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Erster Diesel-Vollhybrid – Peugeot 3008 HYbrid4

Es ist noch ein Nischenmarkt, doch Peugeot möchte bereits bis Ende des Jahres mit vier Fahrzeugen im Markt der Elektro-/Hybridfahrzeuge antreten. So ergänzt der 3008 HYbrid4 den i0n und wird noch in diesem Jahr um den 508 RXH und 508 HYbrid4 ergänzt. Anstelle des bekannten Zusammenspiels zwischen Ottomotor und Hybridtechnologie greift Peugeot im Rahmen des PSA-Konzerns erstmals auf die Kombination zwischen Dieselaggregat und Elektroantrieb zurück und bringt somit den ersten Full-Diesel-Hybrid in Serie. Dabei möchten die Franzosen den Kunden jedoch nicht nur mit einem möglichen Spritverbrauch von 3,8 Litern und einem CO2-Ausstoß von lediglich 99 g/km locken.

Optisch ist der Unterschied zum Nichthybriden innen wie außen nur im direkten Vergleich zu sehen. So rollt das Crossovermodell auf speziellen Leichtmetallrädern je nach Ausstattung in 16 oder 17-Zoll an, ist mit „HYbrid4“-Schriftzügen sowie einem anderen Kühlergrill versehen.

LED-Tagfahrlicht sowie der integrierte Heckspoiler und der hintere Stoßfänger in glänzend schwarz lackiert kennzeichnen ebenfalls den Full-Diesel-Hybrid. Die Seitenschutzleisten sind dagegen im Farbton der Karosserie gehalten.

Bei Eintritt ins Innere fallen die neu designten Türschweller mit Chromeinsatz ins Auge. Vom angenehm erhöhten Sitz aus,blicken wir dann auf einen eigens gestalteten Schalthebel und anstelle des Drehzahlmessers auf die Batterieanzeige. Das beim regulären 3008 optional verfügbare Head-up-Display ist hier zudem serienmäßig an Bord, ebenso das Audio- und Navigationssystem WIP Com 3D.

Die guten Raumverhältnisse sind einzig im Kofferraum durch die crashsichere Platzierung der Nickel-Metallhydrid-Batterie minimal um 55 Liter reduziert. Die Flexibilität bleibt erhalten und somit lässt sich der Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 377 Litern auf bis zu 1.186 Liter vergrößern.

Während der Dieselmotor in gewohnter Manier die Vorderachse antreibt kurbelt der Elektromotor die Hinterräder an. Dazwischen gibt es jedoch keine gewöhnliche, mechanische Verbindung.

Das Fahrwerk ist durchaus sportlich straff gefedert, poltert aber leider etwas unkomfortabel über die ein oder andere Bodenunebenheit. Die elektrohydraulische Servolenkung ist dem Gesamtcharakter entsprechend harmonisch angepasst, dynamisch und ausreichend exakt ausgelegt.

Während die Bremsscheiben an der Vorderrädern vom 3008 übernommen wurden, sind sie an der Hinterachse auf Grund des Elektromotors größer dimensioniert. Zunächst muss man sich etwas an die wesentlich stärkere Bremswirkung beim Lösen des Gaspedals gewöhnen, da die Rekuperation recht stark ist. Hat man das „Spiel“ hiermit jedoch raus,lässt sich die Effizienz deutlich steigern.

Dem bekannten 163 PS starken Dieselaggregat stellt Peugeot im Falle des neuen Hybriden einen Elektromotor zur Seite, der eine Leistung von 27 kW / 37 PS entfaltet. Was eine Maximalleistung von 200 PS sowie ein maximales Drehmoment von üppigen 450 Newtonmeter ergibt.

Wer diese Zahlen in Form von Leistung abrufen möchte und den Verbrauch mal außer Acht lässt, kann dies durch aktivieren des „Sport“-Modus tun. Die Schaltvorgänge werden spürbar kürzer und knackiger, der Motor dreht höher aus und durch das Zusammenspiel beider Motoren entsteht ein sogenannter „Boost-Effekt“ was einem deutlich gesteigerten Durchzug entspricht.

In diesem Modus spurtet das Crossover-Modell 0,7 Sekunden schneller in 8,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Ab dem Erreichen von 120 km/h schaltet sich das Elektroaggregat ab und so wird das Fahrzeug rein vom Dieselmotor angetrieben, zieht bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 191 km/h weiter. In der Funktion „4WD“ arbeiten wiederum beide Motoren und sorgen gerade bei Nässe oder Schnee für eine gesteigerte Traktion.

Doch in Anbetracht dessen, das wir in einem Hybridfahrzeug unterwegs sind, gestalten sich die Modi „ZEV“ oder der stets beim Starten des Fahrzeuges aktivierte Modus „Auto“ wesentlich interessanter und vor allem sparsamer und umweltfreundlicher.

So fährt der 3008HYbrid4 zunächst rein elektrisch an und schaltet erst bei spürbar getretenem Gaspedal den Diesel dazu. Lassen wir das Fahrzeug jedoch gleiten und steigern nur langsam die Geschwindigkeit fährt das Fahrzeug bis zu einer Geschwindigkeit von 70 km/h im Elektromodus. Zudem lädt sich beim Loslassen des Gaspedals die Batterie auf, man spricht hier von Energierückgewinnung.

Ist diese voll geladen, kann das Auto im ZEV-Modus außerdem bis zu einer Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometer rund vier Kilometer rein elektrisch bewegt werden. Was null Verbrauch und keinerlei Schadstoffemissionen zur Folge hat. Unterschreitet die Batterie einen gewissen Ladezustand, wechselt das System automatisch und ohne Zutun des Fahrers wieder auf den Auto-Modus und der Verbrennungsmotor übernimmt den Antrieb.

Ein Hybrid findet seinen größten Nutzwert verständlicherweise in der Stadt. Aber auch wenn wir hier nicht rein elektroangetrieben unterwegs sind, spielt der HYbrid4 seine Vorteile gegenüber dem gewöhnlichen 2.0 HDi spürbar aus. Statt der 8,5 Liter verbraucht die Hybridvariante hier lediglich 3,9 Liter. Je nach Ausstattung gibt der Hersteller einen Durchschnittsverbrauch von 3,8 bis 4 Litern an und macht dabei keineswegs leere Versprechungen.

Die Anzeige im 7-Zoll-Multifunktions-Farbbildschirm sowie der Bordcomputer informiert nicht nur darüber, welcher Motor geradearbeitet, sondern zeigt auch den Ladezustand der Batterie sowie die Energieflüsse auf. Dabei werden drei Bereiche dargestellt: Charge (Energierückgewinnung), Eco (optimaler Betriebszustand) und Power (verbrauchte elektrische Energie in Prozent).

Ein im Fahrzeugpreis enthaltener Gutschein soll dem Käufer den richtigen Umgang mit dem erworbenen Hybridauto näher bringen. Das Spritspartraining findet stets auf einem ADAC-Testgelände statt.

Während der herkömmliche Diesel serienmäßig an einen Sechsgang-Handschalter oder optional an ein Automatikgetriebe mit ebenfalls sechs Schaltstufen gekoppelt ist, entschieden sich die Franzosen im Falle des 3008 HYbrid4 für das automatisierte Sechsgang-Schaltgetriebe EGS6, womit der Hersteller das Einsparpotential zusätzlich erhöht.

Die Gangwechsel gehen dank des sich dann zugeschalteten Elektroantriebes erfreulicherweise nicht mehr so ruckartig und ohne die störenden Nickbewegungen vonstatten, wie es noch bei den Modellen mit reinem Verbrennungsmotor der Fall ist.

Der 3008 hat sich bereits mit Bravour im EuroNCAP-Crashtest geschlagen und setzt somit den optimalen Grundstock für die Hybridvariante, die wiederum über die gleiche Sicherheitsausstattung verfügt. Auch was die weiteren Ausstattungsmerkmale betrifft, basiert der HYbrid4 auf dem Niveau des 3008 und ist stets vorbildlich bestückt.

DieAusstattungslinie ohne Namenszusatz verwöhnt den Kunden nicht nur mit einer Zwei-Zonen-Klimaautomatik, einer automatischen Feststellbremse oder einer Einparkhilfe hinten sondern auch mit einer Geschwindigkeitsregelanlage, LED-Tagfahrlicht, 17-Zoll-Rädern, die Festplatten-Navigation und das Head-up-Display.

Alternativ hierzu stellt Peugeot die Version 3008 HYbrid4 99g für 34.150,- Euro zur Wahl. Diese verzichtet zwar auf das Navigationssystem und das Head-up-Display und ist mit 16 Zöllern inklusive rollwiderstandsoptimierten Reifen versehen, bietet abgesehen davon jedoch ebenfalls die erwähnten Komfortfeatures.

Die Möglichkeit, diverse Extras zu ordern, wie z.B. das große Panorama-Glasdach oder das schicke Ledergestühl bietet allerdings nur die Topvariante. Und hierfür verlangen die Franzosen auch ihren Preis: 36.120,- Euro sind mindestens zu löhnen. Damit liegt diese Hybridvariante fast 2.500,- Euro über dem gleich ausgestatteten und mit der 163 PS Dieselmotorisierung bestückten 3008.

Das Leasingangebot „Easy Drive“ bietet dem Käufer die Möglichkeit mit einem Mehrpreis von lediglich 29,- Euro pro Monatsrate gegenüber dem 3008 mit dem 163 PS Diesel die Version mit Hybridantrieb zu erlangen.

Spezielle „Business“-Angebote stehen des weiteren dem gewerblichen Kunden zur Wahl, wobei voraussichtlich gut zwei Drittel der geplanten 1.500Einheiten auf diesen Markt fallen werden. Die Garantieleistung von zwei Jahren ergänzt Peugeot im Falle des 3008 HYbrid4 um eine Fünf-Jahres-Garantie auf die wichtigsten Komponenten des Hybrid-Antriebsstrangs.

Stand: Februar 2012; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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