// Fahrbericht / Der Seat Mii auf dem Weg die Stadt zu erobern.

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Der Seat Mii auf dem Weg die Stadt zu erobern.

Während der VW up! hierzulande einen guten Vorsprung hatte und bereits seit Ende des Jahres beim Händler steht, zieht erst dieser Tage der Seat Mii nach und im Juni folgt der Skoda Citigo. Dieses Trio ist Teil des Projekts „New Small Family“ des Volkswagen Konzerns und teilt sich eine Plattform, nutzt zahlreiche weitere Synergieeffekte und unterscheidet sich im Großen und Ganzen einzig im Design. Das spanische Pendant Mii tritt dabei zugleich die Nachfolge des Seat Arosa an, wird aber im Gegensatz dazu ab Herbst auch als Fünftürer erhältlich sein.

Die Verwandtschaft zu den Modellen von Volkswagen und Skoda ist zwar deutlich zu erkennen, aber dennoch unterscheidet sich der Mii optisch und schlägt klar die spanische Linie ein. Welche Variante nun besser gefällt, liegt ganz im Auge des Betrachters.

Fest steht, Seat verzichtet im Gegensatz zu den anderen hauseigenen Modellen wie dem Ibiza auf das ganz große emotionale Design, spiegelt aber dennoch die gewisse Marken-DNA wieder. So kennzeichnet der Kühlergrill im typischen „Arrow Design“ die eigenständige Front. Auch in der Fenstergrafik und der Heckansicht geht der Mii andere Wege und präsentiert sich im Vergleich zum up! tatsächlich wesentlich nüchterner und klarer.

Der Innenraum ist dagegen bei allen drei Cityflitzern sehr reduziert gehalten, so kann sich auch der up! qualitativ nicht von dem Mii abheben. Entsprechend dem erwarteten Fahrzeugniveau blitztHartplastik sowie das farbige Blech der äußeren Hülle hervor. Je nach Ausstattung und Geschmack sorgen farbige Dekors für den gewissen Pepp.

Einfache Bedienbarkeit prägt das Cockpit, die wenigen Schalterelemente liegen in guter Reichweite und sind angenehm weit oben platziert.

In jedem Fall seinen Aufpreis von 350,- Euro wert und echt zu empfehlen ist das Seat Portable System. Diese Infotainment-Lösung mit abnehmbaren 5-Zoll-Bildschirm, mittig platziert auf dem Armaturenbrett, fungiert nicht nur als Navigationssystem das auch außerhalb des Fahrzeuges nutzbar ist, sondern beinhaltet zudem die Funktionen Bordcomputer und Telefon-Freisprechanlage inklusive Sprachbedienung. Kombinierbar mit der integrierten Radioanlage kann zudem mittels SD-Kartenleser die eigene MP3-Musiksammlung abgespielt werden.

Das Gestühl in Form der Vordersitze kommt mit integrierten Kopfstützen für einen Kleinwagen zunächst ungewöhnlich daher, bietet aber eine gute Auflagefläche und ausreichend Halt. Uns persönlich fiel es jedoch schwer, die optimale Sitzposition zu finden, da das Lenkrad leider nur in der Höhe und nicht auch in der Weite verstellbar ist.

Während die Basisversion sich mit einem offenen Handschuhfach begnügen muss, verfügen die übrigen Ausstattungen über eine geschlossen Variante. Die Getränkehalter in den Vordertüren nehmen Flaschen bis zu einem Liter auf, weitere Cupholder finden wir zudem in der Mittelkonsole und auf den hinteren Plätzen. Diese erreichen wir in erwarteterDreitürer-Manier mit etwas beengtem Einstieg, auch wenn sich die Türen weit öffnen lassen.

Doch wer nicht das Seat Pack (für die Basisversion nicht verfügbar!) ordert, wird sich daran stören, dass der Sitz nicht nur umständlich nach vorn geklappt werden muss, sondern sich zudem auch nicht die ursprüngliche Stellung merkt. Neben der praktischen Easy-Entry-Funktion birgt das Paket zudem auch den Vorteil des höhenverstellbaren Fahrersitzes und einer im Verhältnis 60:40 geteilt umklappbaren Rückbank.

Dort Platz genommen, sitzen wir auf einer spürbar erhöhten Sitzbank recht angenehm,
auch wenn die Beinfreiheit bei einer Körpergröße von 1,80 Meter hinter gleich großem Fahrer nahezu ausgeschöpft ist, der Kopfraum hingegen bietet noch ausreichend Luft.

Wenn nicht als Sitzmöglichkeit genutzt, kann durch Umlegen der Rücksitzlehnen das Ladevolumen von 251 auf bis zu 951 Liter vergrößert werden. Der variable Laderaumboden ermöglicht dabei eine ebene Ladefläche und verringert die ansonsten recht hohe Schwelle, die hohe Ladekante bleibt jedoch in jedem Fall bestehen.

Dass der Mii für den Einsatz in der Stadt und nicht für Langstreckenetappen konzipiert wurde sollte klar sein, dennoch muss man sich davor nicht fürchten. Im Rahmen der Fahrveranstaltung in Deutschlands Metropole Nummer 1 „Berlin“ wurde der Seat-Sprössling seiner Rolle als Cityflitzer in jedem Fall absolut gerecht. Agil, spritzig und munter geht der Kleine hier ans Werk, nur die groben Straßenschädendringen spürbar ins Innere.

Noch eine Spur sportlicher und ganz nach unserem Geschmack sind wir mit dem aufpreispflichtigen Sportpaket unterwegs. Das Handling ist gerade in Verbindung mit der sehr angenehm leichtgängigen und direkten Lenkung absolut mühelos. Wie der Mii sich jedoch ohne die Servolenkung im Basismodell manövrieren lässt, konnten wir leider nicht erfahren. Doch rein aus dem Gefühl heraus, sollten Sie auf diese Annehmlichkeit nicht verzichten.

Mit der Servolenkung und einer Außenlänge von gerade mal 3,56 Meter stellt dann auch die kleinste Lücke kein großes Hindernis dar. Mit lediglich 9,8 Metern Wendekreis ist es mit der Handlichkeit in jedem Fall gut bestellt. Die schmal gehaltenen Dachsäulen und sehr kurzen Fahrzeugüberhänge ermöglichen eine problemlose Rundumsicht.

Die „New small Familiy“-Modelle teilen sich auch die neu entwickelten Dreizylinder-Ottomotoren, die in den Leistungsstufen 44 und 55 kW erhältlich sind. Das Aggregat bringt gerade mal 69 Kilogramm auf die Waage und schöpft seine Kraft aus 999 cm3 Hubraum.

Bereits der Motor mit 60 PS bei 5.500 U/min und 95 Nm maximalem Drehmoment garantiert quirligen Vortrieb, stets untermalt von einem kernig-süßen Dreizylinder-Sound. Die 15 Mehr-PS lassen den Mii zwar in 13,2 statt 14,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen und erreichen eine um 11 Stundenkilometer höhere Spitzengeschwindigkeit als die 160 km/h des kleineren Aggregats, reißen aber nicht wirklich mehr raus.

DerDurchschnittsverbrauch differiert dementsprechend laut Herstellerangaben mit 4,5 zu 4,7 Liter beziehungsweise 105 im Gegensatz zu 108 Gramm CO2 Ausstoß auf 100 Kilometer.

Die Ecomotive-Varianten mit abgesenkter Standhöhe, rRollwiderstandsreduzierten Reifen, Bremskraftrückgewinnung (Rekuperation) sowie einem Start-Stopp-System reduzieren den Verbrauch um weitere 0,4 bis 0,5 Liter. Außerdem unterschreiten die Spritsparmodelle mit 97 / 99 g CO2 die 100g-Grenze. Noch im Laufe dieses Jahres wird eine CNG-Erdgas-Variante folgen.

Stets an ein leichtgängig und exakt geführtes Fünfgang-Schaltgetriebe gekoppelt, lässt sich der Mii auch problemlos niedertourig fahren, die Schaltempfehlung unterstütz zudem diese Fahrweise. Alternativ hierzu findet der Käufer ein automatisiertes Schaltgetriebe im Angebot.

Auf technische Innovationen die in Fahrzeugen des Premiumsegments zum guten Ton gehören und mittlerweile auch in der Kompaktklasse Einzug hielten, muss der Mii zwar verzichten, aber dennoch lassen es sich die Spanier nicht nehmen, den Arosa-Nachfolger optional mit dem City Safety Assist auszustatten.

Dieses Lasersensor gesteuerte System arbeitet zwischen 5 und 30 Stundenkilometern. Droht ein Zusammenstoß, warnt der Assist den Fahrer nicht nur akustisch und füllt die Bremsanlage vor, sondern leitet bei mangelnder Reaktion des Fahrers eine Vollbremsung ein.

Ist ein Crash trotz dieses Assistenten oder dem serienmäßigen ESP inklusive ABS und elektronischer Bremskraftverteilungnicht mehr zu verhindern, schützen Front- und Kopf-Thorax-Seitenairbags die Insassen. Isofix-Verankerungen und Top-Tether-Befestigungen für Kindersitze gehören ebenfalls zum Sicherheitspaket.

Der Seat Mii sowie der Skoda Citigo starten zu einem Einstiegspreis von 8.890,- Euro – womit beide Ableger die Wolfsburger Basis um tausend Euro unterbieten. Allerdings geht diese Preisersparnis mit dem Verzicht einer Servolenkung einher.

Womit sich für uns die Basisvariante ehrlich gesagt etwas disqualifiziert hat. Außerdem ist eine Gepäckraumabdeckung sowie eine Radio-Vorrichtung mit zwei Lautsprechern und Dachantenne ohnehin erst in der nächsthöheren Variante Reference ab einem Preis von 9.100,- Euro enthalten.

Elektrische Fensterheber, eine Zentralverriegelung sowie in Wagenfarbe lackierte Außenspiegel und Türgriffe sind je nach Motorisierung zwischen 9.975,- und 10.975,- Euro im Topniveau Style inbegriffen.

Die Style Packs Chic und Sport sorgen gegen weiteren Aufpreis für zusätzliche Individualität.
Spezielle Farben und Dekore für das Interieur, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, 14- oder 15-Zoll-Leichtmetallräder sowie ein Lederlenkrad zeichnen beide Pakete aus, die Version Chic beinhaltet zudem ein CD-Radio mit sechs Lautsprechern. Die Variante Sport steht mit dunkel getönten Scheiben und Nebelscheinwerfern nicht nur dynamischer da, sondern verfügt auch über eine 15 Millimeter tiefere und sportlichere Fahrwerksabstimmung.

Neben diesen sogenanntenStyle Packs stellen die Spanier dem Mii außerdem diverse Sonderausstattungen wie beispielsweise eine Klimaanlage, das Panoramaglasdach oder das bereits erwähnte und empfehlenswerte Navigationssystem zur Seite.

Stand: Mai 2012; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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