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Land Rover

Der neue Freelander nun auch mit Frontantrieb

Auch ohne Allrad noch ein echter Land Rover?Frontangetriebene SUV erfreuen sich immer mehr größter Beliebtheit und so erschien es Land Rover eine logische Konsequenz zu sein, ihren Bestseller auch mit reinem Zweiradantrieb anzubieten. Doch ist ein Land Rover ohne Allrad noch ein waschechter Land Rover? Wir sind dieser Frage nachgegangen und haben den für das Modelljahr 2011 aufgefrischten Freelander sowie die neue Einstiegsvariante eD4 2WD unter die Lupe genommen.

Das Kern-Design bleibt, doch kleine Retuschen sorgen für den frischen Look. Sogar das Land Rover-Emblem legt sozusagen den „Gold“-Staub ab und zeigt sich nun in der Kombination Grün und Silber.
Der neu gestalte Kühlergrill verfügt je nach Motorisierung über einen hellen oder dunklen Gittereinsatz. Über die neuen Leuchteinheiten vorn wie hinten, wie auch über eine modifizierte Stoßfängereinheit mit neuen Nebelscheinwerfereinfassungen verfügen wiederum alle Freelander. Nicht unbedingt zu erkennen, dennoch verändert sind die nun vergrößerten Seitenfenster.

Der Heckklappengriff und die übrigen Türgriffe sowie die Außenspiegel sind im neuen Modelljahr in Wagenfarbe lackiert und vermitteln somit mehr Wertigkeit. Dies gilt auch für den unteren Fahrzeugverlauf, der wenn gewünscht ebenfalls in Wagenfarbe gehalten ist, in den Varianten Freelander i6 und SD4 ist dies bereits von Haus aus so.

Schicke 18- sowie19-Zoll-Leichtmetallräder im frischen Design wie auch die neuen Lacktöne „Kosrae Green“, „Baltic Blue“ und „Fuji White“ sorgen für den letzten Schliff und den gewissen Chick.

Auf größere Veränderungen hat man auch im Innenraum verzichtet und sorgt stattdessen mit zahlreichen neuen Designs und Stoffen für frischen Wind. Vor allem der Schaltknauf fügt sich nun eleganter und bei weitem nicht mehr so groß dimensioniert besser ins Bild ein und die gut einsehbare Instrumenteneinheit bekam einen Feinschliff verpasst. So präsentiert sich die Armatureneinheit weiterhin klar strukturiert, wunderbar übersichtlich und dank groß ausgeführter Tasten angenehm und intuitiv in der Bedienung.

Das sehr komfortbetonte Gestühl ist nun je nach Wahl mit feinstem Stoff bezogen, in weiches Leder oder aber in eine Leder-Alcantara-Kombination gehüllt. Hinter „Ebony“, „Tan“ und „Ivory“ verbergen sich die neuen Innenraumfarben, sowie die darauf abgestimmten Kunstleder-Türverkleidungen und Abdeckungen mit Kontrastnähten. Hinzu kommen vier neue Armaturenbrettdekore „Element Silver“, „Element Black“, „Dark Chestnut“ sowie das von uns fotografierte „Piano Black“ mit schickem Klavierlack.

Die großzügigen Platzverhältnisse sowie die höher angeordnete zweite Sitzreihe, von Land Rover „Command View“ genannt, bleiben unverändert bestehen, wie auch die zahlreich vorhandenen Ablagemöglichkeiten und der 755 Liter große, üppige Kofferraum.

Und dasGepäckabteil lässt sich ohne große Mühe, durch Umlegen der asymmetrisch geteilten Fondsitze, auf bis zu 1.670 Liter erweitern. Die entstehende ebene Ladefläche weist zudem einen Ladeboden auf, der beidseitig nutzbar mit einer Wasser abweisenden Oberfläche dienen kann.

Bereits eingangs haben wir uns die Frage gestellt, ob ein Land Rover ohne Allradantrieb noch ein echter Land Rover ist. Der Hersteller selbst rechnet zunächst mit rund zehn Prozent Anteil und allein aus Kostengesichtspunkten wird sich wahrscheinlich kein Kunde für den 2WD entscheiden, denn mit 1.700,- Euro Preisunterschied hält sich dieser noch in Grenzen. Ob der Fronttriebler in punkto Verbrauch und Emission mehr rausreisen kann? Dazu später mehr.

Fahrtechnisch machte die vorderradangetriebene Version im direkten Vergleich auf jeden Fall eine überraschend gute Figur und meisterte dank gebotener Bodenfreiheit und der richtigen Bereifung den Winterparcours ebenfalls sehr souverän. Im richtig verschneiten Gelände reichte es aus, vorne einfach zwei Schneeketten aufzuziehen und schon ging es tapfer weiter. Es ist eben doch ein Land Rover und so steht die neue 2WD-Variante dem Allrad in fast nichts nach. Fast, denn auf das tolle und vorbildliche „Terrain Response“-System, bei dem wir mittels Drehregler über verschiedene Gelände-Konfigurationen verfügen können, müssen wir hier leider verzichten.

Tja und zurück auf der asphaltierten Piste ist der Unterschiedohnehin nur minimal, da auch die Vierrad-Variante im normalen Fahrbetrieb die Kraft zu 95 % an die Vorderräder leitet. Verliert der Asphalt seinen guten Grip, tauchen Split oder gar Nässe auf, und erst Recht wenn Schnee die Straße bedeckt, wird natürlich der Vorteil der vier angetriebene Räder spürbar.

Ausgewogener Komfort gepaart mit leichtgängigem, exakten Handling … hiermit entspricht Land Rover ganz dem Kundenanspruch. Ob stark wintergeschädigte Fahrbahnen oder enge schnelle Kurven, der Freelander meistert jede Situation bravourös. In letzterem Fall sorgt die Wankneigungskontrolle RSC für die gewisse innere Ruhe.

Ob mit oder ohne Allrad, mit einer gebremsten Anhängelast von gut zwei Tonnen zieht der kleine SUV so einiges weg und zeigte sich auch in punkto Bremsen sehr verlässlich.

Auf Seiten der Motoren hat Land Rover im Freelander 2011 ebenfalls Neues zu bieten, so zum Beispiel die nun frontangetriebene Einstiegsvariante Freelander eD4.

Der 2,2-Liter-Turbodiesel mit 110 kW (150 PS) verfügt über ein üppiges Drehmoment von 420 Nm, damit schafft der kleinste Sprössling den Sprint von 0 auf 100 km/h in 11,7 Sekunden und spurtet weiter bis Tempo 181.

Wer die verbesserte Stopp-Start-Automatik nutzt und seinen Gasfuß im Zaum hält, kommt mit dem eD4 durchaus mit rund sechs Litern auf 100 Kilometer aus und erreicht einen CO2-Ausstoß von 158 g/km.
Mit gleicher Leistung, allerdings vierradangetrieben, zählt auch derTD4 zu den Neuheiten und gönnt sich lediglich 0,2 Liter mehr Diesel im Schnitt. Dieses Aggregat löst den bisher verfügbaren 152 PS-Diesel ab, außerdem ist eine Leistungsstufe 140 kW, was 190 PS entspricht, erhältlich.

Beiden Varianten können nicht nur mit einem um 20 Nm auf 420 Nm gestiegenen Drehmoment aufwarten, sondern verfügen auch über einen neuen Turbolader mit variabler Geometrie. Das damit verbundene Turboloch besteht jedoch weiterhin, wenn auch nur gering.

Während der TD4 die gleichen Beschleunigungswerte wie der eD4 vorweist, hat die 190 PS befeuerte Dieselversion SD4 mit 190 km/h Topspeed sowie 9,5 Sekunden für den Spurt von Null auf Tempo 100 die Nase ein wenig vorn.

Modifiziert und neu abgestimmt, bieten beide Allradversionen nicht nur eine gesteigerte Leistung, sondern überzeugen dabei mit reduziertem Verbrauch sowie verringerten Emissionen und der Erfüllung der Euro-5-Abgasnorm, was in Zahlen ausgedrückt heißt: 165 g/km beim Handschalter sowie 185 g/km kombiniert mit der Automatik, die sich bei ziviler Fahrt mit 7,0 Liter begnügt.

Während der Kunde beim TD4 die Wahl zwischen Automatik- und Sechsgang-Handschalter hat, ist der Einsteiger eD4 ausschließlich mit dem manuellen Schaltgetriebe bestückt und der SD4 nur mit der sechsstufigen Automatik erhältlich.

Letzteres gilt auch für den alternativ zu den neuen Dieselaggregaten zur Verfügung stehenden, modifizierten 3,2-Liter-Reihensechszylinder.

Wennauch optisch geliftet so blieb die extrem steife Monocoque-Karosserie samt eingebauter Sicherheitszelle und exakt definierten Knautschzonen unangetastet und schützt die Insassen wenn nötig mit Fahrer-, Beifahrer- sowie Seitenairbags und Windowbags, ja sogar serienmäßigem Knieairbag für den Fahrer. Dreipunkt-Sicherheitsgurte inkl. Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer sind wie auch zahlreiche elektronische Helferlein ebenfalls mit an Bord.

Der Freelander eD4 E startet bei 28.200,- Euro, allerdings mit einer sehr kargen Serienausstattung. Für rund dreitausend Euro mehr steigen wir in die – mit einer 2-Stufen-Klimaautomatik, einem Tempomat, einer Audiofernbedienung am Lenkrad, einem Alpine-Audiosystem, elektrisch einklappbaren Außenspiegel und einem Sichtpaket inkl. Regensensor – wesentlich besser ausgestattete S-Line ein. Zudem können wir hier über eine deutlich umfassendere Zubehörliste verfügen und das Fahrzeug individuell und ganz nach Budget aufrüsten. Die noch besser bestückten Ausstattungslinien sind allerdings den anderen Varianten vorbehalten.

So erstreckt sich der wiederum gleich starke, jedoch allradangetriebene TD4 Diesel über das gesamte Ausstattungsangebot und liegt preislich zwischen 29.900,- Euro in der Basisversion und 41.100,- Euro in der Topvariante HSE.

Wer jetzt jedoch schnell zugreift, kann bis zum 31. März 2011 einiges sparen und erhält im Rahmen des „Upgrade“-Programms die jeweils nächsthöhere Versionzum gleichen Preis. An einem Beispiel ausgedrückt: Den mit 37.000,- Euro angepriesenen TD4 SE erhalten Sie zu dem TD4 S Preis von 32.900,- Euro, was einem Preisvorteil von stolzen 4.100,- Euro entspricht.

Stand: Februar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

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