// Fahrbericht / Ein heißer Feger der VW CrossPolo

Volkswagen

Ein heißer Feger der VW CrossPolo

Mit seinen Super-Niederquerschnitt-Breitreifen auf den schicken Alufelgen, dem silberfarbenen Unterfahrschutz vorne und hinten in Verbindung mit der silbernen Dachreling und den silbernen Außenspiegeln, der tief heruntergezogenen Frontschürze, deren dunkles Grau sich in Form von Kotflügelverbreiterungen und Seitenbeplankung rund ums Fahrzeug zieht – ein Hingucker der nach mindestens 100 kW aussieht. Und innen geht es so weiter: tolle Sportsitze, Lederlenkrad, Aluapplikationen – mindestens 100 kW. Motor an und akustisch gibt sich das Aggregat alle Mühe, wie 100 kW zu klingen, doch nicht mal die Hälfte stecken drin. Das einzige Manko …

Es ist ein neuer Trend: Crossover-Modelle wie der Suzuki SX-4, der Hyundai Getz Cross etc. haben es vorgemacht, mit dem CrossPolo hat VW nachgezogen. Fahrzeuge, die nach Freiheit und Abenteuer riechen, in den meisten Fällen aber nicht mal ins leichte Gelände können.

Allen voran der CrossPolo, der sich so tief auf den Asphalt duckt und auf so ultraflachen Niederquerschnittreifen rollt, dass schon ein grobes Schlagloch Schaden anrichten kann. Aber das ist so gewollt – der schicke Schein zählt.

Und das ist VW prima gelungen, nach diesem Polo drehen sich die Leute auf der Straße um. Vor allem die tief heruntergezogene Frontschürze mit dem markanten silbernen Einsatz, der einem Unterfahrschutz nachempfunden ist, und den integrierten Nebellampen geht es schon richtig gut los.

Imgleichen Grau ziehen sich Kotflügelverbreiterungen um die Radhäuser, in denen breite Schlappen auf schicken Alufegen stecken, Seitenbeplankungen verbinden die beiden Radhäuser und auch am Heck taucht in der Schürze ein großer silberner Unterfahrschutz auf.

Links und rechts stecken eckige Luftöffnungen, die man glatt für einen top gestalteten Auspuff halten könnte, doch der versteckt sich ganz dezent. Silberne Außenspiegel und die Dachreling vervollständigen den gelungenen Auftritt, und selbst der silberne Schriftzug CrossPolo an der Seite macht irgendwie was her.

Wer den VW CrossPolo mit den dunklen Scheiben so sieht, ist überzeugt davon, dass hier ein mindestens 100 kW starker Miniflitzer vor ihm steht.

Und beim Blick in den Innenraum verstärkt sich diese Annahme noch, denn als erstes fallen die Sportsitze auf.
Groß, richtig gut ausgeformt und mit einer höchst interessanten und attraktiven Stoffkombination straff gepolstert laden sie direkt ein, hinter dem Lenkrad Platz zu nehmen. Die manuelle Verstellung geht einfach von der Hand, die Kopfstützen vorne sind auch in der Neigung zu verstellen. Ein kleines Detail nur, aber sowohl schick in der Optik wie praktisch zugleich: An den Seitenwangen der Sitze sind Stretchbänder zu kleinen Taschen gespannt.

Wir lassen den Blick schweifen und schon fällt das Lederlenkrad mit gelochtem Leder den hellen Nähten und den silbernen Speichen positiv auf, als nächstes das angenehm samtweiche Armaturenbrett, dieses Material istwohl auch der Grund, warum die Mittelkonsole nicht auch in Silber ausgeführt ist, das wäre optisch noch der Clou, und bei einem Auto mit 100 kW …

Bedienelemente und Instrumente sind typisch VW: Klar, übersichtlich, gut ables- und erreichbar. Zumindest bei Tacho und Drehzahlmesser hätten wir uns etwas mehr Pepp erwartet, die Pedale sind immerhin in glänzendem Alu ausgeführt.

Die Platzverhältnisse sind in Ordnung, und auch hinten kommt man als 1,80 m Mensch auch hinter einem großen Fahrer noch ganz bequem unter, nur beim Ein- und Aussteig in Reihe zwei stört die B-Säule etwas am Fuß.

Wird die Rückbank für den Gütertransport gebraucht, lässt sich mit wenigen Handgriffen die Sitzfläche hochstellen, dann die Kopfstütze herausnehmen (hier fehlt aber eine geeignete Aufnahme) und dann die Lehne umlegen. Es bleibt eine rund 5 cm hohe Stufe im Boden zurück, ansonsten ist der nun 1.030 Liter große Stauraum gut nutzbar.

Vor allem schwingt die Heckklappe weit nach oben, dafür ist aber auch die Ladekante recht hoch und vor allem die Stoßstange gegen Ladekratzer praktisch ungeschützt. Im Normalzustand fast der Kofferraum des CrossPolo 270 Liter.

Wer so sportlich aussieht, der muss auch so fahren, das gehört sich einfach so. Und ist auch so. Der CrossPolo liegt satt auf der Straße, auch bei Vollgas, und sogar die Windgeräusche bleiben sehr zurückhaltend. Okay, der Motor wird ganz schön kernig, aber auch dass passt bestens.

Geht es um Kurven, kann den CrossPolomit seinen breiten Schlappen (215/40) und dem sportlichen Fahrwerk nichts aus der Ruhe bringen. Selbst im Slalomtest geht er wie auf Schienen um die Pylonen, und das mit hohem Tempo und fast ganz ohne zu Quietschen. Und auch die Lenkung ist ganz so, wie man es bei der Optik erwartet: sportlich straff ohne zu streng zu gehen und vor allen Dingen exakt. Damit hat man den Wagen optimal im Griff und bekommt beste Rückmeldungen von der Straße.

Das gilt allerdings auch von deren Schlaglöchern, die ziemlich ungefiltert nach innen dringen. Ansonsten aber ist der CrossPolo so unkompliziert zu fahren, dass er sich auch ideal als Fahrzeug für Fahranfänger eignet. Mit einer Ausnahme: Bei Tempo 150 und mehr wird er bei einer Vollbremsung doch recht unruhig und verlangt kontrollierte Lenkeingriffe, nichts für Neulinge.

Ansonsten kann man sich auf die gut dosierbare Bremsanlage mit ABS, innenbelüfteten Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten absolut verlassen und am Standard-Bremstest, also Vollbremsung aus Tempo 100 zum Stillstand und das Ganze zehn mal, war nichts auszusetzen. Nach 39,50 Metern kommt er dann zum Stehen, spurstabil und ohne Ermüdungserscheinungen.

Jetzt sind wir aber mal gespannt … Nach dem Dreh am Zündschlüssel erwacht der CrossPolo mit angenehm kernigen Sound zum Leben, erster Gang und Gas und das Triebwerk gibt sich akustisch alle Mühe, wirklich nach 100 kW zu klingen … aber wieso fährt er nicht? Oder besser gefragt nur so langsam?

Tja, der VWCrossPolo sieht zwar nach mindestens 100 kW aus, hat aber in unserem Fall nicht mal die Hälfte. Denn sein Herz ist ein 47 kW / 64 PS starker 1,2 Liter Dreizylinder mit einem maximalen Drehmoment von 112 Nm bei 3.000 Touren. Und davon darf man natürlich nicht zu viel erwarten. Bevor Sie jetzt aber enttäuscht wegklicken: es gibt den CrossPolo u.a. auch mit einem 105 PS starken Benziner und einem 100 PS starken TDI, und dann passen Optik und Leistung gut zusammen.

So mussten wir uns mit einer Beschleunigung von Null auf 100 in 16,5 Sekunden zufrieden geben, die Topspeed ist mit 157 km/h erreicht und vor allem in den oberen Gängen ist der Durchzug sehr bescheiden, 21,9 Sekunden vergingen, um im fünften Gang von 80 auf 120 km/h zu beschleunigen. Besser ist es in den unteren Gängen, und so kommt man mit dem kleinen CrossPolo vor allem in der Stadt gut mit.

Außerorts ist öfter mal der Griff zum Schalthebel gefragt. Und der ist auf sportlich kurzen Wegen exakt geführt. Er gleitet so schön durch die Kulisse, dass man den kleinen Holperer über die Leerlaufstellung glatt als störend empfindet.

Die kleine Motorisierung in Verbindung mit dem 5-Gang-Schaltgetriebe macht sich natürlich im Verbrauch wieder positiv bemerkbar. In der Stadt kommt man mit 7,9 Litern aus, außerorts sind es 5,3 Liter. Auf unserer Normstrecke haben wir 6,1 Liter verbraucht, kein Rekordwert aber doch auch nicht schlecht. Allerdings verlangt der Dreizylinder-Ottomotor nach bleifreiemSuperbenzin.

Serienmäßig verfügt der CrossPolo über Front- und Seiten-Airbags sowie Gurtstraffer vorne, gegen Aufpreis ist auch ein Kopfairbagsystem erhältlich, dass die Passagiere vorne und hinten schützt. Der Beifahrer-Airbag kann mit Hilfe des Zündschlüssels im Handschuhfach deaktiviert werden.

Für eine sichere Befestigung von Kindersitzen auf der Rückbank sorgen zwei ISOFIX-Halteösen, auf Wunsch gibt es auch einen integrierten Kindersitz. ESP gibt es für den „kleinen“ CrossPolo nur gegen Aufpreis.

Bei 15.275,- Euro geht der VW CrossPolo mit dem 1,2-Liter-3-Zylinder-Motor mit 47 kW los. Neben der normalen Grundausstattung gehören eine Reihe von „Cross-Spezial-Zutaten“ zum Auslieferungsstandard. Alupedale, Sportsitze vorne, Lederlenkrad und -Handbrems- sowie -Schalthebel, Alufelgen im 17 Zoll Format mit 215/40er Breitreifen, Dachreling und Außenspiegel in Silber, Kotflügelverbreiterungen und Schweller, Stoßfänger im speziellen Design, Nebelscheinwerfer usw.

Aus der Aufpreisliste wollen wir an dieser Stelle nur das Paket „Cool and Sound“ erwähnen, das für 860,- Euro die Klimaanlage „Climatic“ und eine Radio-CD-System mit 2 x 20 Watt und vier Lautsprechern enthält, oder für 1.145,- Euro die Klimaanlage „Climatronic“ und das Radio-CD-System.

Außerdem noch die el. beheiz- und verstellbaren Außenspiegel für 117,- Euro, ESP für 405,- Euro, Traktionskontrolle für 210,- Euro, die Kopfairbags für 440,- Euro, das Schiebedach für 820,- Euro und dieMetallic-Lackierung für 276,- Euro.

Mit den Versicherungseinstufungen TK 15, VK 14 und HPF 14 macht sich der CrossPolo bei den Unterhaltskosten klein, und auch das Inspektionsintervall ist mit 30.000 km oder alle zwei Jahre sehr günstig.

Stand: November 2006, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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