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Die neue dynamische Chevrolet Aveo-Generation

Chevrolet möchte mit dem neuen Aveo, der zweifelsohne mit seiner aggressiv-dynamischen Optik gefällt und auch polarisiert, für frischen Wind im stark umkämpften Kleinwagensegment sorgen. Die Verantwortlichen sind von ihrem komplett neu entwickelten Kleinwagen zumindest sehr überzeugt, das machten sie während der Präsentation mehr als deutlich klar. Doch ein selbstbewusster Auftritt allein reicht nicht aus, wir zeigen Ihnen auf, warum es die neue Aveo-Generation schwer haben wird, sich wirklich gegen die Mitbewerber behaupten zu können.

Der neue Aveo wird in Europa nicht nur als fünftürige Schrägheck-Variante sondern auch als Viertürer mit Stufenheck angeboten, die sich hier zu lande aber meist nur geringer Verkaufszahlen erfreut.

Mit seiner durchaus aggressiven Anmutung tritt der Kleinwagen optisch sehr selbstbewusst auf. Entgegen dem in diesem Segment gewohnten niedlichen Look geht die neue Generation einen völlig anderen Weg, der sich in jedem Fall sehen lassen kann.

Wenn einige Designmerkmale auf den ersten Blick auch etwas ungewohnt wirken, wie zum Beispiel der Verzicht auf eine Abdeckung an den freiliegenden Scheinwerfern, bei denen sich die Zeichner von Motorrad-Schweinwerfern inspirieren ließen. Die Doppelröhren sind in schwarzer Hochglanz-Optik gehalten und in Chrom eingefasst, das gilt auch für die Rückleuchten.

Bei der Unterbringung der hinteren Türgriffe hat man sich für die auch beim Spark verwendete „Tarnlösung“ entschieden und platzierte diese kaum sichtbar im oberen Rahmen der Fondtüren,diese Dreitürer-Optik unterstreicht den sportlichen Anspruch des neuen Aveo.

So ansehnlich und schick die äußere Hülle des neuen Chevrolet Aveo auch ist, die qualitativ etwas enttäuschende Hartplastiklandschaft am Armaturenbrett fällt absolut negativ ins Auge. Wenn auch der an sich schwungvolle Armaturenansatz gefallen kann, so ist dessen Umsetzung und Anmutung letztendlich einfach zu trist und minderwertig.

Bei diesem Vergleich muss sich Chevrolet nicht nur den deutschen Herstellern geschlagen geben, gerade die Importeure haben in der Vergangenheit diesbezüglich sehr angezogen und lassen den Aveo wahrlich „billig“ aussehen.

Diesen Eindruck verstärkt unserer Meinung nach auch die gewählte Instrumenteneinheit. Bereits aus dem Spark bekannt, erinnert sie aber auch hier nicht, wie eigentlich von den Machern gewollt, an ein Motorradinstrument, sondern viel eher an eine Spielekonsole.

Das schicke und hochwertige Drei-Speichen-Lenkrad kann das Ruder leider auch nicht mehr rumreißen, liegt dafür aber wunderbar in der Hand. Es stammt übrigens wie auch die übrigen Bedienelemente aus dem GM-Lager und ist uns daher bestens bekannt.

Ganz auf Augenhöhe mit seinen Mitbewerbern und sogar teils darüber liegt der Aveo in punkto Platzverhältnisse und Kofferraum. Nicht nur auf den vorderen Sitzen, die dem Kleinwagensegment entsprechen, nehmen große Passagiere bequem Platz, auch auf der Rückbank sitzen wir mit üppigem Beinraum sowie Kopffreiheit sehr angenehm.

Auch an den nötigen Ablagen mangelt es dem Kleinen nicht, ob es das unter dem Sitz verborgene Schubfach, das zweigeteilteHandschuhfach oder die anderen diversen Verstaumöglichkeiten sind.

Alles andere findet dann problemlos im 290 Liter großen Kofferraum seinen Platz. Dieser bietet nicht nur die Möglichkeit durch einfaches Umlegen der geteilt umklappbaren Fondlehnen auf bis zu 653 Liter (fensterhohe Beladung) erweiterbar zu sein, ein gut nutzbarer Einlegeboden ist zudem in verschiedenen Höhen justierbar und stellt bei mittlerer Position einen nahezu ebenen Ladeboden zur Verfügung. Die weit öffnende Heckklappe birgt nur an den seitlichen Ecken Anstoßgefahr.

Durchaus eine Frage des Geschmacks ist auch das Fahrwerk, das unserem leider nicht ganz entsprach. Im Alltag mag die Auslegung mit gutem Federungskomfort ausreichen, doch gerade wenn es etwas zügiger durch die Kurven geht, tritt das Fahrwerk und vor allen Dingen die elektrohydraulische Servolenkung recht schwammig auf, zu indirekt vermittelt sie kein all zu gutes Gefühl. Letzten Endes hat jedoch die elektronische Stabilitätskontrolle das Fahrzeug sicher im Griff.

Die Bremsanlage, wenn auch an der Hinterachse nur mit Trommelbremsen bestückt, arbeitet zusammen mit ABS, einem Notbremsassistenten und einer integrierten elektronischen Bremskraftverteilung. Die Dosierung sowie die Reaktionszeit entsprach dabei ganz dem erwarteten Klassenniveau.

Welcher Motor darf es für Sie sein? 1,2-, 1,4- oder doch ein 1,6-Liter-Benziner?
Die Aggregate erstrecken sich über ein Leistungsspektrum von 51 kW/70 PS bis 85 kW/115 PS. Wirklichen Fahrspaß garantiert leider keiner der angebotenen Motoren, selbst der stärkste im Bunde schwächelt im Durchzug undzeigt sich nur in der City ausreichend spritzig. Wer hier jedoch sein Haupteinsatzgebiet sucht und findet, ist dann wiederum auch mit dem kleinsten Ottomotor ausreichend bestückt.

In punkto Effizienz, verzichtet Chevrolet vorerst auf ein Stopp-Start-System und so kommt einzigst eine Schaltpunktempfehlung zum Einsatz. Das soll sich ändern, wenn der neue 1,3-Liter-Turbodiesel anrollt, doch der lässt noch auf sich warten.

Dennoch zeigen sich auch die derzeit angebotenen Benziner durchaus von ihrer genügsamen Seite. Zumindest was ein Blick in die Datenblätter verrät. Während unserer ersten Ausfahrt mit dem 63 kW / 86 PS starken 1,2-Liter-Vierzylinder sowie dem 1,6 Liter haben wir diese Werte leider nicht erreicht.

Doch sehen wir uns die beiden von uns gefahrenen Motoren mal etwas genauer an. Mit einem angegeben Normverbrauch von 5,5 Litern und einem CO2-Ausstoß von lediglich 123 g/km stellt der stärkere 1,2 Liter nicht nur die effizienteste Motorisierung dar, sondern wird voraussichtlich auch die Rolle des Volumenmodells einnehmen.

Mit 86 Pferdestärken und einem maximalen Drehmoment von 115 Nm das erst bei 4.000 U/min voll bereit steht, sind selbstverständlich keine Spitzenwerte zu erwarten, und so wirkt das Aggregat auch etwas müde und schwach. 13,4 Sekunden vergehen für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h, die Topspeed ist bei Tempo 171 erreicht.

Steht ein Überholmanöver an oder gar eine Bergpassage, so ist in jedem Fall die Hand am Schaltknüppel gefragt. Allerdings tritt der Motor dann bei den sehr hohen Drehzahlen auch akustisch laut hervor.

Der1,6-Liter-Ottomotor mit 115 PS und einem maximalen Drehmoment von 155 Nm reist hier leider auch nicht viel mehr raus, schafft aber den Spurt in 11,3 Sekunden, vorausgesetzt der Motor ist an das Schaltgetriebe gekoppelt. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 189 km/h durchaus ausreichend. Bleibt die Frage, ob das den Mehrverbrauch von über einem Liter auf 100 Kilometer wert ist? Die CO2-Emissionen liegen hier bei 156 g pro Kilometer.

Das optional erhältliche Sechsgang-Automatikgetriebe (außerdem mit dem 1,4 kombinierbar) nimmt dem Motor nicht nur zusätzlichen Elan, sondern treibt den Verbrauch auch um rund einen Liter nach oben.

Ohnehin ist die Automatik nicht all zu empfehlenswert. Trotz der sechs Schaltstufen fühlt sie sich eher an wie eine unharmonische Vierstufen-Automatik. Gerade bei flotterer Gangart hat das Getriebe Probleme den richtigen Gang zu finden. Der manuelle Modus lies uns dagegen überraschend freie Hand und griff nicht elektronisch ein. Allerdings ist die am Ganghebel angebrachte Bedientaste für die Schaltvorgänge etwas ungewöhnlich platziert.

Die Sicherheitsausstattung des neuen Chevrolet Aveo gestaltet sich grundsolide und wartet neben der Karosserie-Rahmen-Integralstruktur (BFI-Struktur) u. a. mit den bereits erwähnten elektronischen Regelsystemen, Frontairbags, Kopf- sowie Thorax-Airbags inklusive Dreipunkt-Sicherheitsgurten auf allen Plätzen und Gurtstraffer für die vorderen Sitze auf. ISOFIX-Befestigungen für die kleinen Passagiere finden wir dagegen wie gewohnt im Fond. Zunächst vermittelt der Einstiegspreis von 11.990,- Euro das Gefühl, für denAveo LS 1.2 ein durchaus attraktives Angebot zu sein. Doch ein nächster Blick verrät, wer auf Ausstattung und Leistung nicht verzichten möchte, muss erheblich tiefer in die Tasche greifen.

Zwar liegt uns derzeitig noch keine vollständige Preisliste vor, doch nach Aussagen der Verantwortlichen bei Chevrolet, auf die wir uns an dieser Stelle berufen möchten, beinhaltet die Basisversion LS neben dem Sicherheitspaket eine CD-Audioanlage, elektrische Fensterheber vorn, ein höhen- und längsverstellbares Lenkrad und recht ungewöhnlich für diese Klasse, einen Tempomat.

Das nächst höhere Ausstattungsniveau LT schlägt dann schon mit 14.690,- Euro zu Buche und ist ausschließlich mit der 12 PS stärkeren Variante erhältlich. Die dann darin enthaltene Klimaanlage und Bluetooth-Freisprecheinrichtung ist ebenso in der Linie LT+ enthalten, die für den 1.4er vorgesehen ist und je nach Getriebe 15.690,- oder 17.090,- Euro verlangt. Außerdem bringt diese Version einen USB-Anschluss, ein Multifunktionslenkrad, elektrische Fensterheber hinten sowie elektrisch einstellbare Außenspiegel und eine Armlehne für den Fahrer mit sich.

Die Top-Ausstattung LTZ (nur in Verbindung mit dem 1.6 Benziner) startet ab 17.290,- Euro, beinhaltet dann 16-Zoll-Alufelgen, ein Lederlenkrad, Sitzheizung, Nebelscheinwerfer, Parksensoren sowie eine Lichtautomatik und stellt in Verbindung mit dem sechsstufigen Automatikgetriebe und dem Schiebedach mit 19.290,- Euro die Preisspitze dar. Die vorläufige Preisliste führt dann nur noch die Metallic-Lackierung für 390,- Euro als mögliche Option auf.

Wann genauer offizieller Verkaufsstart ist, können wir Ihnen an dieser Stelle leider auch nicht sagen und müssen uns auch hier auf Chevrolet berufen, die sich allerdings mit „Sommer 2011“ doch recht vage geäußert haben.

Stand: Juni 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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