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Chevrolet Orlando 1.4 Turbo

Im Prinzip fährt er optisch unverändert durch die Lande, die kleinen Unterschiede muss man suchen. Das gilt auch für die Innenausstattung, das Fahrwerk, die Bremsen und natürlich für die guten Platzverhältnisse. Mit dem neuen „kleinen“ Motor packt Chevi aber ein interessantes Triebwerk unter die imposante Haube. Bei praktisch gleicher Leistung (140 PS) stemmt der 1,4-Liter Vierzylinder Benziner aber bereits deutlich mehr Drehmoment auf die Kurbelwelle und so geht er nicht nur besser ab als der 1,8-Liter, er wird auch schneller und spart dabei noch eine Ganze Menge Sprit. Dafür hat er zur Unterstützung des Fahrers auch eine Schaltempfehlung und eine Start-Stop-Automatik an Bord. Geblieben ist auch die gute Ausstattung und der günstige Preis: Unser Testwagen lag bei 22.990,- Euro.

Über dieses Kapitel könnten wir eigentlich hinwegspringen, die Optik des aktuellen Orlando ist nahezu unverändert, wer ganz genau hinsieht und vergleicht, der erkennt dass die seitlichen Blinklichter in den vorderen Kotflügeln verschwunden sind und dafür in den neu gezeichneten Außenspiegeln Platz gefunden haben.

Und nachdem es in diesem Bericht in erster Linie um den neuen Motor geht, macht es auch weiter nichts aus, dass der Rest bis zum Heck unverändert geblieben ist, außerdem macht der Orlando nach wie vor eine gute Figur so wie er ist. Die ab der B-Säule dunkler getönten Seiten- sowie Heckscheibe machen sich auch gut und andere Felgen hatte unser Testwagen dann auch noch.

Praktisch unverändert ist auch der Innenraum, Unterschiede sind einzig in den Ausstattungsvarianten zu suchen, und so wie außen die Chromleiste an der unteren Seitenfensterlinie fehlte, waren es in diverse Applikation in Klavierlack, die im von uns gefahrenen LT stattdessen in grauem Kunststoff gehalten waren.

Und war es fehlendeDämmung oder was? In jedem Fall fiel uns bei unserem Testwagen auf, dass die Türen wie auch die Heckklappe ziemlich stark schepperten, wenn man sie zuschlug, das störte sowohl innen wie außen. Und auch das Innenlicht ist ziemlich schwach, hinten dagegen ist es ausreichend, aber vorne bleibt es dunkel, dabei wären dort Lesespots, die man hätte mit dem Türkontakt verbinden können und schon wäre fast alles prima. Fast, denn zwar sind alle Anzeigen/Schalter (auch die im Lenkrad und die Fensterheber in den Türen) in einem türkisfarbenen Licht beleuchtet, und trotzdem dass er ja auch noch einen Monitor besitzt, der sein Licht verbreitet, ist es im Fahrzeug recht dunkel. Ein Ambientelicht könnte da nicht schaden.

Weil ganz hinten noch mal die Sitze 6 und 7 ausgeklappt und dort ggf. die Knirpse untergebracht werden können, und man die Kleinen auch gut im Blick haben soll, hat er auch einen ausklappbaren Überwachungs-Panorama-Spiegel.

Man sitzt schön hoch und hat so einen ganz guten Blick auf die Straße, aber die A-Säule ist schon so breit, dass sich an Einmündungen oder in Kurven schnell mal ein ganzes Auto dahinter verstecken kann, und das geht dann so weiter, die B-Säule ist breit und hinten die kombinierte C-D-Säule ist ein ultrabreites Teil, dadurch wird der Wagen etwas unübersichtlich. Er lässt sich aber prima über die Rückspiegel einparken und schließlich gibt es ja auch die Rückfahrkamera, auch wenn diese sehr schnell erschmutzt. Zudem verfügt sie über keine Hilfslinien, die die Entfernungen besser abschätzen lassen oder anzeigen würden, wo die Fahrt je nach Lenkeinschlag hingeht.

Geblieben ist natürlich, dass der Einstieg vorne prima und bequem gelingt, das Platzangebot mehr als üppig ist und die Sitze ausreichend groß und auch ausreichend stark ausgeformt und angenehm straff gepolstert sind. Fahrer- und Beifahrersitz sindhöhenverstellbar, die Lehne wird per Hebel verstellt, das wäre per Drehregler besser, außerdem ist hier die Gurtpeitsche etwas im Weg. Am Fahrersitz kann eine Armlehne heruntergeklappt werden, was fehlt ist eine Lordosenstütze.

Hinten stört beim Einstieg ein kleines bisschen die B-Säule an den Füßen, dann hat man aber auch als 1,80 m Mensch hinter einem 1,80 m großen Fahrer dank guter Aushöhlung der Sitzlehnen genügend Beinfreiheit, man sitzt ganz bequem, nur der Seitenhalt ist stark reduziert. Etwas hart und unbequem ist der Mittelsitz, auch an der Lehne. Die Kopfstützen könnten noch etwas weiter ausziehbar sein, die Lehne kann individuell verstellt werden. Der Ausstieg gelingt problemlos.

Die Sitze in Reihe drei sind einfach aus dem Boden zu holen, sind die Sitze der Reihe zwei hochgeklappt, kommt man ganz gut nach ganz hinten, spätestens ab 1,80 m Körpergröße wird es hier aber eng. Größer sollte man ohnehin nicht sein, weil schon der Kopf an der Decke anstößt. Ansonsten ist der Platz für zwei ganz okay, es gibt sogar Haltegriffe links und rechts, besonders schön aussehen tut es hier dann aber nicht, es sind nämlich auch die Verzurrösen zu sehen.

Will man die eher mageren 101 Liter Ladevolumen vergrößern, brauch es nur wenige Handgriffe und die Reihe drei ist versenkt, das Ladevolumen wächst auf ordentliche 466 Liter. Sollen daraus 1.594 Liter werden, muss auch die Reihe zwei verschwinden. Um die Sitzlehne vorklappen zu können, müssen – sitzt vorne ein 1,80 m großer Fahrer – die Kopfstützen unbedingt ganz eingefahren werden. Steht man am Kofferraum, reicht der Zug an einem Hebel und automatisch klappen mit den Rücksitzen auch die Kopfstützen mit ein.

Die Sitzfläche senkt sich dabei ein wenig ab, dann bleibt aber dahinter ein ziemlicher Spalt, ansonsten ist die Ladefläche aber eben. Man kann aber auch die komplett vorgeklapptenSitze nach vorne hochklappen. Dann ragen jedoch die Standfüße der Sitze unglücklich in den Laderaum hinein.

Die Ladekante ist noch halbwegs ausreichend niedrig und wie die Stoßstange bestens gegen Ladekratzer geschützt. Unter dem Boden ist dann noch eine kleine Klappe hinten, unter der man noch Kleinzeug unterbringen kann. Abschlepphaken und ein bisschen Werkzeug ist an der Seite untergebracht. Die Heckklappe öffnet weit genug, auch Großgewachsene stoßen sich hier nicht an.

Der Chevrolet Orlando ist insgesamt recht straff abgestimmt, Schlaglöcher und Querrillen poltern so recht heftig nach innen, auch akustisch. Dafür halten sich die Karosserieneigungen in flotten Kurven sehr zurück. Generell neigt er sehr zum Untersteuern und er schaukelt sich im Slalomtest mit seinen ständigen Richtungswechseln ordentlich auf und schwingt nach. Aber er folgt willig der Lenkung und lässt sich gut manövrieren.

Dafür zeichnet die angenehm straffe und soweit auch ausreichend direkte Lenkung verantwortlich, lediglich um die Mittellage herum hat sei ein wenig Spiel. Und so liegt der Orlando sicher und ruhig auf der Straße, und das auch noch bei Tempo 180 auf der Autobahn. Dann werden zwar die Windgeräusche deutlich lauter, aber der Motor bleibt kernig dumpf im Hintergrund.

Der Amerikaner verzögert mit Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet), sein ABS arbeitet zuverlässig und hält ihn auch bei schlechter Wegstrecke und notwendiger Vollbremsung sicher in der Spur, allerdings wurde der Bremsweg bei schlechter Straße merklich länger, zudem musste man praktisch mit dem ganzen Körpergewicht in die Eisen steigen um die maximale Verzögerung zu erreichen.

Ist die Straße okay, erledigt er die Vollbremsung aus Tempo 100 nach 41 Metern. Ein Nachlassen der Bremsleistung war auch nach dem 10. Versuch nicht festzustellen.

Auch das ist Komfort: Ist derFrontscheibenwischer aktiviert, wird – sobald der Rückwärtsgang eingelegt wird – auch der Heckscheibenwischer zugeschaltet. Und beim Fahrzeugstart bei kalter Witterung wird automatisch auch die Heckscheibenheizung aktiviert. Der Heckwischer ist ohnehin ein ganz wichtiges Instrument, vor allem bei nasser / verschmutzter Fahrbahn, denn dann saut sich der Chevi hinten mächtig ein. Das macht sich vor allem auch im Bild der Rückfahrkamera bemerkbar, das ist dann schnell nur noch schemenhaft zu erahnen.

Das Fahrlicht ist an sich ganz gut, aber je mehr Nebel ins Spiel kommt, bilden sich aus dem ansonsten breit gestreuten Licht zwei starke Lichtkegel heraus, die dann in der Mitte zusammen laufen und dort alles so hell machen, das man drum herum immer weniger sieht. Je mehr Nebel um so schlimmer wird es, da helfen die Nebelscheinwerfer nur wenig.
Der Trend zum Downsizing geht auch am Orlando nicht spurlos vorbei – und das ist gut so. Denn der „kleine“ 1.4 Liter Turbo-Benziner mit seinen 103 kW/140 PS lässt den 1.8 mit einem PS mehr richtig alt aussehen. Dabei läuft der Vierzylinder-Motor kultiviert und wird auch gefordert nicht zu laut.

Und nicht nur mit seinen 200 Nm Drehmoment lässt er den „Alten“ locker hinter sich, auch mit den 11 Sekunden, die er sich für den Sprint von Null auf 100 gönnt sowie den 193 km/h Topspeed stellt er den 1.8er (185 km/h) locker in den Schatten. Lassen sich diese Unterschiede noch leicht verschmerzen, sind die Benzineinsparungen des 1.4er mehr als nur eine Überlegung wert.

So haben wir zwar die vom Werk angegebenen Werte nicht erreicht, aber mit 7,5 Litern im Mix bei normaler Fahrweise spart er schon rund einen halben Liter auf 100 km, die 6,4 Liter der Werksangabe verlangen ein sehr langsames Tempo und nur wenig Stadtanteil.

Pendelt man auf der Autobahn so um die 130 – der Motor hält sich dann noch immer dezent im Hintergrund –fließen so um die 7,8 Liter durch die Benzinleitung. Daraus werden dann aber schnell 10 Liter, wenn man auf 160 km/h im Schnitt hoch geht. Die Windgeräusche treten schon ab 120 km/h vermehrt auf.

Das Umstellen auf ECO hat auf den Benzinverbrauch nur in soweit einen Einfluss, dass nur dann die Start-Stopp-Automatik in Aktion tritt und so vorzugsweise in der Stadt Verbrauchsvorteile bringt. In der Mitte im Display ganz unten, wo auch die gefahrenen Kilometer angezeigt werden, dort wird die Schaltempfehlung gegeben und ist so aus den Augenwinkeln heraus praktisch nicht wahrnehmbar. Ohnehin wird nur das Hochschalten empfohlen.

Der Schalthebel selbst ist vorne an der Mittelkonsole angeflanscht, liegt hier zwar gut in der Hand und ist prima erreichbar, steht aber doch recht nahe an den Tastenfeldern, so dass man wenn z.B. der dritte Gang eingelegt ist, schnell mit den Fingern an die Tasten kommt von Heizung / Lüftung / Klima kommt.

Die Führung der serienmäßigen Sechsgang-Schaltung ist okay, die Länge der Wege auch, alles geht ausreichend straff, es holpert nur ein wenig über die Leerlaufstellung. Die Abstufung der Gänge harmoniert gut mit dem Motor, der Orlando lässt sich damit sowohl flott beschleunigen als auch niedertourig cruisen. Zwar erfüllt der 1.4er wie der 1.8er nur die Abgasnorm Euro 5, kann aber mit 149 g/km CO2-Ausstoß einmal mehr punkten.

In Sachen Sicherheit bietet auch der 1.4 LT mit Front-, Seiten- und Fensterairbags den heute üblichen Standard. Alle Sitze haben Kopfstützen und Dreipunkt-Sicherheitsgurt, vorne mit Gurtkraftbegrenzern und Gurtstraffern, die Außensitze in Reihe zwei haben ISOFIX-Befestigungen für die Kindersitze.

Der Chevrolet Orlando 1.4 LT startet bei 22.990,- Euro und bietet eine umfangreiche Ausstattung, zu der u.a. auch elektrische Fensterheber, ein zweifach verstellbares Lederlenkrad, 16 Zoll Alufelgen, Klimaanlage,Eco Drive, Chevrolet My-Link mit Rückfahrkamera und noch so einiges mehr gehören.

Es geht aber noch besser, der LTZ kostet dann 26.490,- Euro und der LTZ+ ist ab 27.790,- Euro zu haben und lässt kaum noch Wünsche offen.

Stand: April 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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