// Fahrbericht / Der Chevrolet Malibu ist eine Reise wert.

Chevrolet

Der Chevrolet Malibu ist eine Reise wert.

Die in Amerika seit Jahren bekannte Mittelklasse-Limousine Chevrolet Malibu hat nun in einer neuen „europäischen“ Generation auch den Weg zu uns nach Deutschland gefunden. Chevrolet ist hierzulande mittlerweile in zahlreichen Segmenten bestens aufgestellt und bietet mit dem Malibu nicht nur ein neues Flaggschiff, sondern stellt gerade für den Flottenkunden eine attraktive Alternative zur Wahl. Denn nicht nur sein Design und das Platzangebot sprechen an, auch die Fahrwerksauslegung und das Sicherheitsniveau können überzeugen. Doch vor allen Dingen in punkto Preis-/Leistung ist der Malibu unerreichbar. Mit allem drum und dran überschreitet die Limousine nicht einmal die 34.000,- Euro-Marke.

Die Front des Malibu wirkt vertraut und strahlt mit dem markentypischen zweigeteilten Kühlergrill und dem goldenen Bowtie-Logo sowie den großen und schwungvollen Scheinwerfern selbstbewusst Kraft aus.

Noch eine Spur imposanter präsentiert sich das Heck mit den vier einzelnen Rückleuchten, die Ihren Ursprung im aktuellen Chevrolet Camaro finden.

Wenn auch die Designrichtung der Front deutlich vom Stil des Hecks abweicht, so wirkt der Chevrolet Malibu im Gesamten nicht unausgewogen.

Harmonisch darauf abgestimmt haben die Verantwortlichen auch die Farbpalette ausgewählt, die von einemzurückhaltenden „Daydream Beige Metallic“ bis hin zu einem kraftvollen „Morello Red Metallic“ reicht und insgesamt neun Farben umfasst.

Ein bekanntes Gefühl vermittelt auch der Innenraum, der den Schwung des Cruze gelungen übernommen hat und mit einer neuen, weniger markanten Mittelkonsole aber dafür deutlich eckigeren Instrumenteneinheit versehen ist.

Welche Design-Richtung einem nun besser gefällt ist natürlich reine Geschmackssache. Fest steht, auch bei den Instrumenten die mit zwei rechteckigen Einheiten für Tacho und Drehzahlmesser hervorstechen, haben sich die Schöpfer vom Camaro inspirieren lassen.

Die Gestaltung mit zwei unterschiedlich aufeinandertreffenden Dekorelementen wirkt zwar bemüht, aber leider auch recht unharmonisch. Ebenso konnte uns die Materialanmutung in einzelnen Details nicht zufrieden stellen. Anstelle der türkisfarbenen, eher kühlen Innenraumbeleuchtung hätte uns außerdem ein wohlig-warmes Licht besser gefallen.

Mal abgesehen von der recht altertümlichen Schiebetaste am Infotainment-System mit dem 7-Zoll-Farb-Touchscreen sticht dieses wiederum positiv hervor. Und das nicht nur was die Bedienung und Menüführung betrifft. Auch die optische Gestaltung untermalt von schwarzem Klavierlack gefällt.

Wie gesagt, einzig das Schalterelement direkt darunter will nicht mit der sonst modernen Gestaltung in Einklangstehen. Schieben wir diese Taste jedoch nach rechts, schwingt die gesamte Einheit inklusive Bildschirm nach oben und gibt den Weg frei auf ein verstecktes Ablagefach. Clever!

Das komfortable Gestühl könnte gerne mit einer längeren Sitzauflage und ausgeformteren Seitenwangen versehen sein, lässt sich aber angenehm elektrisch verstellen und bietet beim Einstieg sogar das Komfortfeature zunächst nach hinten zu fahren. In der Topversion sind die Sitze zudem beheizbar und mit einer Lendenwirbelstütze und Memory-Funktion ausgestattet.

Doch nicht nur vorn reisen wir als Großgewachsener sehr bequem, auch im Fond vermittelt der Malibu ein entspanntes Raumgefühl. Vorsicht ist einzig beim Einstieg geboten, denn an der weit heruntergezogenen Dachlinie besteht Anstoßgefahr.

Wer diesen Platz nicht für Mitreisende benötigt, kann durch einfaches Umlegen der Sitzlehnen den 545 Liter großen Kofferraum um einiges vergrößern.

Wenn der Malibu mit der sehr hohen Ladekante und der darauffolgenden Stufe auch Schwächen aufweist und sich die Kofferraumklappe nur per Tastendruck öffnen lässt, so geht dieser für eine Limousine absolut in Ordnung. Die Abdeckung ist jedoch sehr lapprig und auch die Qualität der übrigen Kofferraumverkleidung ist leider dem Preis geschuldet.

Mit gutem Federungskomfort ausgestattet, meistert der Malibu sowohl die schlechtausgebauten Landstraßen wie auch Langstrecken auf unseren Autobahnen.

Nicht scheuen müssen wir mit dem neuen Flaggschiff von Chevrolet aber auch die engen Kehren, die wir souverän und mit hohen Geschwindigkeiten durcheilen können. Betreffend Direktheit und nötiger Lenkkraft entspricht die Lenkung von ZF dabei ebenso unseren Anforderungen.

Fahrerassistenzsysteme wie die elektronische Stabilitätskontrolle, die Traktionskontrolle, das Vierkanal-ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung sowie der Anti-Fading- und Bremsassistent vermitteln dabei stets ein sicheres Gefühl.

Gleiches gilt für die Bremsanlage mit Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet, und Aluminiumbremssätteln, die den Chevrolet Malibu zuverlässig verzögern. Eine Berganfahrhilfe und eine elektrische Feststellbremse sind außerdem mit an Bord, und das serienmäßig.

Die Motorenpalette für den Chevrolet Malibu besteht aus einem 2,4-Liter-Benziner mit 167 PS und einem Turbodiesel. Während einer ersten Ausfahrt, sahen wir den Vorteil ganz klar beim Zwei-Liter-Diesel mit 118 kW / 160 PS. Wenn auch beide akustisch deutlich präsent sind, ist der Selbstzünder nicht so zäh wie das Benzineraggregat.

Wenn der Diesel auch erst nach einem kleinen Turboloch loszieht, so geht es dank einem maximalen Drehmoment von kräftigen 350 Nm dann aber gut los. In 9,5 Sekunden passierenwir die Tempo 100 Marke und werden bei Bedarf 213 km/h schnell. Die Automatikversion liegt drei Stundenkilometer darunter und benötigt 0,2 Sekunden länger für den Standardsprint.

Den Verbrauch der Automatikvariante gibt Chevrolet mit sechs Litern auf 100 Kilometer an, der Handschalter soll bei 5,1 Liter liegen. Laut Bordcomputer lagen wir bei beiden Getriebearten gut 1 bis 1 ½ Liter darüber. Auf ein Start-Stopp-System mußten wir dabei stets verzichten.

Während das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe teilweise etwas hakt, ist die Automatik trotz sechs Schaltstufen nicht ganz so sanft wie wir es von manchem Mitbewerber her kennen. Die Schaltvorgänge gehen dafür rasch vonstatten und können, wenn gewünscht, auch manuell initiiert werden. In diesem Modus greift die Automatik auch nicht ein. Wegen fehlender Schaltwippen am Lenkrad lassen sich die Gänge allerdings nur durch eine Taste auf dem Schaltknauf wechseln. Diese Vorgehensweise ist zunächst recht gewöhnungsbedürftig.

Im Euro-NCAP-Crashtest hat die neue Mittelklasselimousine Malibu bereits die Höchstwertung eingefahren und bewiesen, dass man auch ohne zahlreiche Assistenzsysteme sicher unterwegs sein kann.

Wenn auch nicht mit einem Spurhalteassistent oder einer Notbremsfunktion versehen, so sind aber dennoch zweistufige Fahrer- und Beifahrerfrontairbags, in den Vordersitzen platzierteSeitenairbags sowie Kopfairbags und aktive Kopfstützen vorn, eine ausklinkende Fußpedaleinheit und Drei-Punkt-Sicherheitsgurte mit Gurtstraffern wie auch Gurtkraftbegrenzern im serienmäßigen Umfang inbegriffen.

Die kleinen Passagiere können sich zudem über ISOFIX-Verankerungspunkte an den beiden äußeren Plätzen im Fond freuen.

Schlussendlich krönt Chevrolet den Malibu aber mit seinem unschlagbaren Preis. 29.990,- Euro sind für den LT+ 2.0 D oder den LTZ 2.4 jeweils beide in Verbindung mit dem Handschalter zu veranschlagen.

Beim LT+ jedoch von einer Basisausstattung zu sprechen, wäre vermessen. Denn mit einem Tempomat, einer Klimaautomatik, der elektrischen Parkbremse, einer Einparkhilfe hinten, dem Licht- und Regensensor, dem automatisch abblendenden Innenspiegel, einer elektrischen Sitzverstellung vorne, dem SD-Navigationssystem mit 7″-Farb-Touchscreen und Audio-Lenkradfernbedienung sind bei weitem noch nicht alle Features erwähnt.

Das nach oben hin dennnoch Raum für zusätzliche Annehmlichkeiten besteht, beweist die Variante LTZ mit einer Zwei-Zonen-Klimaautomatik, dem schlüssellosen Zugangs- und Startsystem, Xenon-Scheinwerfern und dem Glasschiebedach. Beim Diesel ist diese Version allerdings nur in Kombination mit der Automatik erhältlich.

Der Benziner wird dagegen ausschließlich in der Topausstattung ausgeliefert, hier bleibtdem Käufer aber die Wahl zwischen den beiden Getriebevarianten überlassen.

Für welchen Malibu Sie sich auch entscheiden, eine Drei-Jahres-Garantie inklusive 100.000 Kilometer ist ebenfalls im Angebot inbegriffen.

Stand: November 2012; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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