// / Die gelungene Neuauflage des Hyundai i10.

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Die gelungene Neuauflage des Hyundai i10.

Wie die Zulassungszahlen aufzeigen, hat das „Auslaufmodell“ des i10 bis zuletzt unglaubliche und überraschende Erfolgszahlen eingefahren. Wir sind uns sicher, der neue Hyundai i10 wird nahtlos daran anknüpfen können. Denn dieser hat nochmals einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht und lässt den Vorgänger regelrecht alt aussehen. Der kleinste Hyundai weist nicht nur eine modernere und gefälligere Optik auf, einzelne Ausstattungsdetails sowie das sehr ausgewogene Fahrwerk sucht man im A-Segment meist vergeblich. Wenn Hyundai die Basis mit 9.950,- Euro auch recht attraktiv positioniert, so zeigt ein genauer Blick auf, dass diese Variante durch fehlen einer Klimaanlage sowie einem Radio, an sich nur für den gewerblichen Kunden, wie beispielsweise den mobilen Pflegedienst, interessant ist. Dieses Manko sollte den ansonsten sehr positiven Eindruck jedoch nicht entscheidend trüben.

In Bezug auf die Außenmaße, hat die neue Generation sowohl in der Länge (+ 80 Millimeter als auch in der Breite (+ 60 Millimeter) zugelegt. Nur in der Höhe hat der i10 nun um 40 Millimeter abgenommen – was dem Kleinen einen wesentlich satteren Stand verleiht.

Doch nicht nur hier hat der i10 deutlich gewonnen. Nun folgt auch der kleinste im Bunde der markentypischen Designsprache „Fluidic Sculpture“, was dem Fahrzeug einen spürbar erwachseneren und schnittigeren Auftritt verleiht.

Wenn auch weit unten platziert, stellt der Hexagonal-Kühlergrill das zentrale Element dar und ist u.a. umgeben von einer schmalen Kühlluftöffnung, die das Hyundai Logo aufnimmt sowie die beiden schnittig geformtenScheinwerfer verbindet. Im Stoßfänger sind zudem das markante LED-Tagfahrlicht (je nach Ausstattung) und die Nebelscheinwerfer integriert.

Ein wahrer Quantensprung ist den Designern aber gerade am Heck gelungen, breiter dastehend und in sich stimmiger, setzten sich vor allem die neu gezeichneten Rückleuchten gelungen in Szene. Nicht mehr so kantig und vertikal verlaufend, konnte der alte Charme vollständig abgeschüttelt werden.

Die seitlich im wuchtigen Stoßfänger angebrachten Nebelschlussleuchten nehmen wiederum die Form der Frontpartie auf.

Die vier weit öffnenden Türen geben den Weg frei ins Innere. Je nach Ausstattungs- und Farbwahl empfangen uns hier peppig abgesetzte Dekorelemente und zweifarbige Sitze in Orange, Rot, Blau oder Beige. Während beispielsweise ein VW up! ausschließlich in Form von unverkleideten Blechteilen Farbe bekennt, überzeugt der Hyundai i10 mit deutlich mehr Anmut. Und trotz verbauter Hartplastikteile, kommt keineswegs Billigcharakter auf.

Das Cockpit mit zweifarbigem Armaturenbrett und den übersichtlich angeordneten Bedienelementen wirkt aufgeräumt und hält zahlreiche Ablagemöglichkeiten bereit. Somit lassen sich Kleinigkeiten sowohl im verschließbaren Handschuhfach, wie auch den einzelnen Fächern in der Mittelkonsole oder den Türen verstauen. Die vorderen Türen nehmen zudem Flaschen mit einer Größe bis zu einem Liter auf, während in den Fondtüren immerhin noch 0,6 Liter große Flaschen Platz finden.

Die beiden höheren Ausstattungen sind mit einem höhenverstellbaren Fahrersitz versehen. Für welche Ausstattung Sie sich schlussendlich auch entscheiden, das Lenkrad bleibt leider stets nurin der Höhe justierbar. Je nach Ausstattung sind aber erfreulicherweise auch die Gurte höhenverstellbar – eine Annehmlichkeit, die in diesem Segment leider meist nicht gegeben ist. Ebenso der durchaus gute Seitenhalt, der das angenehm straff gepolsterte Gestühl abrundet.

Das gute Platzangebot beherbergt wenn nötig bis zu fünf Personen. Mit einer Körpergröße von 1,80 Meter nehmen wir dabei auch im Fond problemlos und komfortabel Platz.

Der von 225 auf nun 252 Liter angewachsene Kofferraum birgt leider weiterhin eine hohe Ladekante sowie eine darauf folgende tiefe Stufe. Beim Umklappen der Sitze entsteht eine weitere Stufe. Durch nach vorn Klappen der Sitzfläche und Umlegen der Lehne vergrößert sich das Stauvolumen auf maximal 1.046 Liter. Womit die zweite Generation auch in diesem Punkt ein Wachstum verzeichnen kann. Die Gepäckraumklappe öffnet mittels versteckten Griff im Markenlogo angenehm weit.

Zwar auf dem bewährten Konzept aufbauend, haben die Ingenieure das Fahrwerk jedoch grundlegend verbessert. Daraus resultiert ein für das Fahrzeugsegment sehr vorbildliches Fahrwerk, sowohl was die Agilität als auch den Komfort angeht überrascht der kleine i10.

So meistert der Kleinstwagen nicht nur holprige Pisten mühelos und bandscheibenschonend, auch die flotte Kurvenhatz liegt dem Hyundai. Das gutmütig untersteuernde Fahrzeug bleibt dank elektronischer Stabilitätskontrolle ESC und dem fahrdynamischen Stabilitätsmanagement VSM sicher auf Kurs, Unruhe kommt hier so schnell nicht auf.
Die angenehm präzise Servolenkung ermöglicht zudem ein direktes Ansprechverhalten, da gibt es nichts zu meckern.

Die Bremsanlage inklusiveelektronisch geregeltem 4-Kanal-Antiblockiersystem mit elektronischer Bremskraftverteilung hinterlies bei unserer ersten Ausfahrt einen ebenfalls zuverlässigen Eindruck.

Während das Fahrwerk einen sehr sportlichen Ritt erlaubt, können die beiden zur Verfügung stehenden Motoren dieser Wahrnehmung leider nicht standhalten.

Ob wir nun im 1,0-Liter-Dreizylinder mit 67 PS oder dem 87 PS „starken“ 1,2-Liter-Vierzylinder sitzen, beide Motoren müssen weit hochgedreht werden, um ein halbwegs spritziges Gefühl aufkommen zu lassen.

Wer sich jedoch für ein Fahrzeug im A-Segment entscheidet, setzt nicht unbedingt auf Leistung und so rechnen die Koreaner mit einem Gesamtanteil von über 75 %, die rein auf den neuen Dreizylinder entfallen.

Die Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h reicht auch aus, um auf der Autobahn mitzuschwimmen, mehr darf man aber natürlich nicht erwarten. Auch wenn der Vierzylinder Tempo 175 erreicht, so ist auch diese Motorisierung eher für die Fahrt durch die Stadt oder für Landstraßenpassagen ausgelegt.

In Verbindung mit dem ausreichend präzisen Fünfganggetriebe und dem maximalen Drehmoment von 95,2 Newtonmetern beschleunigt der Wagen in 14,9 Sekunden von Null auf Tempo 100. Das 1.2 Liter Aggregat schafft den Spurt dank 64 kW immerhin in 12,3 Sekunden.

Gefordert wirken jedoch beide Motoren akustisch etwas gequält, nichts desto trotz kann man ihnen im Alltag eine angenehme Laufkultur bescheinigen. Wenn schon keine sportlichen Fahrleistungen herauszukitzeln sind, dann sollte der Motor wenigstens Verbrauchsseitig punkten können.

Und mit folgenden Angaben gelingt dies dem kleinen Koreaner auch. So gönnt sichder 1.0 im Schnitt 4,7 Liter und stößt 108 g/km CO2 aus. Der 1.2 bringt es unter gleichen Bedingungen auf 4,9 Liter und 114 g/km CO2-Emissionen.

In der Ausstattungsvariante Trend ist der kleine Einlitermotor auch als blue-Version erhältlich. Ausgerüstet mit Start-/Stop-Automatik, sinkt der Gesamtverbrauch um 0,1 Liter im Mix oder 0,4 Liter innerorts.

Doch das „Sparen“ können Sie sich sparen. Denn nicht nur, dass trotz optimaler Bedingungen das System seinen Dienst verweigerte, selbst wenn das System funktioniert und oft eingesetzt wird, so müssten Sie sehr, sehr lange fahren, um den Aufpreis wieder hereinzufahren.

Alternativ zum Handschalter stellen die Koreaner dem kleinen Sprössling für 1.000,- Euro eine Viergang-Wandlerautomatik zur Seite. Während wir auf einen Fahreindruck vorerst verzichten mussten, lassen bereits die Fahr- und Verbrauchswerte darauf schließen, dass diese Kombination deutlich das Nachsehen hat.

Den Kleinsten im Segment lastet meist der Eindruck an, nicht ausreichend sicher zu sein. Das dies nicht der Fall sein muss, zeigt Hyundai nicht nur im Crashtest auf, auch betreffend dem serienmäßigen Sicherheitspaket kann der i10 mit Features aufwarten, die im Segment alles andere als selbstverständlich sind.

So zählen Frontairbags, Seitenairbags vorn und Vorhangairbags vorne und hinten sowie höhenverstellbare Kopfstützen auf allen Sitzplätzen und ein Reifendruckkontrollsystem zum Lieferumfang.

Und das bereits in der Einstiegvariante für 9.950,- Euro. Doch wie bereits Eingangs erwähnt, gestaltet sich die Basisversion für den Privatkunden nicht all zu attraktiv. Da sowohl das Radio wie auch dieKlimaanlage für diese Variante nicht erhältlich sondern erst in der tausend Euro teureren Classic-Version enthalten sind. Das Audiosystem umfasst dann jedoch auch einen CD-Player sowie AUX- und USB-Anschluss.

Im Gegensatz zum Dreizylinder, der mit allen Ausstattungsvarianten erhältlich ist, kann der Vierzylinder ausschließlich mit der nächst höheren Trend-Variante oder dem Topniveau Style kombiniert werden. Mit 12.120,- bzw. 12.980,- Euro verlangt die größere Motorisierung dem Kunden zudem nochmals 500,- Euro mehr ab, als es beim 1.0 der Fall ist.

Während der Trend mit Ausstattungsdetails wie den elektrisch einstell- und beheizbaren Rückspiegeln, der Zentralverriegelung inklusive Fernbedienung, elektrischen Fensterhebern rundum und sogar einer Lenkrad- und Sitzheizung aufwarten kann, stellt das Niveau Style, wie der Name bereits erahnen lässt, den Hingucker im Sortiment dar.

Die optischen Extras LED-Tagfahrlicht, die Blinkleuchten in den Außenspiegeln, Nebelscheinwerfer und Abbiegelicht sowie die Leichtmetallfelgen sind aber nicht die einzigsten Annehmlichkeiten, die der Style zu bieten hat. Eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, die Radiofernbedienung über Lenkradtasten und die Berganfahrhilfe HAC sind hier ebenfalls an Bord.

Außerdem sind die meisten Extras auch nur in der Topversion dazu bestellbar, ob als Einzeloptionen oder in Paketen zusammengefasst. So enthält das Funktions-Paket für 420,- Euro eine Geschwindigkeitsregelanlage inklusive Speedlimiter sowie Rückfahrwarnsystem und das 1.090,- Euro teure Premium-Paket fährt nicht nur mit 15-Zoll-Leichtmetallfelgen und verchromten Türgriffen sondern einer Klimaautomatik,dem Smart-Key-System inklusive Start-/Stop-Knopf und den Sitzen im Stoff-/Leder-Mix auf.

Die 5 Jahre Fahrzeuggarantie ohne Kilometerbegrenzung gewährt Hyundai allen Fahrzeugen, Motoren sowie Ausstattungen.

Stand: November 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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