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Citroën C4 geht in die zweite Generation

2004 startete Citroën mit dem C4 und differenzierte sich mit extravagantem Design und zwei Karosserievarianten von seinen zahlreichen Mitbewerbern. Beim neuen C4 verzichteten die Franzosen nicht nur auf die Wahl zwischen dreitürigem Coupé und fünftüriger Limousine, sondern nahmen die Optik im Gesamten etwas zurück und gestalteten das Fahrzeug schlichter, ohne aber langweilig zu wirken. Wer es allerdings auch weiterhin gerne exklusiver und raffinierter mag, sollte sich noch ein paar Tage gedulden, denn dann wird der DS4 die Bühne betreten und die DS-Reihe, die der DS3 eröffnete, fortsetzen. Los geht’s bei 15.950,- Euro …

Er geht in die zweite Generation, der aktuelle C4, der sich ausschließlich als Viertürer plus Heckklappe präsentiert. Insgesamt gewachsen und im Vergleich zum Vorgänger mit neuer Designsprache, trägt er aber ganz klar das Markengesicht und ist als Citroën deutlich erkennbar. Seine Eigenständigkeit innerhalb der Marke behält er sich trotzdem.

Die Frontpartie wirkt kraftvoll und ausdrucksstark, das neue Marken-Emblem, der nun schwungvollere Doppelwinkel, glänzt in poliertem Chrom und verbindet in seiner Verlängerung die großen etwas böse dreinblickenden Scheinwerfer. Diese wiederum ragen bis in die Seitenpartie. Zwei stark geprägte Sicken auf der Motorhaube heben sich ebenso hervor wie die unterbrochene bzw. nach unten versetzte Schulterlinie. Sportlich-dynamisch rundet die Frontschürze das Bild ab.

Auch die Heckansicht hebt sich von der Masse ab und bildet den kompakten und schicken Abschluss des Fahrzeugs, bei dem sowohl der Dachkantenspoiler wie auch die dynamische Schürze für den sportlichen Touch sorgen. Je nach Ausstattung sorgen Chrom-Akzente an den Stossfängern, der Fensterpartie, dem Lufteinlass, den Nebelscheinwerfer etc. für das gewisse Extra.

Citroën bewies in der vergangenen Zeit immer wieder Ideenreichtum, vor allem wenn es um den Innenraum ging. Den fast schon legendären Parfümspender suchen wir allerdings im neuen C4 ebenso vergeblich, wie das Lenkrad mit feststehender Nabe. Wirklichschade, letzteres ist nach Aussagen der Ingenieure auf eine Gewichtsersparnis zurück zu führen.

Stattdessen kehrte man zu einem klassischen Pendant zurück, na ja vielleicht nicht ganz. Schön unten abgeflacht und mit zahlreichen großen Tasten und Drehrädern hebt es sich dann doch von einem Standard-Lenkrad ab, auch wegen den schicken Alu-Applikationen. Auf den ersten und leider auch auf den zweiten Blick sind es aber etwas viele Bedienelemente, die u.a. für Radio, Navigationssystem oder den Tempomat angebracht sind. Nach einer Eingewöhnungsphase allerdings macht es schon fast die gut aufgeräumte und übersichtlich gestaltete Mittelkonsole überflüssig. Die hier platzierten Bedienelemente sind ebenso groß und griffgünstig angebracht.

Die Materialanmutung hat sich spürbar verbessert, wenn auch teils weiterhin Hartplastik verarbeitet wurde, doch dieses tritt optisch nicht als solches in Erscheinung. Ohnehin wirkt der neue Innenraum wesentlich stimmiger und klarer, hat im Vergleich zum Vorgänger enorm gewonnen.

Neben der komplett neu gestalteten Mittelkonsole und der gesamten Armatur, wechselte man erfreulicherweise wieder zurück zu einem klassischen Kombiinstrument, platziert hinter dem Lenkrad. Wobei klassisch so ganz auch wieder nicht stimmt, dank analoger und digitaler Darstellung, zeigt sich Citroën auch hier von seiner modernen Seite und lässt ganz nach Geschmack zudem die Farbe der Instrumentbeleuchtung variieren. Für weitere schicke Akzente sorgen Applikationen im gesamten Interieur.

Ganze Arbeit haben die Franzosen auch bei der Sitzkonstruktion geleistet. Sie lassen bereits optisch erahnen, dass man hier gerne und gut Platz nimmt. Angenehm straff und komfortabel, mit hervorragendem Seitenhalt (gerade im Vergleich in dieser Klasse) und einfachen Justierungsmöglichkeiten bis hin zur einstellbaren Lendenwirbelstütze fühlen wir uns hier sehr wohl. Mit der elektrischen Massagefunktion verstärkt Citroën diesen Eindruck nochmals und bietet damit ein Angebot, das bisher auf dem Markt der Kompaktwagen nicht bekannt ist. Dennoch müssen wir eingestehen, dass die Massageintensität imVergleich mit manch einer Premiumvariante etwas schwach ausfällt.

Wenn der C4 auch in seinen Abmessungen gewachsen ist, so wird es auf der Rückbank ab 1,80 Meter weiterhin etwas eng. Gerade das große Glaspanoramadach schränkt die Kopffreiheit zusätzlich ein, sorgt aber andererseits für einen wunderbar lichtdurchfluteten Innenraum.

Beim Kofferraum hat der Franzose allerdings ordentlich zugelegt und lässt seine Mitbewerber deutlich hinter sich. 408 Liter Stauvolumen bietet er bereits in der Normalstellung, die zudem dank niedriger Ladekante gut zu erreichen sind.

Wenn einem dies dennoch nicht ausreichen sollte und die etlichen Ablagemöglichkeiten, wie z.B. das große beleuchtete Handschuhfach, die Staufächer in den vorderen Türen die auch Flaschen bis zu 1,5 Litern Platz bieten, die Fächer unter den Vordersitzen, oder die Verstaumöglichkeiten in der neue Mittelkonsole, die sogar teils gekühlt werden können, ausgeschöpft sind – legen Sie einfach die Rückbank um. Allerdings ist wegen einer störenden Stufe ein ebener Ladeboden nicht möglich. Hier hätten wir von Citroën etwas mehr Einfallsreichtum erwartet, schließlich haben sie diesen bei anderen Fahrzeugen schon bewiesen.

Während uns in der Test-Redaktion die sportlich-straffe Fahrwerksauslegung des vergangenen C4 gut gefallen hat, haben sich die Käufer wohl doch eher nach etwas mehr Komfort gesehnt. Dementsprechend hat Citroën den Kompakten mit einer Vorderachse mit Pseudo-McPherson-Federbeinen und einer neuen Hinterachse mit verformbarer Traverse und eine elektrohydraulische Servolenkung bestückt.

Damit bietet der Neue durchwegs einen guten Federungskomfort, kann aber auch dynamisch durch Kurven gejagt werden. Dann dürfte die Lenkung allerdings etwas direkter und straffer sein. Im alltäglichen Gebrauch und in Verbindung mit der komfortbetonten Auslegen bietet sie aber keinen Anlass zur Kritik.

Auf unserem kurzen Ausritt hinterlies auch die Bremsanlage keinen schlechten Eindruck und war angenehm zu dosieren und sprach schnell an. Neben ABS sind Scheibenbremsen vorne und hinten serienmäßig an Bord, kommen eine elektronischeBremskraftverteilung und ein Bremsassistent ebenso zum Einsatz wie eine Berganfahrhilfe, die unbeabsichtigtes Zurückrollen verhindert.

Mit serienmäßigem ESP mit ASR lässt sich der frontgetriebene und nur leicht untersteuernde C4 problemlos beherrschen, und schon in der Basisversion Attraction ist ein Tempomat verbaut.

Heut zu Tage entwickeln Ingenieure Motoren stets mit Blick auf Umweltfreundlichkeit, was eine Minimierung von Verbrauch und CO2-Ausstoß zur Folge hat. Wenn Citroën für das neue Modell auch auf bewährte Motoren zurückgreift, so sind diese aber teils überarbeitet oder erstmals mit den neuen Reifen MICHELIN ENERGY Saver kombiniert , was eine Reduzierung der CO2-Emissionen von 5 g/km und 0,2 Liter Kraftstoff auf 100 km bewirkt.

Die Euro 5-Norm erfüllt das gesamte Portfolio, das neben vier HDi-Motoren, dem HDi 90 FAP, HDi 110 FAP, e-HDi 110 FAP und HDi 150 FAP auch drei Benziner umfasst, hierzu zählen der VTi 95, VTi 120 und THP 155. Was einem Leistungssektrum von 68 kW / 92 PS bis 110 kW / 150 PS auf der Dieselseite und bei den Ottomotoren einer Spanne von 70 kW / 95 PS bis 115 kW /156 PS entspricht.

Während keiner der Dieselmotoren die Marke von 130 g/km CO2 überschreitet, sind auch die Benzinaggregate mit 140 g/km bis maximal 162 g/km CO2 angenehm sauber. Im Verbrauch liegen letztere mit 6,1 bis möglichen 6,4 Litern für den stärksten Benziner sehr nah beieinander. Nur wer seinen VTi 120 mit der 4-Stufen-Wandlerautomatik kombinieren sollte, muss mit sieben Litern im Mix rechnen.

Die Dieselpalette erreicht beim kleinsten Aggregat (HDi90) einen Durchschnittsverbrauch von 4,2 Litern auf 100 Kilometer, gleichauf zieht der e-HDi mit 20 PS mehr, zudem verfügt diese Variante über eine serienmäßige Stopp-Start-Automatik. Die ansonsten derzeit nur für den HDi110 und auch nur gegen Aufpreis erhältlich ist.

Doch sehen wir uns den e-HDi 110 EGS6 Airdream etwas im Detail an. Während diese Motorisierung gegenüber dem gleich starken HDi bis zu 15 % Kraftstoff einspart, pendelt sich der e-HDi zum Verkaufsstart bei 109g/km CO2-Ausstoss ein und soll im Laufe der Zeit sogar auf 99g/km weiter reduziert werden. Der HDi 110 dagegen liegt bei einem Wert von 120 g/km. Der Mehrpreis beträgt dabei runde tausend Euro und beinhaltet zudem das automatisierte Sechsganggetriebe EGS6, das auch beim 156-PS-Turbobenziner zum Einsatz kommt.

Leider steht uns bei diesem Turbo auch nichts anderes zur Wahl. Während wir uns die Kombination mit dem sparsamen Diesel noch gut vorstellen können, nimmt sie dem Benziner zu viel von seinem Temperament und stört gerade bei flotter Fahrt mit spürbaren Schaltpausen und vor allen Dingen dem Nicken beim Wechseln der Gänge. Wenn auch die Möglichkeit besteht per Paddels am Lenkrad einzugreifen, ändert es an dieser Tatsache nicht viel.

Die weiteren Motorisierungen HDi 110 FAP und HDi 150 FAP sind dagegen mit einem schönen, gut geführten 6-Gang-Schaltgetriebe bestückt, der VTi 120 ist wie bereits erwähnt auf Wunsch mit einer Vierstufenautomatik verfügbar, ansonsten aber mit einem 5-Gang-Handschalter kombiniert. Eine Gangwechselanzeige unterstützt bei allen manuellen Getriebelösungen einen effizienteren Fahrstil.

Bereits im EuroNCAP-Test hat der neue Citroën C4 bewiesen, dass er zu einer der sichersten seiner Klasse gehört. Und wenn man auch nie in die Situation kommen möchte, dass Sicherheits-Features wie Fahrer-, Beifahrer-, Seiten- und Vorhang-Airbags zum Einsatz kommen, so ist man doch stets beruhigt sie an Bord zu haben. Des weiteren befinden sich im C4 serienmäßig Fahrhilfen wie der elektronische Bremskraftverteiler, ein Notbremsassistent und die Intelligent Traction Control gekoppelt mit ESP.

In Form von zwei unterschiedlichen Sicherheitspaketen stehen zudem ein Reifendrucksensor, mitlenkende Bi-Xenon-Scheinwerfer, der AFIL-Spurassistent sowie ein Totwinkel-Assistent, der bisher nur aus höheren Fahrzeugklassen bekannt war, zur Wahl.

Der neue innovative Service „Citroën eTouch“ stellt eine Bandbreite an Onboard-Services, wie beispielsweise eine Notruf-Funktion und eine Vor-Ort-Hilfe bereit. Stets kostenlos und mittels integrierter SIM-Karte rund um die Uhr verfügbar, ein toller Service der allerdings nur der Topvariante vorbehaltenist.

Nur noch wenige Tage, dann steht der neue Citroën C4 bei Ihrem Händler. Mit einem Einstiegspreis von 15.950,- Euro für den C4 VTi 95 Attraction ist er nicht nur günstiger als einiger seiner Konkurrenten, sondern auch als sein direkter Vorgänger. Zudem bietet er serienmäßig eine Klimaanlage, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, eine Berganfahrhilfe, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, den programmierbaren (neu!) Geschwindigkeitsregler – und begrenzer, elektrische Fensterheber vorn sowie eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Unverständlich dagegen, dass ein Radio erst ab der nächst höheren Version Tendance ab 17.700,- Euro inklusive ist.

Diese unterscheidet sich allerdings nicht nur durch weitere Ausstattungsdetails wie den elektrischen Fensterhebern rundum, dem höhenverstellbaren Beifahrersitz, einem Bordcomputer, höhenverstellbaren Vordersitzen mit manuell regulierbarer Lendenwirbelstütze, ein Kombiinstrument mit analoger und digitaler Geschwindigkeitsanzeige, Nebelscheinwerfer mit statischem Abbiegelicht, zusätzlichen Ablagemöglichkeiten sondern auch optisch durch schicke Chromakzente, dem schwarz lackierten Heckspoiler und dunkel getönten hinteren Scheiben.

Die Linie Exclusive stellt zu Recht das Topmodell dar, sie verwöhnt ab 21.800,- Euro (für die Motorisierungen VTi120, THP 155, HDi 110, e-HDi 110 und HDi 150) mit beheizbaren Massagesitzen vorn, einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung inkl. USB-Box, CITROËN eTouch, der elektrischen Parkbremse, einer elektronischen Einparkhilfe vorn und hinten mit Parklückendetektor, automatisch abblendbarem Innenspiegel, einer Klimaautomatik und so einigem mehr. Auch ein Lederlenkrad ist (leider erst) in dieser Variante Serie.

Citroën bietet dem Käufer neben diversen Optionen, allerdings auch ganz spezielle Individualisierungsmöglichkeiten, so kann dieser u.a. zwischen vier polyphonen Tönen (Classic, Crystal Symphony, Jungle Fantasy, Urban Rythmik) für die Seitenblinker und die Warnsignale, drei Strömungsintensitäten der Klimaanlage (sanft, mittel, stark) wählen und die Farbe des Kombiinstruments festlegen (vonweiss bis blau).

Je nach dem, wie viel Sie noch investieren möchten, können Sie auf diverse Ausstattungspakete zurückgreifen, für die wir Sie an dieser Stelle auf die Fahrzeugprospekte verweisen möchten.

Stand: November 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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