// / Der Citroën C4 Cactus sticht, sticht, sticht…

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Der Citroën C4 Cactus sticht, sticht, sticht…

… mit seinem einzigartigen Design und Innenraumkonzept deutlich aus der Masse hervor! Doch teils macht es den Anschein, die Verantwortlichen hätten sich nur auf exklusive Optik und das gewisse „Anders sein“ konzentriert und den Nutzfaktor sowie die Materialanmutung dabei etwas außer Acht gelassen. Denn während Citroën mit solchen Details wie den sogenannten Airbumps, einer neuartigen Scheibenwischanlage, den ausstellbaren Fondfenstern, Kofferschlaufen als Türgriffe, den Sofa-Sitzen und dem im Dach platzierten Beifahrer-Airbag pfiffigen Ideenreichtum beweisen, lassen sich im C4 Cactus beispielsweise die Lehnen der ohnehin kargen Rücksitzbank nur in einem Stück umlegen oder das Lenkrad einzig in der Höhe verstellen. Die verbauten Materialien wissen leider auch nicht immer zu überzeugen, doch ob das der allgemeinen Begeisterung Abbruch tut, wird letztlich jeder Interessent für sich entscheiden müssen.

Alles andere als herkömmlich, rangiert der Citroën C4 Cactus auch in keinem bestimmten Segment. Er ist kein wirklicher Kleinwagen, kein klassisches Kompakt-Fahrzeug, kein Van aber auch kein richtiges SUV… dafür aber zweifelsohne schon jetzt eine Lifestyle-Ikone.

Die Airbumps, in den Farben Black, Chocolate, Grey und Dune erhältlich, zählen gewiss zu den markantesten Designelementen am Cactus, dabei sollen die in den Flanken des Fahrzeugs angebrachten Airbumps aus Kunststoff auch eine Schutzfunktion einnehmen und so beispielsweise vor unschönen Remplern schützen.

Wenn auch der Hersteller eine hohe Haltbarkeit verspricht, so bleibt für uns die Frage, wie hält es sich mit den Abnutzerscheinung der Kunststoffteile? Sollten die Airbumps tatsächlich ausbleichen oder von unschönen Kratzern geziert sein, ist jedoch ein problemloser Austausch der Elemente möglich.

Zu einer weiteren prägenden Designkomponente zähltdas schmal geschnittene und weit oben sitzende LED-Tagfahrlicht (Serie). Die darunter platzierten Scheinwerfer rücken regelrecht in den Hintergrund, viel mehr stechen dagegen die auch hier farblich abgesetzten Kunststoffteile hervor. Diese zieren auch großflächig das Heck, dessen Gestaltung ebenso glattflächig und clean ist wie die gesamte Karosseriestruktur.

Sehr gelungen ist neben der schnittigen Fenstergrafik auch der darauf abgestimmte dynamische Verlauf des Daches mit den schnittigen Trägern.

Mit den Worten „Magic Wash“ beschreiben die Franzosen die stets serienmäßig im Cactus verbaute neue Scheibenwischanlage. Mit den direkt in den Scheibenwischer integrierten Waschdüsen verhindert Citroën so eine Sichtbehinderung beim Wischen.

Die vier Farben der Airbumps sind nicht nur mit zehn Karosseriefarben kombinierbar, dem Kunden stehen auch drei Innenausstattungen „Ambiente Stone Grey“, „Pack Habana Inside“ und „Pack Purple Inside“ zur Wahl. Je nach getroffener Wahl unterscheidet sich zudem die Struktur der Stoffe, sowohl an den Sitzen wie auch am tief montierten Armaturenbrett.

Während die als Schlaufen ausgeführten Türzuziehgriffe Retro-Look aufkommen lassen, vermittelt das sonst nüchtern gestaltete Cockpit moderne Züge. Im minimalistischen Stil gehalten, verzichten die Franzosen auf eine Armada an Schalter und Regler und konzentrieren sich neben vereinzelt verbauten Tasten bei der Bedieneinheit rein auf den Siebenzoll-Touchscreen.

Dieser dient als digitale Schnittstelle, per Applikation lassen sich sowohl die Funktionen der Klimaanlage, als auch des Media- und Navigationssystems, die Fahrzeugeinstellungen, das Telefon und Internetdienste steuern.

Citroën Multicity Connect bietet hier eine Reihe von Diensten an. Mittels speziellen USB-Stick, der am Armaturenbrett angeschlossen wird, stellt das System eine Verbindung mit dem 3G-Netz und somit den Zugang her.Im Citroën Multicity Connect Starter-Paket sind bereits elf Apps enthalten, weitere sind außerdem im Citroën App Store erhältlich. Der Multi-Screen-Modus ermöglicht dabei die Anzeige von bis zu vier verschiedenen Apps gleichzeitig.

Und auch das klassische Kombiinstrument wird durch einen digitalen Bildschirm ersetzt und während dieser auf einen Drehzahlmesser verzichtet, lässt sich das Lenkrad leider nur in der Höhe verstellen.

Für den perfekten Sitz fehlt unseres Erachtens jedoch nicht nur die Weitenverstellung, auch das Gestühl nimmt uns nicht unbedingt optimal auf. Wahrscheinlich fehlte mir hier einfach die nötige Körperbreite, da die sehr eckig gehaltenen Sitze auch sehr breit ausgeführt sind.

Fahrzeuge mit automatisiertem Schaltgetriebe sind wenn gewünscht in der sogenannten Sofa-Variante mit durchgehender Sitzbank erhältlich und erinnert wie auch schon die Türschlaufen an frühere Zeiten. Und genauso bequem und weich wie damals ist auch das Gestühl vom heutigen Cactus gepolstert.

Alte Zeiten aufleben lässt Citroën aber auch bei den manuell aufklappbaren hinteren Seitenscheiben sowie dem Handschuhfach. Durch die Anbringung des Beifahrerairbags im Dachhimmel konnte nicht nur mehr Platz geschaffen werden, auch das Öffnen nach oben ist dadurch möglich.

Apropos nach oben, werfen wir unseren Blick gen Himmel, gibt, wenn gewünscht,für 490,- Euro Aufpreis ein Panorama-Glasdach die Sicht frei. Dieses verzichtet zwar auf ein Rollo, verfügt aber über eine hohe Wärmeschutzfunktion, die zwar nicht vor Lichteinstrahlung, aber vor Hitze und UV-Strahlen schützt. Öffnen lässt sich das Panoramadach, das aber großflächig bis in den Fond reicht, ebenfalls nicht.

Es schränkt hier allerdings die Kopffreiheit ein und so wird es bei einer Körpergröße von 1,80 Meter ganz schön eng. Die Beinfreiheit ist allerdings auch dann noch gegeben.

Größte Schwachstelle stellt ohneZweifel der Kofferraum dar. Mit einem Fassungsvermögen von 348 bis 1.170 Liter an sich noch durchschnittlich, ist die Ladekante allerdings unangenehm hoch und die darauffolgende Schwelle sehr tief.

Während solche Nachteile auf die geforderten Sicherheitsstandards zurückzuführen sind, so ist die altertümliche Rückbank für heutige Zeiten eigentlich nicht zu entschuldigen.

Nicht nur, dass die Lehne einzig am Stück umgelegt werden kann, der Vorgang fordert auch noch zwei Personen, da eine Hand jeweils an der Entriegelung auf der linken als auch auf der rechten Seite von Nöten ist. Zu einem späteren Zeitpunkt soll zwar eine geteilt umlegbare Fondlehne folgen, aber die ist dann auch nur als Option erhältlich. Diese Entscheidungen sind laut Hersteller allesamt der Gewichtsersparnis geschuldet.

Der Verlust von 200 kg gegenüber dem Citroën C4 macht sich dann natürlich auch bei der Fahrwerksauslegung des C4 Cactus bemerkbar.

Mit Pseudo-McPherson-Federbeinen an der Vorderachse und einer Hinterachse mit
verformbarer Traverse ausgestattet, sparen die Ingenieure u.a. an den Stoßdämpfern, den Schraubenfedern und am Stabilisator das ein oder andere Kilo ein.

Während die Karosserie nicht unbedingt in eine Sparte zu zwängen ist, so ist das Fahrwerk doch deutlich auf „Cruiser“ getrimmt. So muss sich das Fahrwerk beim sportlichen Ritt Schwächen eingestehen und wankt in Kurven nicht nur spürbar, sondern wirkt auch schwammig. Wenn die elektronische Servolenkung an sich auch ein gute Rückmeldung bietet und ausreichend direkt ausgelegt ist.

Wahrlich nicht das übersichtlichste Fahrzeug, erweist sich der Cactus mit 10,9 Meter Spurkreis aber als angenehm wendig. Der aufpreispflichtige Park Assist findet auf Wunsch nicht nur die passende Lücke, sondern parkt auch selbständig in diese ein. Sie als Fahrer können das Ruder aus der Hand geben und betätigen nur noch Gas und Bremse.

DasBremssystem des Citroën C4 Cactus ist auf die verschiedenen Motorisierungen
abgestimmt. Und so ist einzig der e-HDi 92 mit Trommelbremsen an der Hinterachse ausgestattet.

Dieser stellt trotz seinem möglichen Gesamtverbrauchs von 3,5 Litern und 92 g CO2 auf hundert Kilometer als e-HDi 92 ETG6 mit Stop&Start-System und Reifen mit äußerst niedrigem Rollwiderstand nicht das sparsamste Aggregat im Motorenprogramm dar.

Denn diesen Rang läuft ihm der BlueHDi 100 mit 3,1 l/100 km in Verbindung mit dem Schaltgetriebe ab. Und auch bei den CO2-Emissionen muss sich der e-HDi 92 den möglichen 82 g/km des BlueHDi geschlagen geben. Die neue 1,6-Liter-Motorisierung erfüllt außerdem schon jetzt die Euro 6 Abgasnorm.

Der Citroën C4 Cactus verfügt des weiteren über eine Reihe neuer 3-Zylinder-
Benzinmotoren, den PureTech-Aggregaten in Saug- oder Turboversion, deren Leistungsspanne sich von 75 bis 110 PS erstreckt.

Am Beispiel des C4 Cactus PureTech 82 Stop&Start ETG gesehen, zeigen aber auch die Ottomotoren auf, dass hier die Effizienz im Vordergrund steht. Und so begnügt sich der Cactus im besten Fall mit 4,3 Litern auf 100 Kilometer und stößt lediglich 98 g/km CO2 aus.

Leistungsstärkstes Triebwerk ist der PureTech 110 Stop&Start, der eine Höchstleistung von 81 kW (110 PS) sowie ein maximales Drehmoment von 205 Nm auf die Räder bringt. In 9,3 Sekunden sprintet dieser C4 Cactus nicht nur mindestens 1 ½ Sekunden schneller von Null auf Tempo 100 als die anderen Varianten, sondern erreicht auch als einzigste Motorisierung eine Topspeed von 190 Stundenkilometern.

Unter diesen Fahrbedingungen natürlich keineswegs realisierbar ist der vom Hersteller angegebene Gesamtverbrauch von 4,6 l/100 km (105 g/km CO2-Emissionen). Je nach Motorisierung ist der Citroën C4 Cactus mit einem 5-Gang-Schaltgetriebe oder einem elektronisch gesteuerten Getriebe mit entweder 5 oder 6 Gängen (ETG und ETG6)versehen.

Dieser Cactus benötigt keine tausend Stachel um sein Inneres zu schützen, stattdessen setzt das Fahrzeug auf sechs Airbags, ISOFIX-Befestigungen auf den seitlichen hinteren Sitzplätzen, Kindersicherungen in den Fondtüren und solche Gimmicks wie den Reifendrucksensor und das statische Kurvenlicht.

Die Citroën Connect Box beinhaltet neben der lokalisierten Notruffunktion, eine schnelle Pannenhilfe sowie Citroën EcoDriving. Dieser Dienst übermittelt Informationen zum Kraftstoffverbrauch sowie Tipps zur Effizienz sowohl an Ihren persönlichen MyCitroën-Account oder aber per App Link MyCITROËN direkt an das iPhone. Außerdem enthalten, ist das virtuelle Wartungsheft.

Die Idee Cactus Concept hat vergangenes Jahr sehr große und vor allen Dingen positive Reaktionen hervorgerufen. Nun wird sich zeigen müssen, ob der Kunde bereit ist, für diesen besonderen Lifestyle-Flair auch Geld zu löhnen.

Denn eines steht fest, wenn auch der Einstieg mit 13.990,- Euro wahrlich günstig angesetzt ist, so geht die Basisvariante mit reichlich Verzicht einher und ist zudem nur in der 75 PS Benzinmotorisierung verfügbar. Und wenn auch mit einem Tempomat versehen, so ist eine Klimaanlage nicht einmal gegen Aufpreis zu haben.

Diese Möglichkeit besteht erst ab der Variante Live, die mit dem PureTech 82 kombiniert, aber schon mindestens 15.140,- Euro kostet und sonst mit der Ausstattung der Basis nahezu übereinstimmt, abgesehen vom höhenverstellbaren Fahrersitz, den Kopfstützen hinten, dem Reifenreparatur-Set und den 16-Zoll-Stahlfelgen.

Wer auf Individualität nicht verzichten möchte, ist ohnehin gezwungen mindestens mit der Feel Edition einzusteigen, dessen Preise sich je nach Motorisierung von 16.290,- bis 20.240,- Euro erstrecken. Denn die unterschiedlich farbigen Airbumps stehen dem Käufer überhaupt dann erst zur Wahl und verlangen, ausgenommen in der Farbe Schwarz, mindestens 150,- Eurozusätzlich.

Je nach Kombination von Karosserie-/Airbump-Farbe und Innenausstattung ist selbst in der Topversion Shine (ab 18.540,- Euro) ein weiterer Aufpreis zwischen 250,- und 950,- Euro fällig.

Stand: September 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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