// Fahrbericht / Chevrolet Captiva 2.2 Diesel MT 4WD LTZ

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Chevrolet Captiva 2.2 Diesel MT 4WD LTZ

Im Jahr 2011 präsentierte Chevrolet den aktuellen Captiva unter anderem mit aufgefrischtem Design und einer neuen Motorenpalette. In wenigen Monaten wird sich das SUV einer weiteren, wenn auch sehr dezenten Überarbeitung unterziehen. Optische Retuschen und neue Stoffe/Farben sollen dem SUV einen frischeren Auftritt verleihen, ebenfalls hält mit dem Facelift eine optimierte Ausstattungspolitik Einzug. Zweifelsohne hat auch die derzeitige Captiva-Generation einiges vorzuweisen – wenn auch leider die ein oder andere Schwäche, wie unser Testbericht aufzeigt.

Chevrolet hat dem mittlerweile sehr großzügigen Modell-Portfolio, dass vom Kleinwagen über die Limousine und den Sportwagen bis hin zum SUV reicht, ein durchgehend auffallendes Markengesicht verpasst.

So verleiht der zweigeteilte Kühlergrill mit dem mittig platzierten und vergoldeten Chevrolet-Logo auch dem Captiva einen kraftvollen Ausdruck. Dabei verfügt der Offroader zweifelsohne über die gewaltigste Front, dessen Optik neben den großen Scheinwerfern und der wuchtigen Motorhaube aber vor allen Dingen durch den dominanten und weit nach unten gezogenen Stoßfänger bestimmt wird.

Nicht ganz so monumental sticht dagegen die Rückansicht hervor, die aber in Form eines silberfarbenen Unterfahrschutzes inklusive Endrohreebenfalls starke Akzente setzt. Durchsichtige Heckleuchten-Abdeckungen verleihen der Topvariante LTZ des weiteren eine noch modernere Note.

Für einen modischen Look im Inneren sorgen großzügige Applikationen in mattem Silber, vereinzelte Chromelemente sowie die eisblaue Hintergrundbeleuchtung, der Bedieneinheit für Klimaanlage und der Audioanlage. Leider hat man jedoch darauf verzichtet, auch die Tasten im Lenkrad zu beleuchten.

So tappt man hier gerne mal im Dunkeln, ohnehin ging man mit der Beleuchtung etwas spärlich um, und so wirkt der gesamte Innenraum doch etwas schummrig. Dabei gibt die Cockpit-Anmutung, wie auch die Verarbeitung der angenehm zu fassenden Materialien keineswegs Anlass dazu sich verstecken zu müssen.

Das komfortable Gestühl könnte gerne mehr Seitenhalt aufweisen, zu mal man leicht auf dem Leder hin und her rutscht, entspricht aber schlussendlich dem Niveau eines SUV.

Mehr als nur dem Klassenstandard entspricht das anzutreffende Raumangebot für Passagiere und das Gepäck. So bietet der Chevrolet Captiva in jeder Ausführung vier Großgewachsenen sehr großzügige Platzverhältnisse, eine fünfte Person findet auf dem Mittelsitz im Fond Platz. Wenn auch hier kein Mitteltunnel die Beinfreiheit einschränkt, sitzt man hier natürlich nicht so bequem wie auf den anderen Plätzen.

Neben der klassischenFünfsitzer-Konfiguration ist der Captiva ab der Ausstattungsstufe LT mit sieben Sitzen bestückt. Die zwei zusätzlichen Einzelsitze halten sogar für 1,80 Meter große Passagiere noch ausreichend Raum bereit, können jedoch nicht mit dem Komfort der anderen Sitzmöglichkeiten mithalten.

Nichts desto trotz, gelingt der Zustieg dorthin ohne große Verrenkungen und bei Nichtgebrauch lassen sie sich mühelos wieder im Kofferraumboden versenken. So steigt der Laderaum von gerade mal 97 Liter im Nu auf 769 Liter bei dachhoher Beladung an. Klappen wir nun noch die zweite Sitzreihe um, erreichen wir eine weitgehend ebene Ladefläche sowie ein maximales Stauvolumen von 1.577 Liter.

Der Beifahrersitz bietet dabei nicht nur die Möglichkeit durch Umlegen der Lehne auch lange Gegenstände problemlos zu transportieren, er hält zudem eine Schublade mit zusätzlichem Stauraum bereit.

Neben weiteren Verstaumöglichkeiten, beispielsweise in den Türen oder in Form von Taschen an den Sitzlehnen, konnte durch die neue elektrische Feststellbremse ein luftiger Raum in der Mittelkonsole und somit Platz für Getränkehalter geschaffen werden.

Bereits das Blechkleid mit dem wuchtigen Frontstoßfänger lässt erahnen, der Captiva ist nicht für den harten Geländeinsatz gedacht. So kommt der im Topdiesel serienmäßig verbaute Allradantrieb vielmehr bei Eis undSchnee sowie auf Feldwegen zum Einsatz.

Verliert das SUV an Traktion wird die im alltäglichen Fahrbetrieb zu hundert Prozent an die Vorderachse geleitete Kraft je nach Bedarf automatisch bis zu einem Verhältnis von 50 zu 50 zwischen Vorder- und Hinterräder verteilt.

An Steigungen und Hängen profititert der Captiva außerdem von der neuen Berganfahrhilfe „Hill Start Assist“ sowie der Bergabfahrhilfe.

Das modifizierte Fahrwerk überrascht mit seiner sehr agilen Auslegung, meistert schnelles Kurvenräubern absolut souverän, ohne sich dabei groß aufzubäumen. Die elektronische Stabilitätskontrolle sowie eine Traktionskontrolle haben den Captiva zu jeder Zeit sicher im Griff.

Apropos, die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung ist ausreichend direkt, könnte bei den möglichen Kurvengeschwindkeiten aber gerne eine noch deutlichere Rückmeldung vermitteln.

Letztlich geht die gebotene Dynamik aber zu Lasten des Komforts. Und diesen lässt der Captiva teils auffallend vermissen und gerade Passagiere im Fond bekommen Bodenunebenheiten nahezu schonungslos mitgeteilt.

Nicht unbedingt von der Fahrbahnbeschaffenheit abhängig, verhält sich das Fahrzeug bei starken Bremsungen aus hohem Tempo sehr unruhig. Ohnehin ist die Bremsleistung, in Anbetracht des Bremssystems mit vier innenbelüfteten Scheibenbremsen, ABS und dem hydraulischenBremsassistenten, überraschend schwach. Wenn sich die Bremse auch angenehm dosieren lässt, so gönnt sie sich doch mit über 41 Metern einen recht langen Weg von 100 km/h auf Null.

Die Motorenpalette des Chevrolet Captiva umfasst unter anderem die Turbodiesel-Varianten mit je 2,2-Liter Hubraum, die sowohl in der 163-PS als auch der 184-PS-Version verfügbar sind. Letzteres und somit stärkstes Aggregat im Sortiment trieb unseren Testwagen an.
Und das durchaus kraftvoll, so entfaltete sich das maximale Drehmoment von 400 Nm bereits ab 2.000 Touren und preschte das SUV im besten Fall in 9,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.

Wenn auch stets als Diesel zu erkennen, geht der Selbstzünder mit einer angenehmen Laufkultur ans Werk. Diese akustische Zurückhaltung bewahrt sich der 2,2 Liter selbst bis hin zur Topspeed, die bei 200 Stundenkilometer erreicht ist.

Die Verantwortlichen bewerben die Aggregate zwar als sehr modern, verzichten aber dennoch auf eine Schaltpunktanzeige sowie ein Start-Stopp-System.

Trotz dieses Fehlens erreicht der Captiva laut Chevrolet einen Durchschnittsverbrauch von 6,4 Liter. Ein Wert, an dem wir in der Realitität jedoch um gut zwei Liter vorbeigeschrammt sind. In Anbetracht der Fahrzeugkategorie ist dies allerdings ein akzeptabler Verbrauch. Pendeln wir uns auf Langstreckenfahrten bei einer Richtgeschwindigkeitvon 130 km/h ein, liegen wir laut Bordcomputer bei 8,8 Liter im Schnitt.

Während der Motor uns durchaus zusagte, konnten wir leider am manuellen Sechs-Gang-Getriebe keinen Gefallen finden.

Die gesamte Führung war schwergängig sowie hakelig und auf Dauer absolut störend stieß die Übersetzung der beiden ersten Gänge auf. Selbst nach einer Eingewöhnungsphase war es uns nicht möglich, den Captiva ruckfrei und sanft anzufahren.

Einen deutlich harmonischeren Eindruck hinterließ in jedem Fall das Automatik-Getriebe, ebenfalls mit sechs Schaltstufen, dass wir bereits bei der Neuheiten-Präsentation 2011 erfahren konnten.

Das Sicherheitsniveau entspricht durchaus gutem Standard, wird aber voraussichtlich auch nicht im Modelljahr 2013 weiter verbessert und so wird der Captiva auch künftig mit Front- und Seitenairbags vorn sowie Window-Airbags, die bis in den Fond reichen, Dreipunkt-Sicherheitsgurte inklusive Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorn, aktiven Kopfstützen und ISOFIX-Befestigungspunkten versehen sein.

Der Topdiesel kombiniert mit der höchsten Variante LTZ wird von Chevrolet zu einem moderaten Preis von 36.740,- Euro angeboten. Die Ausstattung lässt in diesem Fall so gut wie nichts vermissen, selbst das Navigationssystem mit 7″-Farbdisplay inklusive Rückfahrkamera, eine Klimaautomatik und 8fach elektrisch verstellbareLedersitze sind im Umfang enthalten.
Einzig die Metallic-Lackierung schlägt mit 550,- Euro zu Buche. Ein sehr lohnenswertes Extra stellt unseres Erachtens außerdem die für 1.150,- Euro erhältliche 6-Stufen-Automatik dar.

Stand: Dezember 2012; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

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