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BMW M3 Limousine – Acht Zylinder, 420 PS, 400 Nm …

Hinter dem Kürzel M3 verbirgt sich mehr als nur ein Auto. 25 Jahre Erfolgsgeschichte, vier Generationen Sportwagen für die Straße, aber auch für die Rennstrecke. 2012 werden die Münchner nach langer Abstinenz auch endlich wieder in die DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) zurückkehren. Die Basis hierfür liefert niemand geringeres als der M3. Darum – und weil kaum ein anderes Auto so viel Fahrspaß bietet – haben wir uns den M3 einmal genauer angesehen. Und es bleibt nicht beim sehen, man spürt ihn mit allen Sinnen, Gänsehaut ist garantiert, denn selten hat so ein kleiner Schalter wie „Sport“ eine so große Wirkung. Ob Zwischengas beim Zurückschalten, Blitzstarts oder unglaubliche Zwischensprints, 0 auf 100 in 4,7 Sekunden, oder, oder, oder … einfach genial.

Den aktuellen M3 gibt es neben Coupé und Cabriolet auch als Limousine, wahrlich die Variante, die Alltagsnutzen und Rennsportflair wie kaum ein anderes Fahrzeug vereint. Abgesehen von der tragenden Fahrzeugstruktur, den Türen, dem Dach, Kofferraumdeckel, sowie den Scheiben und Heckleuchten hat die M3 Limousine mit dem Serien-Pendant auch nicht viel gemein. Trotzdem ist sie natürlich ganz klar als „Dreier“ erkennbar, aber es ist deutlich zu sehen, dass hier etwas gewaltiges unter dem Blech stecken muss, dass es sich um ein völlig anderes Auto handelt.

Der ausgeprägte Powerdome (Hutze) auf der Motorhaube, die sehr großen Lufteinlässe und imposante Schweller rundum zählen ebenso zu den optischen Reizen des M3, wie die kiemenartigen Elemente an den ausgestellten Kotflügeln und die filigran geformten Außenspiegel.

Die stärker ausgestellten Radhäuser wirken wie kraftvolle Muskelpakete und umschmeicheln die serienmäßigen, gewichtsoptimierten 18 Zoll-Leichtmetallräder im M typischen Doppelspeichen-Design oder wie in unserem Fall, die geschmiedeten Leichtmetallräder im 19 Zoll-Format.

Krönender Abschluss sozusagen, stellt der imposante Heckdiffusor mit den zur Mitte hin angeordneten Endrohen dar, gleich vier an der Zahl. Aus ihnen entwickelt der M3 seinen unvergleichlichen Sound, den er selbst bei langsamer Fahrt zur Freude desFahrers verströmt.
Wer möchte, kann mit den exklusiv für die M3-Reihe zur Wahl stehenden Außenfarben individuelle Akzente setzen. Der bei unserem Testfahrzeug verwendete Farbton Jerez Schwarz sorgt z. B. durch blaue Perlpigmente für eine aufregende Färbung je nach Lichteinstrahlung.

Das optionale Competition Paket sowie speziell entwickelte Optionen setzen hier selbstverständlich noch einen drauf und stehen dem Kunden im Original BMW Zubehör Programm zur Wahl.

Äußerlich ein Dreier, jedoch ganz klar ein „M“. Wie sieht es da im Inneren aus? Im Grunde genauso.

Hier besinnt sich BMW auf bewährtes und zeigt Finesse im Detail. Das Cockpit gibt sich ganz BMW-like massiv, schwungvoll und übersichtlich, ist im gesamten dunkler gehalten um den sportlichen Charakter zu unterstreichen.

Feinste Materialien hochwertig verarbeitet dürfen selbstverständlich auch hier nicht fehlen. Je nach Ausstattungsvariante ist das Interieur in einen Stoff-/Leder-Mix gehüllt, teils mit glattem, samtweichen Leder versehen oder aber auch mit dem Leder Novillo fast vollständig verkleidet. Kombinieren können Sie diese mit vier exklusiven Dekorleisten, zu denen u.a. das schicke in Carbonstruktur geprägte Leder aus unserem Fahrzeug zählt.

Das M-Lederlenkrad liegt wunderbar dick mit schönen Griffmulden perfekt in der Hand und ist mit blauroten Nähten versehen, was für „M“ steht. Zu den weiteren Indizien zählt außerdem die M spezifische Instrumenteneinheit mit weißen Ziffern auf schwarzem Hintergrund gepaart mit roten Zeigern und einem variabel aufleuchtenden Warnfeld des Drehzahlmessers in Gelb- und Rottönen sowie einer Anzeige bis 330 km/h. Ebenso deuten die zusätzlichen Bedienelemente für die elektronischen Fahrprogramme, der knackig kleine Schaltknauf sowie die Einstiegsleisten versehen mit einem M Logo auf die exklusive Variante hin.

Das serienmäßige Gestühl zeigt sich nicht nur bei rasanter Kurvenhatz von seiner besten Seite, auch auf Langstrecken verwöhnt es mit optimalem Komfort. Die elektrischen Justierungsmöglichkeiten bis hin zu den Seitenwangen ermöglichen es dem Fahrer wie auch dem Beifahrer schnell und problemlos den perfekten Sitz zufinden.

Reichlich Pferdestärken gehen meist mit geringen Platzverhältnissen und wenig Fassungsvermögen einher, nicht so beim M3. Hier sitzen wir auch noch in der zweiten Reihe als 1,80 Meter Insasse bequem und können auf einen 450 Liter Kofferraum zurückgreifen, der zudem um eine Durchlade ergänzt werden kann und somit auch das Beladen von sperrigen, langen Gegenständen möglich macht, Skier zum Beispiel, obwohl die Fahrt ins schneebedeckte Hochgebirge sicher nicht zu den stärken des M 3 gehört.

Man spürt in der Lenkung – die ob im Normal- oder Sportmodus wunderbar direkt, exakt und straff agiert und eben im Modus Sport nur eine Spur knackiger arbeitet – förmlich die breite Bereifung,. Im Slalom sind ordentliche Lenkkräfte nötig, dann schafft das Fahrzeug den Parcours allerdings so spielerisch, dass die Pylonen auch gut und gern näher stehen könnten.
Das Fahrzeug lässt sich selbst bei Topspeed in einer Kurve so sicher und mühelos führen, dass der M3 sprichwörtlich wie auf Schienen zu gleiten scheint, Karosserieneigungen sind kaum wahrzunehmen. Beeindruckend gutmütig und souverän lässt sich der M3 auch im Grenzbereich handeln und ist für den geübten Fahrer nahezu entspannt zu handhaben, diesem – und nur diesem – können wir auch mal raten, das DSC auch mal komplett abzuschalten. Für noch größere Überraschung sorgte die Traktion bei Nässe. Was die Ingenieure hier auf die Beine gestellt haben sucht seinesgleichen, das neue Hinterachsgetriebe mit der Variablen M Differenzialsperre möchte man einfach nicht mehr missen.

Die drei wählbaren Stufen Komfort/Normal/Sport in Form der optionalen elektronischen Dämpferkontrolle EDC ermöglichen es dem Fahrer zu jederzeit über die perfekte Abstimmung zu verfügen. So ist die Limousine im Alltag alles andere als unkomfortabel und bei flotterer Gangart wunderbar straff ohne aber störend hart zu sein.

Über das Bediensystem iDrive können Sie gegen Aufpreis zudem über MDrive verfügen und haben damit die Möglichkeit, für sämtliche Fahrdynamiksysteme eine ganz individuelle Einstellung vorzunehmen und somit Ihr ganz persönliches Setup auszuwählen. Weitere elektronische Fahrhilfenwie ABS, eine Schlupfregelung (ASC), ein Anfahrassistent, die Cornering Brake Control (CBC) oder die Trockenbremsfunktion unterstützen den Fahrer zusätzlich.

Gewicht konnten die Ingenieure auch bei der Hochleistungsbremsanlage mit Compound-Scheiben einsparen. 34 Meter Bremsweg sprechen absolut für sich und dies gelingt dem M3 ohne Murren und Quietschen. Beeindruckend, wie kraftvoll die Bremsen auch aus sehr hohem Tempo zubeißen und das Fahrzeug ohne Mühe zum Stehen bringen. Die perfekte Harmonie fand BMW in dem schnell aber dennoch sanft ansprechenden Bremspedal, das sich angenehm dosieren lässt. Die Brake Energy Regeneration erzeugt zudem beim Bremsen sowie der Gaswegnahme Strom für das Bordnetz und spart damit zusätzlich Sprit.

Der mehrfach als „Engine of the Year“ ausgezeichnete Reihensechszylinder-Motor wurde im aktuellen M3 erstmals durch ein Achtzylinder-Triebwerk ersetzt, das gegenüber dem Vorgänger eine Gewichtsersparnis von rund 15 Kilogramm mit sich bringt und mit einer variablen Nockenwellensteuerung Doppel-VANOS und acht Einzel-Drosselklappen, die über zwei Stellmotoren vollautomatisch bedient werden, ausgestattet. Ganz so, wie man es aus dem Motorsport her kennt.

Von einem sanften V8-Brubblen bis hin zu einem absoluten Löwen-Brüllen hält der M3 die komplette Bandbreite bereit. Wer den 420 PS freien Lauf lässt und das maximale Drehmoment von 400 Nm auskitzelt, das von unten heraus fast vollständig bereit steht und den Achtzylinder bis gigantische 8.400 Touren hochdrehen lässt, der fährt sich förmlich in einen Rausch. Hier emotionslos über reine Fakten zu schrieben ist völlig unmöglich, der M3 zieht einen in seinen Bann und es erfordert – auch wenn das jetzt vielleicht albern klingt – eine ganze Portion Charakterstärke von seinem Fahrer. Ansonsten kann das Punktekonto in Flensburg sehr schnell den Fahrspaß beenden, denn die möglichen Fahrleistungen sind unglaublich.

Der Puls liefert sich ein Wettrennen mit der Tachonadel und die Gänsehaut bahnt sich ihren Weg über den gesamten Körper. Nach 4,6 Sekunden haben wir bereits die Tempo 100 Marke passiert, nur wenig später die 200 und das Aggregat zieht kolossal weiterbis 280 km/h, wobei der Tacho einem sogar noch mehr verspricht, die Nadel eilt dann schon über die 300er-Marke hinaus. Dem M3 fehlt es zu keiner Zeit an kraftvollem Vortrieb, selbst aus den hohen Gängen heraus. Die möglichen Zwischensprints sind einfach exorbitant und das Suchtpotential ist immens hoch.

Jetzt von Spritverbrauch anzufangen, fühlt sich irgendwie nicht richtig an, muss aber leider sein. Der angegebene Durchschnittsverbrauch von 11,2 Litern Super Plus auf 100 Kilometer ist ohnehin nur mit sehr viel Disziplin zu erreichen und meist nicht sehr realistisch, will ich so fahren, brauche ich keinen M3. Und so schmeichelt einem die serienmäßige Start-Stop-Automatik an jeder Ampel oder Kreuzung an der man zum Stehen kommt und gibt einem nicht nur das Gefühl zu sparen, sondern tut es ja letztendlich auch, auch wenn man mit größter Freude am nächsten Ortsausgangsschild den eingesparten Sprit mit dem größten Vergnügen wieder verbläst.

Dabei waren wir – wir müssen es ehrlich zugeben – zunächst ein wenig enttäuscht, als wir nicht die manuelle Sechsgang-Schaltkulisse sondern die des Doppelkupplungsgetriebes gesehen haben. Doch dieser Eindruck war schon nach den ersten Metern verflogen und verkehrte sich ins Gegenteil.

Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DKG) ist ein wahrer Traum und stellt die perfekte Verbindung zwischen zivilem und sportlichem Fahrverhalten dar. Selbst wenn wir nur dahingleiten, erfreut uns immer wieder die Zwischengasfunktion beim Gaswegnehmen, die dann erst recht bei rasanter Fahrt nur noch mehr animiert und den Motor beim Herunterschalten förmlich auffauchen lässt und Rennfeeling pur vermittelt.

Es hat den Anschein, dass im M3 zwei Herzen und somit zwei Charaktere stecken. Wenn auch stets mit überragendem Vortrieb, so ist die Beschleunigung einerseits sanft oder aber – wenn gewollt – auch absolut brachial. Hier trägt das Doppelkupplungsgetriebe seinen Teil dazu bei und ist mittels nur einer Taste spielerisch und jederzeit zu variieren.
Bei ziviler Fahrt überzeugt das Getriebe mit sanften Schaltvorgängen und niedertouriger Fahrweise. Doch der Reiz des gewissen M-Feelings ist einfach zu groß, wir könnennicht wiederstehen und müssen einfach ein paar Schalter betätigen und der Limousine wahrlich die Sporen geben.

Während das Fahrzeug vehement nach vorn prescht, schalten die Gänge so rasant hoch, dass man im manuellen Modus gar nicht mehr hinterher käme. Dennoch können wir dies mittels Schaltpaddles tun, die Elektronik lässt einem dabei völlig freie Hand. Aber ehrlich gesagt, ist ein selbst Schalten überhaupt nicht nötig. Nicht nur, dass das DKG den M3 schneller beschleunigt als der Handschalter, es spart dabei sogar noch rund 0,5 Liter Sprit auf 100 Kilometer und wir können diesen unglaublichen Vortrieb viel mehr genießen und uns so ganz nebenbei auch besser auf die Straße konzentrieren.

Um der Schwärmerei ein Ende zu machen, sei am Schluss nur eines noch gesagt: Galt bislang der Porsche 911 Turbo zum aufregendsten, was wir so unter den Hintern bekommen haben, der mit dem Losknallen wenn der Turbo einsetzt alles überstrahlte, so hat uns der M3 mit seiner gleichmäßigen Kraftentfaltung in praktisch jeden Bereich doch noch mehr begeistert.

Die BMW M3 Limousine bietet den Insassen dank einer torsionsfesten Karosseriestruktur, Knautschzonen sowie Rückhaltesystemen zu denen Frontairbags, Becken-Thorax-Airbags und Curtain-Kopfairbag vorn und hinten, sowie Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, aktive Kopfstützen und eine definierte Verformbarkeit der Fußstütze zählen, bestmöglichen Schutz.
Mit 66.400,- Euro stellt die Limousine den günstigsten Einstieg in die M3-Welt dar und bietet zudem den größten Alltagsnutzen und das beste Understatement.

Wenn man sich die Liste der serienmäßigen Features ansieht, bezweifelt man, dass es hier noch etwas gibt, was nicht bereits inbegriffen ist. Hier wären in jedem Fall erwähnenswert, die Auto Start-Stop-Funktion, M Differenzialsperre, eine Stoff-/Leder-Polsterung, der anthrazitfarbene Individual Dachhimmel, M Sitze vorn mit elektrischer Sitzverstellung und Memory-Funktion für den Fahrer, umklappbare Fondsitzlehnen, ein M Leder-Multifunktionslenkrad, Klimaautomatik, Tempomat, Schaltpunktanzeige, Regensensor, ein Innenlichtpaket und Xenon-Licht.

Aber natürlich wäre auch der M3 kein echterBMW, wenn es da nicht spezielle Pakete, verschiedene Lackierungen und Leichtmetallräder, Innenraum-Dessins und Entertainment-Optionen gäbe, die einen Blick in die Aufpreisliste lohnenswert machen würden.

Stand: Januar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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