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Charakterstarker Volvo XC60

Das Modelljahr 2012 des Schweden-Crossovers XC60 zeigt sich in punkto Motoren optimiert und wartet nun bei allen Dieselmodellen mit einem serienmäßigen Start-Stopp-System sowie einer Bremsenergie-Rückgewinnung auf. Des weiteren verwöhnen die zur Wahl stehenden Ausstattungslinien bis hin zur neuen exklusiven Volvo Ocean Race Edition mit noch mehr Umfang, darunter dem serienmäßigen innovativen Sicherheitssystem City Safety oder dem weiterentwickelten Kommunikationssystem Volvo on Call. Dabei lassen sich die Sicherheits-Features um acht weitere Assistenten optional ergänzen. Angefangen bei der Fußgänger-Erkennung mit automatischer Notbremsfunktion bis hin zum Toter-Winkel-Warner.

Die Marke Volvo hebt sich seit jeher durch eigenständiges und charakterstarkes Design von anderen Herstellern ab, dem schließt sich selbstverständlich auch der XC60 an.

Die kraftvolle und dominante Linienführung lässt das SUV dynamisch erscheinen, die sportliche Eleganz der Front zieht sich über die muskulöse Seitenpartie bis hin zum kompakten Heck. Wobei gerade hier die markant und groß geformten LED-Heckleuchten für einen eigenständigen Auftritt sorgen.

Wer den Offroad-Look verstärken möchte, kann dies in Form von farblich abgesetzten Türschweller-Schutzbeplankungen und einem stoßfängerintegrierten Unterfahrschutz für Front und Heck tun.

Das es mit der Übersichtlichkeit nicht all zu gut bestellt ist, weiß auch Volvo und wirkt dem mit heruntergeklappten Kopfstützen sowie der serienmäßigen Einparkhilfe oder der aufpreispflichtigen Rückfahrkamera entgegen.

Das eher nüchtern gestaltete Cockpit trifft auf den ersten Blick vielleicht nicht jedermanns Geschmack, doch auch wir müssen zugeben im Laufe der Testzeit immer mehr Gefallen daran gefunden zu haben.

Schöne, großflächige Applikationen im Alulook, die über das Lenkrad bis hin zu den Türen reichen, vermitteln einenmodern-eleganten Touch. Diese wie auch die verarbeiteten Materialien, darunter Leder wie auch Kunststoff, lassen sich nicht nur angenehm anfassen sondern vermitteln auch einen hochwertigen Eindruck.

Das zum Fahrer hin orientierte Cockpit ist einerseits reduziert und klar strukturiert, doch bei Betrachtung der Bedieneinheit auf der freischwebenden Mittelkonsole fällt auf, dass diese mit zu vielen Tasten auf engstem Raum etwas überfrachtet wirkt. Hier hätten wir uns etwas mehr Übersichtlichkeit und Raffinesse gewünscht, wie es die Designer z.B. bei der Belüftungssteuerung bewiesen haben. Die optische Lösung der in Chrom eingefassten Menschenform sorgt für einen tollen Eyecatcher.

Der Volvo XC60 bietet den Insassen jedoch nicht nur ein markentypisches Wohlfühl-Ambiente sondern auch komfortable Raumverhältnisse. Vorne nehmen somit auch problemlos Passagiere jenseits der 1,90 Meter auf dem bequemen Gestühl Platz. Der Seitenhalt ist für die Fahrzeugklasse ausreichend, verliert sich aber nach oben hin völlig.

Und auch erst bei solch großen Insassen in Reihe eins, wird es für Passagiere ab 1,85 Meter im Fond eng. Den Mittelsitz sollte man wie so oft auch hier nur für kürzere Strecken nutzen, da die harte Polsterung für einen recht unbequemen Sitz sorgt.

Wer die zweite Reihe wiederum als zusätzlichen Stauraum nutzen möchte und somit das Standard-Kofferraumvolumen von üppigen 495 Liter auf 1.455 Liter erweitern will, kann dies mittels einfachem Hebelzug tun. Um eine ebene Ladefläche zu erreichen, reicht es aus nur die Lehne umzulegen. Eine dreifache Teilung der Rücksitzbank bietet optimale Flexibilität, zudem ist es nicht nötig die Kopfstützen zu entnehmen oder gar darauf zu achten, dass sich die Anschnallgurte nicht beim Umlegen verheddern. Für den Transport besonders langer Gegenstände lässt sich außerdem die Rückenlehne des Beifahrersitzes nach vorn klappen.

Für ein SUV leider nicht untypisch ist eine recht hoheLadekante zu überwinden. Wiederum positiv fallen die Fixierungsmöglichkeiten, die praktischen Taschenhaken und der abschließbare Ladeboden sowie die darunter befindlichen Staufächer und das sauber verstaute Werkzeug auf.

Die weit öffnende Heckklappe unterstreicht nun stets automatisch öffnend bzw. schließend den Premium-Charakter sowie den hohen Bedienkomfort.

Mit dem XC60 fühlen wir uns in den unterschiedlichsten Situationen und Einsatzgebieten sehr wohl. Wie üblich für ein Crossover-SUV sucht aber auch der kleinste Volvo-Offroader nicht wirklich den Einsatz im harten Gelände.

In Verbindung mit den Fahrzeugüberhängen, dem ungeschützten Unterboden würde man nach verlassen des Schotterweges sich nur das schöne Blech verbiegen, immerhin beträgt die Bodenfreiheit 23 Zentimeter. Fehlende Untersetzungen oder gar mechanische Sperren empfehlen den Volvo ohnehin nicht für das richtige Offroad-Terrain. Aber da möchte der XC60 wie gesagt ja auch gar nicht hin.

Also geht es im Nu wieder zurück auf die asphaltierte Piste, und hier sorgt der permanente Allradantrieb mit elektronisch geregelter Haldexkupplung für eine stufenlose Kraftverteilung und optimale Traktion.

Das durchaus komfortable Basisfahrwerk vermittelt angenehm straff ausgelegt ein dynamisches Fahrgefühl, auch wenn das Fahrzeug in schnellen Kurven deutlich über die Räder schiebt. Die elektronische Fahrdynamikregelung DSTC greift hier im Grenzbereich spürbar ein und hält den XC60 stets sicher auf Kurs. Elch hin oder her.

Wer auf verschiedene Fahrwerkseinstellungen zurückgreifen möchte, muss das 1.350,- Euro teure aktive Four C-Fahrwerk ordern. Hier wird zudem die Abstimmung der Stoßdämpfer automatisch der aktuellen Fahrsituation und Geschwindigkeit angepasst. Ebenfalls darin enthalten, ist die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung. Aber auch hier reicht die Serie vollkommen aus, leichtgängig und zielgenau sorgt die Basislenkung für ein direktes Handlingmit guter Rückmeldung.

Einen nicht weniger guten Eindruck hat auch die Bremsanlage mit vier groß dimensionierten, innenbelüfteten Bremsscheiben hinterlassen. Inklusive hydraulischem Bremsassistenten spricht die fein zu dosierende Bremse schnell und kraftvoll an.

Neben den zur Wahl stehenden Benzinaggregaten bis hin zum 304 PS starken T6, umfasst die Motorenpalette drei optimierte Fünfzylinder-Turbodiesel. Einer davon ist der Volvo XC60 D3 AWD.

Die Leistung von 120 kW / 163 PS sowie einem maximalen Drehmoment von 420 Nm, das sich in einem Drehzahlbereich von 1.500 bis 2.500 Touren voll entfaltet, vermittelt das SUV ausreichenden und durchzugsstarken Vortrieb. Der 2,4-Liter-Turbodiesel entfaltet dabei einen sehr angenehmen und für Fünfzylindermotoren einzigartigen Sound. Von einem Diesel ist hier kaum etwas zu hören.

Im Gegensatz zum Fronttriebler ist die Allradvariante zunächst serienmäßig mit einem Schaltgetriebe versehen, verfügte im Falle unseres Testwagens aber ebenfalls über die adaptive Sechsgang-Automatik mit Geartronic-Funktion. Mit sanften (bei flotter Fahrweise eher spürbaren) und dynamisch ausgelegten Schaltstufen harmonierte das Getriebe sehr gut mit dem Fahrzeug, nimmt dem XC60 aber doch etwas den Elan und steigert zudem erheblich den Verbrauch.

So gönnt sich die Automatik mit 10,9 Sekunden fasst eine halbe Sekunde mehr für die Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h und reduziert die Topspeed um fünf Stundenkilometer auf Tempo 190.

Noch deutlicher fällt der Unterschied beim Spritverbrauch aus. In der Stadt sind es fast bis zu zwei Liter und das trotz optimal funktionierendem Start-Stopp-System. Im Mix liegt der Automat dann immer noch einen guten Liter über den Werten des Schaltgetriebes. Ganz so sparsam, wie es Volvo zudem angibt waren wir ohnehin nicht unterwegs. So sollten Sie durchaus mit einem Mixverbrauch von 7,5 Liter oder mehr rechnen, als mit den vom Hersteller angegebenen 6,8Litern.

Vorbildliche Sicherheit gehört bei dem Automobilhersteller Volvo mittlerweile zum guten Ton, diesem Anspruch wird zweifelsohne auch das Crossover-Modell gerecht.

So sehen es die Schweden nicht nur als selbstverständlich, den XC60 serienmäßig beispielsweise mit einem Seitenaufprall-Schutzsystem SIPS, Front- und Seitenairbags, Kopf-Schulter-Airbags sowie diversen Regelsystemen zu bestücken, zu denen u.a. das Überroll-Schutzsystem ROPS einschließlich RSC (Roll Stability Control), die Fahrdynamikregelung DSTC, die Anhänger-Stabilisierungskontrolle TSA oder die HDC-Bergabfahrhilfe zählen.

Zusätzlich rüstet Volvo das SUV mit dem Sicherheitssystem City Safety aus. Dieses ist stets aktiv zwischen 4 und 30 km/h und erkennt eine drohende Kollision, warnt sowohl akustisch als auch optisch und spannt dementsprechend das Bremssystem vor. Bei nicht eingreifen des Fahrers reagiert City Safety bis zu einer Geschwindigkeit von 15 km/h mit einer automatischen Notbremsung.

Dieser tolle Assistent lässt sich jedoch optional um weitere zahlreiche Innovationen ergänzen. So stellt Volvo wenn gewünscht nicht nur einen Toter-Winkel-Warner (Blind Spot Information System = BLIS) oder die innovative Fußgängererkennung mit automatischer Notbremsfunktion zur Seite. Um Unfälle zu vermeiden wird auch die Müdigkeitserkennung Driver Alert und die Spurhaltewarnung Lane Departure Warning angeboten.

Die neueste Generation des aktiven Geschwindigkeits- und Abstandsregelsystems mit Bremsassistent Pro verfügt in Verbindung mit dem Automatikgetriebe zudem über eine Stauassistent-Funktion. Dieses wahrlich tolle Feature fährt das Fahrzeug im Stop-and-Go-Verkehr selbstständig an und bremst es auch wieder bis zum Stillstand ab.

Last but not least, wäre das optimierte Kommunikationssystem Volvo on Call (VOC) zu erwähnen. Im Modelljahr 2012 ist dem Kunden hiermit nicht nur eine rund um die Uhr schnelle und zuverlässige Hilfe im Fall einesVerkehrsunfalls oder einer Panne garantiert. Die neue VOC Applikation für Smartphones ermöglicht es Ihnen verschiedene Funktionen Ihres Volvos wie z.B. die Standheizung zu steuern oder aber Informationen abzurufen. Ob Tankinhalt, Betriebstände der Flüssigkeiten … Zudem können Sie von unterwegs überprüfen, ob das Fahrzeug verriegelt ist. Fehlermeldungen oder Warnungen werden ebenfalls an das Smartphone übermittelt.

Mit 35.770,- Euro stellt der XC60 als frontangetriebener DRIVe die Einstiegsvariante dar, zweifelsohne ein stolzer Preis. Während Volvo jedoch ganz klar mit den deutlich teureren deutschen Bestsellern konkurrieren möchte, rangiert er doch preislich auf dem Niveau eines Kia Sportage oder Ford Kuga.

Der nächst stärkere Diesel D3 erstreckt sich je nach Antrieb, Getriebe und Ausstattung zwischen 37.800,- und 45.350,- Euro. Wobei letzterer Preis für den von uns getesteten XC60 D3 AWD inklusive Automatikgetriebe in der Topausstattung Summum gilt.

Dabei ist bereits die Basislinie Kinetic vorbildlich ausgestattet. Sei es eine Klimaautomatik, die Geschwindigkeitsregelanlage, elektrische Fensterheber rundum oder das Audiopaket Performance mit integriertem 5-Zoll-Farbdisplay … an vorbildlicher Ausstattung mangelt es dem XC60 zu keiner Zeit.

Die automatische Heckklappenfunktion sowie die Einparkhilfe hinten und das Audio-Paket High Performance (mit Radio-CD-Player, acht Lautsprechern, 4×40 Watt, AUX-Anschluss, USB-Schnittstelle und Bluetooth-Freisprecheinrichtung) der nächsthöheren Ausstattung Momentum wird in der Variante Summum außerdem um lederbezogene Sitze (vorne beheizbar) ergänzt, wobei der Fahrersitz elektrisch verstellbar ist und über eine Memoryfunktion verfügt, außerdem Dual-Xenon-Scheinwerfer inklusive dynamischem Kurvenlicht und eine Scheinwerferreinigungsanlage sowie u.a. Leichtmetallfelgen im 18-Zoll-Format.

Die sportlich-schicke „R-Design“-Linie wie auch die exklusive Volvo Ocean Race Edition steht auchbeim Volvo-Crossover zur Wahl. Ebenso gut geschnürte Pakete von Komfort über Sicherheit bis hin zur optimalen Familien- oder Wintertauglichkeit, die dem Kunden nicht nur attraktive Preisvorteile sondern auch reichlich Individualität bietet.

Stand: Februar 2012; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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