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Chevrolet Captiva – ein europäischer Ami

Mit Sports Utility Vehicles kennt sich Chevrolet wahrlich aus, mit dem neuen Captiva, der nicht nur mit aufgefrischtem Design und einer neuen Motorenpalette aufwartet, möchte der Hersteller in Europa seine bisherige Erfolgsgeschichte in diesem hart umworbenen Segment weiter ausbauen. Vor allem die vier neuen Motoren sind einen Blick wert, besonders die beiden Diesel-Aggregate können Leistung und Verbrauch ideal vereinen, vor allem der große Benziner enttäuscht da ein wenig. Platz gibt es reichlich, nur die dritte Sitzreihe sollte Großgewachsenen nicht zugemutet werden, mit schmilzt auch der ansonsten große Laderaum ziemlich zusammen. Recht klein macht sich der Chevi auch im Preis.

Der neue, erheblich größere und zweigeteilte Kühlergrill spiegelt deutlich das aktuelle Markengesicht wieder und sorgt hier für einen noch kraftvolleren Auftritt. Das dabei mittig platzierte Chevrolet-Logo setzt größer dimensioniert und mit einer genarbten und vergoldeten Oberfläche einen hochwertigeren und markanten Akzent.

Hinzu kommen breite Prismen-Scheinwerfer, eine dominant gezeichnete Motorhaube, markant modellierte Kotflügel, neue Stoßfänger mit stärker konturierten seitlichen Lufteinlässen sowie in den Außenspiegeln integrierte Blinkleuchten. Dass die Frontschürze weit nach unten reicht lässt den Captiva nicht nur sportlicher erscheinen, sondern unterstreicht auch den Haupteinsatzbereich „Asphalt“ nachdrücklich.

Das Heck bekam dagegen bei der Überarbeitung nur wenig Beachtunggeschenkt und somit unterscheidet sich einzig die neue Topausstattung LTZ mit durchsichtigen Rückleuchten-Abdeckungen vom Vorgängermodell. Der silberfarbene Unterfahrschutz mit den integrierten Auspuffrohren sorgt weiterhin für einen gelungen Abschluss.

Schicke 19-Zoll-Räder runden den attraktiven Look perfekt ab, zudem kann der Kunde aus einer neuen Farbpalette auswählen.

Und natürlich hat sich auch im Innenraum etwas getan. Während die veränderte Platzierung einiger Bedienelemente nur im direkten Vergleich auffällt, so sticht doch die wesentlich hochwertigere Anmutung sofort ins Auge. So gefällt die schwungvollere und in sich stimmiger gezeichnete Armatureneinheit wie das gesamte Interieur sowohl optisch als auch haptisch.

Matt verchromte Applikationen an Mittelkonsole, Lenkrad sowie Türen wirken ebenfalls hochwertig und sorgen für Pepp, wie auch die eisblaue Hintergrundbeleuchtung der intuitiv bedienbaren Tasten und der – ebenfalls im neuen Look – gut ablesbaren großen Rundinstrumente.

Die neue elektrische Feststellbremse stellt nicht nur ein weiteres Komfortelement dar, sie schafft auch mehr Raum, z.B. für die Getränkehalter. Dazu gesellen sich verschiedene Verstaumöglichkeiten in Form von Staufächern in den Türen, Taschen an den vorderen Rücksitzlehnen oder gar einer Schublade unter dem Beifahrersitz (in den Varianten LT und LTZ), in denen sich zahlreicher Kleinkram unterbringen lässt.

Die Sitze sind zwar modifiziert worden, könnten aber gerne in punkto Seitenwangen mehr Halt aufweisen. Apropos Sitze, weiterhin bestehtdie Möglichkeit zwischen einem Fünf- oder Siebensitzer zu wählen.

In jedem Fall bietet der Captiva fünf großgewachsenen Passagieren optimale Platzverhältnisse. Klappen wir die beiden zusätzlichen Sitze in der 7-Sitzer-Variante ab Ausstattungsstufe LT auf, verfügen wir über eine leicht erhöhte dritte Sitzreihe, die wiederum nur bedingt Platz bietet. Der Zugang dorthin gelingt allerdings ohne große Probleme, da sich das Gestühl der zweiten Reihe spielerisch nach vorn klappen lässt.

In der Regel werden die zwei zusätzlichen Sitzgelegenheiten doch nur für kurze Fahrten oder von Kindern genutzt und so lässt sich diese Reihe wenn nicht benötigt, ebenso einfach und schnell versenken und der Stauraum steigt von mageren 97 Liter auf 769 Liter an. Klappen wir nun noch die zweite Sitzreihe um, bleibt die ebene Fläche bestehen und das Ladevolumen steigt auf üppige 1.577 Liter an.

Es ist keine Überraschung, dass der Chevrolet Captiva wie auch die meisten seiner Mitbewerber sein Haupteinsatzgebiet auf der asphaltierten Piste findet. Dennoch ist es ein beruhigendes Gefühl, dass man auch Abseits dieser Wege mit dem Captiva bestens bedient ist.

Ob Eis und Schnee, Feldwege oder Hänge, dieser SUV meistert die Hürden mühelos. Zum einen, dank des Allradantriebs, der je nach Situation die Drehmomentverteilung automatisch und stufenlos bis zum Verhältnis 50:50 variiert und im normalen Fahrbetrieb die Kraft wiederum zu hundert Prozent an die Vorderachse leitet und somit im Verbrauch spart. Oder auch mit Hilfe der erstmals verbauten Berganfahrhilfe„Hill Start Assist“ sowie der Bergabfahrhilfe, die bei Gefälle ohne unser Zutun das Fahrzeug abbremst und ein sicheres Passieren der steilen Abfahrt ermöglicht.

Wer vielleicht jedoch Offroad-Touren kategorisch ablehnt und den Fokus eher auf Spritverbrauch legt, kann ganz auf den Allradantrieb verzichten und auf die ausschließlich frontangetriebene Variante zurückgreifen.

Die elektronische Servolenkung ist in jeder Ausführung Serie und arbeitet im Alltag angenehm straff und exakt. Nur beim Handling durch enge Kehren hätte die Lenkung eine etwas exaktere Rückmeldung vermitteln können.

Das modifizierte Fahrwerk wies ansonsten keine Schwächen auf und kann durch den Einsatz von größeren und neuen Querstabilisatoren zudem die Seitenneigungen reduzieren. Ebenfalls verbessert wurde auch der Federungskomfort, ABS, ESP und Traktionskontrolle tun ihr übrigens dazu. So gab der Captiva 2011 keinerlei Anlass zur Kritik und wir fühlten uns zu jeder Zeit sicher und gut aufgehoben.

Diesem Eindruck entsprach auch das Bremspaket mit rundum innenbelüfteten Scheibenbremsen inklusive ABS sowie dem hydraulischen Bremsassistenten.
Mit vier neuen Motoren bietet Chevrolet nun ein komplett überarbeitetes Angebot an und verzichtet im Gegensatz zum Vorgängermodell vorerst auf eine Autogas-Variante.

Stattdessen umfasst die Palette einen 2,4 l Vierzylinder-Benziner, einen Dreiliter-V6 Ottomotor sowie zwei Turbodiesel-Varianten mit je 2,2-Liter Hubraum in den Leistungsstufen 163 und 184 PS. Wobei die stärkeren Varianten stets mit Allradantrieb ausgerüstet undoptional oder sogar im Falle des Topbenziners serienmäßig mit einer Sechsstufen-Automatik versehen sind.

Um nun allerdings auf jede einzelne Kombination im Detail einzugehen, fehlt an dieser Stelle der Platz. Soviel sei jedoch verraten: die beiden Dieselaggregate sagten uns am meisten zu und erfüllen, ausgerüstet mit einem wartungsfreien Diesel-Partikelfilter und dem Common-Rail-Einspritzsystem die Euro5-Norm und reduzierten, trotz gestiegener Leistung, den Verbrauch laut Herstellerangaben auf 6,6 Liter im Schnitt und verringerten die CO2-Abgaswerte auf 174 g/km – dabei gehen wir hier von den allradangetriebenen Versionen kombiniert mit dem Handschalter aus.

Und sie überzeugen auch mit einem souveränen und dynamischen Vortrieb, was sich im Datenblatt mit 9,6 bzw. 9,9 Sekunden sowie einer Topspeed von 189 km/h oder aber Tempo 200 widerspiegelt.

So haben die Benziner nicht nur im Verbrauch sondern auch in punkto Spritzigkeit spürbar das Nachsehen, selbst der 3,0-Liter-V6 mit Direkteinspritzung und variabler Ventilsteuerung VVT. Gerade dieser konnte unseren Erwartungen nicht erfüllen, für ein Fahrzeug befeuert mit 258 Pferdestärken und einem maximalen Drehmoment von 288 Nm hätten wir einen kraftvolleren Auftritt erwartet. 8,6 Sekunden für den Spurt aus dem Stand bis Tempo 100 und gerade die Höchstgeschwindigkeit von nur 198 km/h haben uns doch überrascht.

Die serienmäßig verbaute Sechsgang-Automatik bremst den Schub hier spürbar ein und lädt dagegen viel mehr zum cruisen ein. Wer es dann doch gerne mal etwas sportlicher angehen lassenmöchte, sollte mittels Driver Shift Control (DSC) manuell eingreifen, dies lässt die Elektronik erfreulicherweise auch ohne Einschränkungen zu.

So treibt zwar die sportlichere Gangart und der damit verbundene Gasfuß den Vortrieb spürbar an, allerdings auch den Verbrauch erheblich nach oben. Wer die angegebenen 10,7 Liter im kombinierten Fahrzyklus erreichen möchte, sollte wieder in den Automatikmodus wechseln und etwas zurückhaltender mit dem Gaspedal sein.

Wie bereits erwähnt, ist der V6-Benziner ausschließlich mit einer neuen Sechsgang-Automatik versehen, der stärkste Diesel kann wiederum optional darüber verfügen und die beiden anderen Motoren sind ausschließlich mit einem gut geführten Sechsgang-Handschalter kombiniert.

Ganz dem heutigem Sicherheits-Standard entsprechend, wartet der neue Chevrolet Captiva mit Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer sowie Window-Airbags bis in den Fond, Dreipunkt-Sicherheitsgurten inklusive Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern vorn, ISOFIX-Befestigungspunkten und verschiedensten technischen Helferlein wie auch einem Überschlagschutz auf.

Dieses Sicherheitspaket ist wie zahlreiche andere Features, zu denen u.a. ein mp3-fähiges CD-Radio inkl. Bluetooth-Schnittstelle sowie eine Klimaanlage zählt, bereits im Basis-Preis enthalten. Dieser liegt in der frontangetriebenen Benziner-Version bei 25.690,- Euro. Womit Chevrolet einen wahrlich günstigen Einstieg in das SUV-Segment bietet.

Selbst das Topmodell LTZ kombiniert mit dem stärksten 3.0 L V6 Benziner und Allradantrieb liegtvoraussichtlich mit rund 40.000,- Euro auf einem angenehmen Preis-Niveau. Allerdings müssen Sie sich noch bis Ende März 2011 gedulden, denn erst dann rollt der neue verbesserte Chevrolet Captiva zu den Händlern.

Stand: Februar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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