// Fahrbericht / Citroën C-Crosser HDi 155 DCS

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Citroën C-Crosser HDi 155 DCS

Im Kern ist auch die jüngste C-Crosser-Variante ein alter Bekannter, aber das neue DCS Doppelkupplungsgetriebe ist durchaus einen extra Blick wert. Es arbeitet ausgesprochen sanft, selbst wenn man auf die Sportstellung „S“ wechselt, wo die Schaltvorgänge noch einen Tick schneller ablaufen. Stets werden die Gänge fast unmerklich ausgeführt, auch wenn man mit den Schaltwippen am Lenkrad selbst ins Geschehen eingreift und dabei von der Elektronik in keiner Wiese bevormundet wird. Damit wird der Franzose noch komfortabler, was die ausschließlich erhältliche Exclusive-Ausstattung vor allem mit dem serienmäßigen Lederpaket für den HDi 155 DCS nochmals unterstreicht. Rund 40 Mille müssen Sie aber locker machen …

An der Optik hat sich seit der Markteinführung nichts geändert, und noch immer steht der C-Crosser, eine Gemeinschaftsproduktion mit Peugeot und Mitsubishi, frisch gestylt da, der Doppelwinkel des Firmenlogos bildet mit zusätzlichen Chromleisten den Kühler und sorgt so schon mal für das typische Markengesicht.

Weiterer Chrom rund um die Nebellampen, als Leiste über dem unteren Kühler, an den Seitenschwellern, an der Unterkante der Seitenfenster und nicht zu vergessen als breite Leiste an der Heckklappe sorgt zusammen mit der mattsilbernen Dachreling für den nötigen Schuss Hochwertigkeit, der die letzten Zweifel am Einsatzgebiet des SUV beseitigt. Trotz angedeutetem Unterfahrschutz und Allradantrieb ist der C-Crosser auf dem Asphalt zuhause.

Ab der zweiten Tür sind die Fenster dunkel getönt, der Dachkantenspoiler nimmt die dritte Bremsleuchte auf und sorgt mit den klar gezeichneten Rückleuchten für einen sportlichen Abschluss, der gut mit den markant ausgestellten Radläufen harmoniert.

Unverändert wurde auch die zweigeteilte Heckklappe beibehalten und so kann der Citroën mit einerniedrigen Ladekante (61 cm) und dank dem nach unten wegklappenden Teil, das mit bis zu 200 kg belastet werden darf, beim Beladen seine ganz praktische Seite zeigen.

Die geht zwar bei einer Nutzung aller sieben Sitze mit nur noch 184 Litern Kofferraum etwas verloren, aber schon bei nur noch fünf Sitzen lassen sich 441 Liter unterbringen, wohlbemerkt wenn die zweite Sitzreihe ganz hinten steht. Die kann nämlich um bis zu 80 mm in Längsrichtung verschoben werden und sorgt so entweder für fürstliche Platzverhältnisse auf der Rückbank oder für 510 Liter Stauraum. Auf den Gleitschienen im Boden lassen sich auch schwere Gegenstände mühelos verschieben, das bedingt aber auf der anderen Seite ein Festzurren jegweder Ladung, die sonst haltlos im Laderaum umherrutscht.

Und der kann sich durch Umklappen auch der zweiten Sitzreihe ganz schön lang machen, was auch bequem vom Kofferraum aus geht. Dann steckt der C-Crosser stattliche 1.686 Liter weg, da werden ggf. die 565 kg Zuladung beim HDi 155 DCS schnell aufgebraucht sein.

Dass es auf den beiden Sitzen in Reihe drei nur bedingten Komfort gibt und diese Plätze nur was für den Notfall sind, braucht man bei der Fahrzeuggröße eigentlich nicht erwähnen, das Ein- und Ausklappen der Sitze gelingt im Prinzip einfach, ein vorheriger Blick in die Bedienungsanleitung kann aber nicht schaden.

Auch wenn man, vor allem wegen der Längsverschiebbarkeit der Rücksitze, auch in Reihe zwei sehr bequem sitzt, die besten Plätze sind klar in Reihe eins. Sehr gute Platzverhältnisse, bequem elektrisch zu verstellende Sitze mit straffer Polsterung und guter Ausformung für ausreichenden Seitenhalt bieten einen feinen Sitzkomfort, nur die kaum einsehbaren, an der Sitzseite platzierten Schalter für die Sitzheizung stören etwas das positive Bild, auch die Tatsache, dass selbst auf der Stellung „Hi“ die tatsächliche Heizleistung eherzurückhaltend ist.

Zumeist wird immer gleich das gesamte Cockpit einer dezenten Überarbeitung unterzogen, hier nicht. Nur die in Röhren steckenden Rundinstrumente wurden neu gezeichnet, wobei sie eigentlich jetzt eher klassischer ausgefallen sind. Das ist aber reine Geschmacksache, gut ablesbar sind die neuen auch, aber jetzt hat man die Platzierung von Tacho und Drehzahlmesser vertauscht, jetzt sitzt letzterer auf der linken Seite. Nicht eben berauschend war der Radioempfang in unserem Testwagen, und an der nicht immer konstanten Heizleistung hat sich leider auch nichts getan, manchmal wurde es im Innenraum schon bei 17 eingestellten Grad schön warm, mal war es bei 25 ° noch kalt.

Der Rest ist geblieben, ein angenehmer Materialmix mit einigen silbergrauen Applikationen, die durch das DCS-Getriebe einen neuen Schaltknauf und drumherum eine neue, ebenfalls silbergraue Einfassung erhalten hat. Der obenrum eher harte Kunststoff ist auch geblieben, aber bei unserem Testwagen der Variante Exclusive waren nicht nur die Sitze mit schickem Leder mit hellen Nähten bestückt, sondern auch am Armaturenbrett (über Tacho und Handschuhfach) tauchte die schick vernähte Tierhaut wieder auf, ebenso an der oberen Türverkleidung und der Mittelarmlehne, was den Innenraum natürlich ungemein aufwertet. Dass heutzutage gespart wird wo es nur geht sieht man auch daran, dass man hinten auf die Ledereinlagen verzichtet hat. Und wie teuer mag es sein, in die beiden Make-Up-Spiegel ein Lichtlein zu legen?

Nicht ganz so toll ist auch die ziemliche Unübersichtlichkeit nach schräg hinten, besonders mit hochgeklappten Sitzen in Reihe drei, deren Kopfstützen dann zusammen mit den breiten Dachsäulen nur noch wenig Freirum für den Blick zurück lassen, aber Einparkhilfe und Rückfahrkamera und schließlich die großen Außenspiegel machen Rangiermanöver trotzdem zum Kinderspiel.

Der C-Crosser ausdem Hause Citroën setzt seinen Schwerpunkt klar auf Komfort, sein Fahrwerk bügelt Straßenschäden gut weg und bietet besten Langstreckenkomfort. Dementsprechend neigt sich die Karosserie bei schneller Kurvenfahrt oder in unserem Slalomtest deutlich zur Seite.

Der variable Allradantrieb des C-Crosser gibt dem Fahrer aber zum Glück die Möglichkeit von 2WD (Frontantrieb) der das Untersteuern fördert auf 4WD (Allradantrieb) zu wechseln. Dann stabilisiert sich der Wagen spürbar, das Untersteuern wird nahezu neutralisiert und das Heck wird im Grenzbereich deutlich ruhiger. Wenn man jetzt noch das ESP deaktiviert, sind auch richtig sportliche Kurvenfahrten kein Problem.

Wer will, kann abseits der Straßen auch eine Differentialsperre bemühen, dann ist der C-Crosser kaum zu bremsen, wobei aber schon allein die geringe Bodenfreiheit von 174 mm und die geringen Böschungswinkel (22° vorn, 21° hinten) sowie der noch geringere Rampenwinkel von nur 19° einen Ausflug ins echte Gelände ohnehin zur grauen Theorie machen, zudem dürfte der in der Mitte weit runter hängende Auspuff im Gelände schnell abreißen. Aber die Traktion erhöht sich durch 4WD vor allem bei Nässe und Schnee ganz ernorm. Und dann verschwindet auch das Zerren der 156 Diesel-PS an der Vorderachse.

Mit der straffen und zielgenauen Lenkung lässt sich der C-Crosser gut dirigieren und komfortabel handeln. Auch auf schnellen Autobahnpassagen geht der gute Kontakt zur Fahrbahn nicht verloren, wird aber etwas geringer.

Der Bremsanlage wird auch vor einer Vollbremsung aus Autobahntempo heraus nicht bange, die Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten packen über ABS gesteuert und vom Notbremsassistent und Elektronischer Bremskraftverteilung unterstützt ordentlich zu, sprechen schnell an und sind angenehm zu dosieren. Den Komfort trüben bei einer Vollbremsung nur das laute ABS-Rubbeln und Reifenquietschenetwas. Gerade noch gut ist der aus Tempo 100 immerhin 39 Meter lange Bremsweg bis zum Stilstand.

Ein SUV und ein Diesel ist immer eine gute Kombination, so auch im C-Crosser, zumal der 115 kW / 156 PS starke 2,2-Liter Common-Rail-Diesel schon am Start angenehm ruhig läuft. Innen zumindest, denn außen wird sein Arbeiten auch mit markanter Akustik untermalt. Innen wir er nur voll gefordert etwas kerniger, aber zu keiner Zeit aufdringlich oder störend.

Dafür sorgt sein maximales Drehmoment von 380 Nm bereits ab 2.000 U/min für guten Durchzug und mit dem brandneuen DCS Doppelkupplungsgetriebe mit sechs Vorwärtsgängen war unser Testwagen bei den Durchzugsmessungen immer einen Tick schneller als der Vorgänger mit Handschaltung.

Dabei will das DCS vor allem eins sein: komfortabel. Und das gelingt ihm hervorragend, die Schaltvorgänge vollziehen sich schnell und sehr sanft. Selbst wenn man auf „S“ wechselt werden die Schaltvorgänge ausgesprochen sanft ausgeführt, außer bei Vollgas bekommt man davon kaum was mit. Dabei dreht es die Gänge in „S“-Stellung höher aus und wird noch einen Tick schneller, aber immer steht der Komfort ganz oben.

Und Sie können selbst schalten, und zwar richtig, die Elektronik hält sich erfreulicherweise zurück und überlässt dem Fahrer die Wahl des richtigen Ganges, das geht ganz sportlich mit Schaltwippen am Lenkrad. Das neue elektronisch gesteuerte Schaltgetriebe mit Doppelkupplung, sorgt für beste Fahreigenschaften und hohen Komfort in allen Konfigurationen und ist eine absolute Premiere für die Marke.

Es verwendet zwei Kupplungen und die Bezeichnung DCS steht für „Dual Clutch System“. Dank Schleichgang beim Lösen des Bremspedals ist eine sehr leichte Manövrierbarkeit bei niedriger Geschwindigkeit garantiert, zudem bietet es den Komfort der Berganfahrhilfe. Mit den Schaltwippen kann man auch den vorübergehendenGangwechsel befehlen um dann automatisch wieder zur Vollautomatik zurückzukehren, ein längeres Betätigen der Schaltwippe « + » bewirkt das Selbe.

Das Nachsehen hat das DCS wenn es um die Beschleunigung von Null auf Hundert und die Topspeed geht, 12,5 statt 11 Sekunden und 198 statt 200 km/h sind hier zu verbuchen. Und auch wenn es um den Verbrauch geht, kann das Doppelkupplungsgetriebe zwar in der Stadt mit 9,2 Litern mithalten, außerorts liegt der Verbrauch mit 6,1 Litern Diesel auf 100 km um 0,3 Liter höher, auf unserer Benzinmessstrecke schlug sich der HDi 155 DCS mit 7,4 Litern noch ganz passabel.

Der CO2-Ausstoß liegt im Mix bei 192 g/km, auch hier ist ein FAP Rußpartikelfilter natürlich serienmäßig an Bord, der C-Crosser bekommt auch die grüne Umweltplakette, schafft aber nur Euro 4.

Keine Veränderung gab es in der Sicherheitsausstattung, sechs serienmäßige Airbags (Frontairbags, Seitenairbags in den Sitzlehnen und durchgehende Vorhangairbags), dazu ISOFIX-Kindersitzhalterungen, Kopfstützen und Gurte auf allen Plätzen, für Fahrer und Beifahrer höhenverstellbar und mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern.

Der 115 kW starke 2.2 HDi 155 FAP DCS, also mit Doppelkupplungsgetriebe ist ausschließlich in der Ausstattungslinie Exclusive zu bekommen und steht mit 40.050,- Euro in der Preisliste. Das ist schon ganz schön viel, aber die Ausstattung ist entsprechend umfangreich und beinhaltet u.a. 7 Sitzplätze, Einparkhilfe, Xenonlicht, Bluetooth, Sitzheizung vorne, Chromdekor, 18 Zoll Alufelgen, Lederausstattung, Regensensor, Nebelscheinwerfer, Dachreling, ABS, ESP und ASR, Tempomat, Klimaautomatik, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Bordcomputer, Lichtsensor und eine Einparkhilfe hinten, um mal nur die wesentlichsten Dinge zu nennen.

Aus der Aufpreisliste seien an dieser Stelle das elektrische Glas-Schiebedach für 890,- Euro, dieMetallic-Lackierung für 590,- Euro und das NaviDrive-HiFi-Paket mit Rückfahrkamera, Subwoofer etc. für 3.380,- Euro erwähnt, es gibt hier aber auch noch Kotflügelverbreiterungen, seitliche Trittbretter und einiges mehr.

Stand: April; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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