// Fahrbericht / Der Isuzu D-MAX macht sich auf zu seiner letzten Etappe.

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Der Isuzu D-MAX macht sich auf zu seiner letzten Etappe.

Mitte nächsten Jahres rollt der neue D-MAX auf Deutschlands Straßen, um sich dann mit den neuen Größen, wie dem VW Amarok oder Ford Ranger zu messen. Während sich das Design des aktuellen Pick-ups noch durchaus sehen lassen kann, würde dem Interieur eine Auffrischung durchaus gut tun. Und gerade in Sachen Sicherheit besteht bei dem Japaner Nachholbedarf. Sein Können und seinen Nutzwert schränkt diese Tatsache jedoch nicht ein, altes Modell hin oder her.

Die Front streckt sich stolz und steil dem Wind entgegen. Ein in Chrom gehüllter Kühlergrill sowie der schicke Unterfahrschutz und die mächtige Hutze auf der Motorhaube lassen den D-MAX stolz dastehen.

Weitere Chromakzente an den echten Türgriffen, der Heckklappe und den Trittbrettern vermitteln dem Lastesel eine gewisse Eleganz.

Unser Testwagen verfügte über einen Pritschen-Aufbau, der das Fahrzeug noch gewaltiger dastehen lässt. Allerdings bringt diese Konstruktion den Nachteil mit sich, dass die Sicht nach hinten erheblich eingeschränkt ist. Denn das zwischen Fahrzeug und Aufbau laufende Regenwasser ist ebenso nicht wegzuwischen, wie die beispielsweise bei herbstlichen Temperaturen anlaufenden Fensterflächen. Abgesehen davon jedoch, bringt diese Option den Vorteil mit sich, dem Ansprucheines Kombi zu entsprechen.

Denn dank dieses Aufbaus bietet der D-MAX einen großen und schön mit Teppich ausgelegten Kofferraum, der die Ladung vor Regen und anderen äußeren Einflüssen schützt. Mittels weit öffnenden Heckfensters und der nach unten klappbaren Ladeluke gelingt der Zugang zu der 1,38 x 1,46 m großen Ladefläche. Weit nach hinten gerutschtes Ladegut ist allerdings nicht all zu leicht wieder hervorzuholen. Unsere Double-Cab-Version kann dabei bis zu 975 kg Ladung aufnehmen.

Der D-MAX ist je nach Wunsch und Anforderungen aber auch ohne Aufbau, mit einer Abdeckung oder komplett offen und mit einer Kunststoffwanne ausgekleidet erhältlich. Für welche Variante Sie sich letztlich auch entscheiden, serienmäßige Verzurrösen halten die Transportgüter dabei stets fest im Griff.

Während die Single-Cab-Version eine größere Pritsche bietet, nimmt die von uns gefahrene Double-Cab-Karosserie bis zu fünf Passagiere auf.

Auch als Großgewachsener nehmen wir auf den vorderen Sitzen bequem Platz, wenn es dem Gestühl auch an nötigem Seitenhalt mangelt. Im Fond vermissen wir allerdings den gewünschten Komfort. Steil stehende Rücksitzlehnen treffen auf zu geringe Kopffreiheit sowie den engen Fußraum. So wird es ab einer Körpergröße von 1,80 Meter etwas unbehaglich.

Beim Ein- und Ausstieg ist injedem Fall das Trittbrett als Zwischenstufe zu empfehlen, denn da dieses meist verschmutzt ist, hinterlässt es sonst unschöne Spuren an der Beinbekleidung.
Nutzfahrzeugcharme kommt beim Betrachten der verwendeten Materialien sowie der Verarbeitung auf. Doch hier verspricht die neue Modellgeneration Besserung. Ohnehin wird die bisher noch sehr reduzierte und schlichte Gestaltung einer moderneren Interpretation weichen.

Die blaue Illumination an den Instrumenten, wie auch die Aluapplikationen an Mittelkonsole und den Türen zeigen aber bereits hier den guten Willen auf. Die wenigen Schalterelemente werfen bezüglich der Bedienung keine großen Fragen auf und liegen in guter Reichweite. Einzig der Tempomat lässt sich etwas umständlich aktivieren. Zunächst muss links hinter dem Lenkrad ein versteckter Schalter betätigt und dann am Scheibenwischhebel rechts eine weitere Taste bei erreichter Geschwindigkeit gedrückt werden.

Das Fahrwerk vermittelt einen überraschend guten Komfort und so lassen sich auch Langstrecken mühelos meistern. Ein Aufschaukeln bei kurz aufeinander folgenden Bodenwellen sowie die Wankneigungen in Kurven sind für dieses Fahrzeugsegment typisch und stoßen nicht wirklich negativ auf.

Sein Verhalten in schnell gefahrenen Kurven entspricht ebenso seiner Klasse und so wird gerade im reinenHeckantrieb gerne mal unruhig, lässt sich aber vom geübten Fahrer sicher und ohne Probleme wieder auf Kurs bringen. Leider mussten wir in unserem Modell noch auf ESP verzichten, ein Punkt, er im neuen sicher der Vergangenheit angehören dürfte. Wer das schwere Gefährt gerne zügiger bewegen möchte oder gar bei Nässe unterwegs ist, sollte in jedem Fall den Allradantrieb aktivieren. Der D-MAX lässt sich dann gerade im unbeladenen Zustand spürbar stabiler manövrieren und das Heck ist deutlich ruhiger. Das Umschalten ist bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h möglich.

Im Slalom verlangt der D-MAX viel Lenkarbeit und Kraftaufwand. Ansonsten ist die Präzisions-Zahnstangenlenkung angenehm direkt und nicht zu leichtgängig.

Mit einer maximalen Anhängelast von drei Tonnen macht sich der D-MAX nicht nur als Zugpferd gut, auch im Gelände fühlt sich der Pick-up wie zu hause. 34,6° Böschungswinkel vorne, 21,3° hinten, eine Bodenfreiheit von 255 mm und eine Wattiefe von 500 mm sprechen absolut dafür. Die Geländeuntersetzung 4L wappnet den Offroader auch für hartes Gelände. Allerdings schränkt letztlich der lange Radstand sowie der damit verbundene Rampenwinkel von 21° den Offroader etwas ein und sorgen für ungewollten Kontakt.

Den Mut nicht verlieren sollte man bei Notbremsungen aus hohemTempo. Die Bremsanlage mit Trommelbremsen an der Hinterachse hat einiges zu tun mit dem großen Gefährt und bringt das Fahrzeug nur mit starkem und spürbarem ABS-Rubbeln zum Stehen. Unter Dauerbelastung verlor die ansonsten gut zu dosierende Bremse zudem an Kraft. Das deutliche Eintauchen des Vorderwagens blieb leider stets gleichbleibend.

Das Vierzylinder-Aggregat geht mit seinen gewaltigen drei Litern Hubraum im Vergleich zu heutigen Aggregaten als echtes Raubein ans Werk.

Befeuert von 120 kW bzw. 163 Pferdestärken bei 3.600 U/min und 360 Nm in Kombination mit dem Handschalter oder wie bei unserem Testfahrzeug mit Automatikgetriebe und 333 Nm, garantiert der D-MAX nach spürbarem Turboloch einen kraftvollen Antritt. Wer das Schalten selbst übernimmt, spurtet knapp eine Sekunde schneller aus dem Stand auf Tempo 100, aber für diese Fahrzeugkategorie können sich die 13,2 Sekunden in Verbindung mit dem Automat ebenso sehen lassen wie die Höchstgeschwindigkeit von 175 Stundenkilometern.
Fordern wir diese Leistung, liegt der Verbrauch rasch über den möglichen zehn Litern im Schnitt. Wer diesen Wert unterstreiten möchte, muss ohnehin mit sehr viel Disziplin und einem zurückhaltenden Gasfuß ans Werk gehen.

Die Vierstufen-Automatik entspricht wahrlich vergangenen Zeiten, schaltet aber für die Verhältnisseangenehm sanft. Eine deutliche Sekunde gönnt sich das Getriebe jedoch gerade beim Zurückschalten. Wenn man das Aggregat fordert, spürt man förmlich wie die Automatik die Leistung schluckt.

Doch nicht nur das Automatik-Getriebe befindet sich alles andere als auf Höhe der Zeit, auch die Sicherheitsausstattung wirkt angestaubt.

Einzig Luftkissen für Fahrer und Beifahrer kann der D-MAX in punkto Airbags vorweisen. Die Neuauflage wird hier dem Käufer spürbar mehr bieten. Nach Aussagen des Herstellers wird der D-MAX 2012 auch mehr als nur über vorne höhenverstellbare Dreipunktsicherheitsgurte inkl. Gurtstraffer, eine Sicherheits-Lenksäule und ISOFIX Verankerungspunkte für die Kindersitze hinten verfügen.

Absolut unschlagbar ist der D-MAX in jedem Fall beim Preis. Der von uns gefahrene Pick-up mit Topmotorisierung und D-Cab bietet für 28.940,- Euro elektrische Fensterheber und verstellbare Außenspiegel, eine Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, 16-Zoll-Alufelgen, einen Tempomat, ein Lederlenkrad sowie -schaltknauf und ein CD-Soundsystem.

Einzig die Metallic-Lackierung ist in der Aufpreisliste zu finden. Absolut top. Hoffentlich behalten sich die Japaner diese Preispolitik auch bei der neuen Generation bei.

Um dem Nutzwert eines Pick-ups zu entsprechen, stellt Isuzu dem Käufer zudem eine umfangreicheZubehörliste zur Seite. Sei es die Nachfrage an einem Hardtop, Schutzwannen, Seilwinden, Hundekäfigen, Auffahrrampen, Arbeitsscheinwerfern oder diversen anderen Extras, der Kunde hat die angenehme Qual der Wahl.

Stand: November 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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