit Umfeldbeleuchtung, einer Dachkonsole mit großem Ablagefach, der beheizbaren Frontscheibe „Solar Reflect“, einer Geschwindigkeitsregelanlage sowie schicken Applikationen in „Piano-Lack“ und gebürstetem Aluminium.

Wer noch 6.500,- Euro drauflegt, erhält nicht nur den Zusatz „S“ sondern auch Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Abbiegelicht, das Ford Individual-Styling-Paket, die Ford Power-Startfunktion (schlüsselfreies Starten), eine Leder-/Alcantara-Polsterung mit roten Ziernähten und ein tiefergelegtes Sportfahrwerk.

Trotz der sehr üppig geschnürten Ausstattungslinien stellt Ford dem Kunden zusätzlichzahlreiche optionale Pakete sowie einzelne Sonderpositionen zur persönlichen Individualisierung zur Wahl. Alle 12 Monate oder 20.000 Kilometer ist eine Wartung fällig, alle 40.000 km oder alle zwei Jahre eine Inspektion.

Stand: April 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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