// Fahrbericht / Citroën C3 VTi 120

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Citroën C3 VTi 120

Schick, flott und super ausgestattet. Besonders wenn man sich für die Exklusive-Ausstattung entscheidet, bekommt man mit dem neuen C3 ein tolles Fahrzeug, das neben der großen Panorama-Frontscheibe mit einem schicken Materialmix und besten Platzverhältnissen in Reihe eins verwöhnt, die aufpreispflichtigen Ledersitze tun ein übriges dazu. Hinten wird es vor allem im Fußraum beim Rein und Raus etwas enger und man sitzt recht steil. Viel Platz gibt es dann wieder im Kofferraum, der aber eine hohe Ladekante mit anschließender Stufe und einer Stufe im Boden bereithält. Der Fahrkomfort ist gut, dazu passt der 120 PS Benziner, der nie laut wird, auch nicht wenn man ihn fordert, und Drehzahl braucht er, um wirklich schnell zu werden. Der Einstieg ist preiswert, das Top-Modell hat aber seinen Preis.

Vor allem bei der hellen Lackierung unseres Testwagens fällt der mächtige Kühlergrill am stärksten auf, der in der breiten Mittelstrebe das Nummernschild aufnimmt. Darüber ziehen sich links und rechts die großen Klarglasscheinwerfer bis weit in Richtung Frontscheibe.

Und die sorgt dann schon mal für das gewisse Etwas, denn sie reicht bis weit ins Dach hinein und lässt so nicht nur viel Licht nach innen, sondern gestattet es den Insassen, auf Wunsch einen für die meisten ungewohnt freien Blick nach vorne und vor allem nach oben zu genießen. Besonders das ansonsten häufig notwendige gebückte Suchen nach der Ampel gerät hier zum entspannten Betrachten, während man ganz bequem in den Sitzen ruht.

Nachdem unser Testwagen in der Ausstattungslinie Exklusivegehalten war, konnte er mit zahlreichen schicken Chromapplikationen glänzen, so z.B. rund um den Kühler, an den Außenspiegeln, entlang der unteren Seitenfensterlinie und der Heckklappe, an den Türgriffen und nicht zuletzt den großen Doppelwinkeln des neuen Firmenlogos.

Schwungvoll geht es in der Seitenansicht zu, die Sicke in Höhe der Türgriffe, die Fenster- und schließlich die Dachlinie verlaufen alle in schönem Schwung nach hinten, besonders der kleine Aufschwung-Knick am hinteren Seitenfenster, den die weit in die Seite laufenden Rückleuchten wieder aufgreifen, sorgt für jede Menge Dynamik.

Genauso schwungvoll geht es am Heck weiter, die schräg stehende Heckscheibe schwingt mit den Rückleuchten mit, die glattflächige Heckschürze endet mit einem schwarzen Kunststoffansatz, das Dach mit einem kleinen Spoiler, der auch die dritte Bremsleuchte aufnimmt.

Mehr noch als an der Karosserie hebt sich die Exklusive-Ausstattung im Innenraum positiv vom Einsteigermodell ab. Ein schicker Materialmix sorgt hier für eine sehr hochwertige Anmutung. Neben dem schick lackierten Armaturenbrett sorgen die Aluapplikationen u.a. am unten abgeflachten Lenkrad, an den Türinnengriffen und rund um den Schalthebel mit den schwarz glänzenden Klavierlack-Einsätzen in der Mittelkonsole für mehr als einen Blickfang.

Schick auch, wie die Abdeckung über den drei ineinander verschachtelten Rundinstrumenten schwebt, wie chromumrandete Schalter den großen Monitor in der Mitte des Cockpits umrahmen, einzig die Radioeinheit ist im C3 etwas weit nach unten gerutscht. Als Ausgleich dafür gibt es eine Lenkradfernbedienung, neben derAluapplikation sorgt schickes Leder am Volant für Wohlbefinden, allerdings ist es unerwartet hart gepolstert.

Gut gefallen hat uns auch der dicke, mit Leder und Alu verschönte Handbremsgriff, leider recht schwer zu erreichen war der Hebel, mit dem die Sitzlehne verstellt wird, ansonsten konnten die Sitze mit sportlicher Ausformung und bequemer Polsterung punkten, durch den Lederbezug leidet allerdings der Seitenhalt vor allem im Schulterbereich ein wenig.
Schön anzusehen und optimal abzulesen präsentieren sich hinter dem Lenkrad endlich wieder drei klassische Rundinstrumente, Schluss mit schlechten Gerüchen macht der Parfumspender rechts davon. Zu dessen behaglichem Duft gesellt sich noch das in Reihe eins durchwegs gute Raumangebot, das von der Zenith-Frontscheibe noch zusätzlich unterstützt wird.

Einziger Nachteil liegt in den Sonnenblenden, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind (sie lassen sich nicht zur Seite schwenken), in ihrer Qualitätsanmutung etwas gegenüber dem Cockpit abfallen und keine Schminkspiegel aufweisen. Man kann halt nicht alles haben.

Das gilt auch für die Rücksitze, auf denen es schon beim Rein und Raus im Fußbereich ziemlich eng zugeht. Hat man dann Platz genommen, sitzt man in der Regel zu steil und die Beine liegen nicht auf, der Platz hinter einem 1,80 m großen Fahrer reicht für ebenso große Mitfahrer gerade so, die Sitzlehnen der Vordersitze sind zur besseren Raumgewinnung stark ausgehöhlt. Da spürt man so ein klein wenig, dass der C3 zu den kleinsten seiner Klasse gehört.

Gar nicht kleinlich ist der Franzose in Sachen Kofferraum. Auch wenn alles über eine rechthohe Ladekante mit anschließender gut 20 cm hohen Stufe muss, der angenehm glattflächige Kofferraum fasst gute 300 Liter und mit zwei Handgriffen ist die im Verhältnis 60:40 geteilte Rücksitzlehne umlegt. Dann kann man über reichlich Ladevolumen verfügen, wir wollen aber nicht verschweigen, dass der Boden leicht ansteigt und eine fast 10 cm hohe Stufe beim Beladen doch stört. Vier Verankerungshaken und ein optionales, herausnehmbares Trennnetz halten das Gepäck an seinem Platz.

Beim Citroën C3 wird den Insassen ein ordentlicher Komfort geboten, trotzdem kann das Fahrwerk mit neuer Vorder- und Hinterachse nicht verhindern, dass grobe Querrillen deutlich nach innen weitergeleitet werden. Auf der anderen Seite legt sich der Kleine ganz schön mit seiner Karosserie in die schnell angefahrene Kurve, und auch im schnellen Richtungswechsel schmeißt er seine Insassen vehement hin und her.

Dabei bleibt der Wagen insgesamt sehr gutmütig, reagiert gut auf die angenehm straffe und direkte Lenkung, mit der man den C3 zielgenau dirigieren kann.

Einen weiteren Punkt in Sachen Komfort gewinnt der C3 mit dem VTi 120 Benziner, der selbst gefordert nur wenig kernig und kaum laut wird. Da stört die Tatsache, dass bei nur einem geöffneten Fenster schon ab Tempo 60 nervende Wummergeräusche auftreten.

Die komfortable Federung macht sich bei starken Notbremsungen durch ein tiefen Eintauchen der Front bei gleichzeitig deutlichem Anheben des Hecks bemerkbar. Dabei spricht die Bremsanlage aber auch entsprechend spontan an, packt fest zu und bringt den Wagen aus Tempo 100 nach rund 40 Metern zum Stehen, allerdings wurde der Bremswegmit zunehmend warmer Bremse etwas länger.

Neben ABS inkl. elektronischem Bremskraftverstärker und Bremsassistenten sorgen innenbelüftete Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten für die Verzögerung, derzeit sind Scheibenbremsen an der Hinterachse nur für den HDi 110 FAP vorgesehen.

Für unsern Test haben wir uns für den zusammen mit BMW entwickelten Vierzylinder-Benziner mit 88 kW/120 PS entschieden. Der 16-Ventiler entwickelt aus 1.598 cm³ Hubraum ein maximales Drehmoment von 160 Nm. Er beschleunigt den C3 in 9,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und wenn es sein muss weiter bis zur Topspeed von 190 km/h.

Sorgt man für ausreichend Drehzahl, wird der VTi 120 auch richtig flott, und das sogar ohne allzu laut zu werden, nimmt man die Drehzahl etwas zurück, zeigt sich das Aggregat eher von seiner zähen Seite, der Durchzug ist meist nur verhalten.

Den sechsten Gang haben wir hier und da auch etwas vermisst, so muss man sich mit der serienmäßigen Fünfgang-Schaltung zufrieden geben, die exakt und angenehm straff auf ausreichend kurzen Wegen geführt ist, aber irgendwie liegen die Gänge nicht exakt auf der erwarteten Reihe, so muss man doch hin und wieder etwas besser zielen.

Mit der normalen 16-Zoll-Bereifung kann der C3 VTi 120 einen Stadtverbrauch von 7,9 Litern vorwiesen, außerorts sind es 4,8 Liter Super auf 100 km. Im Rahmen unserer Benzinmessfahrt haben wir auf 100 km 5,8 Liter verbraucht. Der CO2-Ausstoß liegt dann bei 136 g/km, das Fahrzeug erreicht die Abgasnorm Euro 5.

Sechs Airbags verrichteten in unserem Testwagen ihre Sicherheitsarbeit: Frontairbags für Fahrer und Beifahrer (aufder Beifahrerseite deaktivierbar), Seitenairbags vorne und Kopfairbags vorne und hinten. Ebenso ist ABS sowie eine Traktions- und Stabilitätskontrolle an Bord, dazu Sicherheitsgurte (vorne mit pyrotechnischen Gurtstraffern und –kraftbegrenzern) auf allen Plätzen, Kopfstützen sowie ISOFIX-Befestigungen hinten auf den Außensitzen.

Die Einstiegsvarianten oder Sondermodelle legen bereits knapp über der 10.000,- Euro-Grenze los, unser VTi 120 in der Exklusive-Ausstattung hat natürlich seinen Preis und startet bei 18.800,- Euro. Da ist dann aber auch wirklich schon eine ganze Menge an serienmäßigen Features und Luxus an Bord.

So lassen sich hier nicht nur die Außenspiegel elektrisch einstellen und beheizen, auch die Fensterheber arbeiten vorne wie hinten elektrisch. Eine Einparkhilfe entschärft das nicht sonderlich gut einsehbare Heck, die Klimaanlage verfügt über eine vollautomatische Regelung. Das Lederlenkrad ist mit der schicken Aluapplikation verziert und zweifach verstellbar, die Felgen sind aus Alu, die Seitenscheiben hinten wie die Heckscheibe sind dunkel getönt, ein Tempomat ist ebenso Serie wie die elektrische Servolenkung, die Zentralverriegelung, die höhenverstellbaren Vordersitze, CD-Radio mit Fernbedienung, geschäumtes Armaturenbrett und vor allem die Zenith-Windschutzscheibe.

Als Extras waren in unserem Testwagen zudem noch das Lederpaket mit Sitzheizung vorne für 850,- Euro, das Navigationssystem mit Bluetooth für 1.100,- Euro und eine Sonderlackierung für 215,- Euro untergebracht. 1.100,- Euro kostet es auch, wenn Sie die Viergang-Automatik wünschen, und dann gibt es noch ein Luxus-Paket,ein Sicht-Paket und einiges mehr.

Alle 30.000 km bzw. alle zwei Jahre ist ein Wartungsintervall fällig, die Versicherungseinstufungen lauten 15 für die Haftpflicht, 17 für Vollkasko und 19 für Teilkasko.

Stand: Juni 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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