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BMW 730d – Die Welt der oberen Zehntausend.

Schwächen konnte man dem 7er BMW auch in der Vergangenheit nicht unbedingt nachsagen, umso überraschender ist daher die Tatsache, dass es den Münchnern tatsächlich gelungen ist, mit dem im vergangenen Jahr eingeführten Facelift die Oberklasse-Limousine noch besser zu machen. Während der optische Feinschliff sehr dezent ausfällt, sind die Neuerungen unter dem Blechkleid prägnanter. So setzen die Bayern auf gesteigerten Komfort, ohne aber die von BMW gewohnte Dynamik vermissen zu lassen und heben den Effizienz-Anspruch weiter an und das nicht nur bei dem von uns getesteten BMW 730d, der zugleich den Einstieg in die Welt der oberen Zehntausend darstellt.

Der im Jahr 2012 aufgewertete 7er BMW präsentiert sich rundum stilvoll und ist im aktuellen Modelljahr vor allen Dingen an der neuen BMW Niere zu erkennen. Noch üppiger dimensioniert, dafür aber nun mit neun statt wie bisher zwölf Streben versehen, streckt sich diese stolz und selbstbewusst dem Wind entgegen und verleiht der Baureihe einen ausdrucksstarken und unverwechselbaren Auftritt.

Die auf Wunsch erhältlichen neuen Voll-LED-Hauptscheinwerfer betonen diesen Eindruck nochmals und die hier markentypischen Coronaringe prägen nicht nur das Stand- und Tagfahrlicht, sondern auch das Erscheinungsbild des Abblendlichtes.

Auch die Frontschürze unterzog sich wirkungsvollen Modifizierungsmaßnahmen und verleiht u.a. mit neu gestalteten Lufteinlässen und weiteren Chromakzenten dem Fahrzeug noch mehr Dynamik. Dieser Charakter wird durch die nun geringere Dachhöhe zusätzlich verstärkt. An der Seitenansicht des Fahrzeuges fallen zudem die jetzt in den Außenspiegel integrierten Blinkleuchten auf.

Dem aufmerksamen Beobachter werden am Heck eine weitere Chromleiste wie auch die in ein kräftiges rot getauchten Abdeckungen der Rückleuchten auffallen.

Wie luxuriös Sie Ihr „bayrisches Wohnzimmer“ gestalten, bleibt ganz Ihnen und Ihrem finanziellen Budget überlassen, denn die Auswahlscheint grenzenlos.

Wählen Sie zwischen Dakota- oder Nappaleder, beispielsweise in Elfenbeinweiß oder Venetobeige. Dieses exklusive Leder setzt den Innenraum ebenso stilsicher und luxuriös in Szene wie die verschiedenen Holzintarsien und Zielelemente. Die Verarbeitung der sehr hochwertigen Materialien ist dabei ebenso vorbildlich, wie der Sitzkomfort der neu konzipierten Vordersitze.

Und auch hier hat der Kunde die Qual der Wahl, neben dem bereits vorbildlichen Basisgestühl, steht ein Sportsitz oder sogar ein Multifunktionssitz zur Wahl. Letzterer bietet auf Wunsch auch den Fondpassagieren zusätzlichen Komfort und kann mit einem Klapptisch in der Rückenlehne oder dem „Rear Seat Entertainment“ versehen werden.

Auf die individuellen Bedürfnisse lässt sich der Fondbereich auch in punkto Sitzmöglichkeit zuschneiden. So kann die durchgängige Sitzbank gegen Aufpreis durch Einzelsitze ersetzt werden, die sich zudem variabel verstellen lassen.

Bevor wir wieder hinter dem Lenkrad Platz nehmen, werfen wir noch einen Blick in den Kofferraum. Dieser hält unverändert ein Stauvolumen von 500 Litern bereit, das leider auch weiterhin etwas zerklüftet ist.

Zahlreiche Neuerung wie auch Luxusfeatures hat im Innerraum das Cockpit des Münchners zu bieten, diese schlagen allerdings auch deutlich beim Preis zu.

Da wäre zum einen die neue Generation des Navigationssystems Professional das mit 3D-Effekten aufwartet und Verkehrsinformationen in Echtzeit sowie Wetterinformationen übermittelt, nun sogar über eine Freitextspracherkennung, eine optimierte Sprachsteuerung, eine Diktierfunktion für eMails und SMS sowie weitere Mobilitätssysteme des Connected Drive verfügt.

Während das neue Ambientelicht mit individuell wählbaren Farbtönen, einen deutlich geringeren Aufpreis verlangt, schlägt das Bang & Olufsen High End Surround Sound System mit fast fünftausend Euro wieder ordentlich zu Buche.

Die 1.200-Watt-Musikanlage sorgt allerdings mit ihren 16 Lautsprechern, die unter anderem in denhinterleuchteten, satinierten Aluminiumblenden in den Spiegeldreiecken der Türen und der Hutablage platziert sind, für ein einmaliges Klangerlebnis. Der ausfahrbare illuminierte Center-Lautsprecher in der Instrumententafel stellt dabei auch einen Hingucker dar.

Womit wir zu der augenfälligsten Neuheit des Innenraumes überleiten möchten, der ebenfalls optional erhältlichen multifunktionalen Instrumenteneinheit.

Statt des klassischen Kombiinstruments, ist das Display hier volldigital. Dennoch bleibt das gewohnte Erscheinungsbild bestehen, zumindest im Comfort-Modus. Denn wählen wir den Eco Pro oder Sport Modus aus, öffnen sich die Ringe der vier Rundinstrumente und geben den Raum für zusätzliche Informationen frei.

Dank der erweiterten Black Panel Technologie werden die unterschiedlichen Modi zudem in verschiedenen Farbwelten dargestellt. So erstrahlt das Display im Eco Pro Modus beispielsweise in blau und der Drehzahlmesser wechselt zur EfficientDynamics Anzeige, diese Maßnahmen sollen den Fahrer zu einer effizienten Fahrweise anregen.

Dagegen regelrecht animierend wirkt das Orangerot des Sport Modus sowie die angezeigte Geschwindigkeit mittels großer digitaler Ziffern. Beim manuellen Gangwechsel sticht außerdem die jeweilige Fahrstufe mittig im Drehzahlmesser hervor.

Für eine optimale Ablesbarkeit der Geschwindigkeit kann, abgesehen vom Sport-Modus, die Zoomfunktion eingesetzt werden. Ob Geschwindigkeit, Navigationshinweise oder sonstige relevante Informationen werden beim aufpreispflichtigen Head-up-Display optimal ins Sichtfeld des Fahrers an die Scheibe projiziert.

Es ist keineswegs so, dass es dem Vorgängermodell an Komfort gemangelt hätte, doch die Verantwortlichen haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen noch weiter zu perfektionieren. So wurden nicht nur die Gummilager überarbeitet und neue Dämpfer verbaut, alle 7er-Modelle verfügen nun serienmäßig über die Hinterachs-Luftfederung inklusive Niveauregulierung.

Trotz des vorbildlichen Komforts bewahrt sichdie Oberklasse-Limousine erfreulicherweise aber auch künftig die gerade für diese Klasse hervorragende Dynamik.

Und so hat der Fahrer stets die Möglichkeit, mittels serienmäßigem Fahrerlebnisschalter den 7er BMW ganz auf seine jeweiligen Bedürfnisse abzustimmen. Von effizient über komfortabel bis hin zu unglaublich sportlich ist die Spreizung der einzelnen Modi Eco Pro, Comfort, Sport und Sport+ sehr stark differenziert und so kann mittels einfachem Tastendruck Einfluss auf das Ansprechverhalten des Motors, die Gasbefehle, Lenkung, Getriebe sowie die Fahrstabilitätskontrolle DSC genommen werden.

Dem DSC könnte man regelrecht eine Abstufung von „Weichei bis Kamikaze“ bescheinigen. Denn während im Komfort-Modus die Fahrstabilitätskontrolle das Fahrzeug in schnellen Kurven spürbar und gar ängstlich einbremst, übernimmt der Fahrer bei Sport+ das Ruder, während das DSC kaum noch eingreift, und so kann dieses jetzt auch vollständig abgeschaltet werden, die dynamische Traktions Control wird dagegen aktiviert. Der Fahrspaß, den das fünf Meter lange Gefährt nun bietet ist beispiellos. Die erhältliche Wankstabilisierung Dynamic Drive reduziert bei der Kurvenjagd zudem die ohnehin geringe Seitenneigungen des Fahrzeugs.

Wenn auch die Aktivlenkung kein Anlass zur Kritik gibt, so kann der 7er BMW gegen Aufpreis um eine Integral-Aktivlenkung erweitert werden, elektromechanisch agierend, lenkt nun auch die Hinterachse um bis zu drei Grad mit, was eine verbesserte Wendigkeit zur Folge hat. Der auf Wunsch ebenfalls erhältliche Allradantrieb xDrive schließt diese Option allerdings aus.

Keine Kompromisse geht dagegen die hervorragende Compound-Bremsanlage mit innenbelüfteten Faustsattel-Scheibenbremsen in Leichtbauweise ein. In Verbindung mit Systemen wie dem Antiblockiersystem, der Automatischen Stabilitätskontrolle ASC, der Dynamischen Bremsenkontrolle DBC und der Kurvenbremsunterstützung Cornering Brake Control CBC vermittelt das Paket stets ein sicheres Gefühl und hält das Fahrzeugsicher auf Kurs.

Neben einer Trockenbremsfunktion und der elektronischen Sperrfunktion für das Hinterachs-Differenzial ist der Münchner auch mit einem Anfahrassistenten ausgestattet.

Das umfassend überarbeitete Motorenangebot bietet durchweg mehr Leistung bei geringerem Verbrauch. Ausgenommen von den Zwölfzylinder-Modellen hilft nun ein serienmäßiges Start-Stopp-System gerade bei Ampelstopps und der Fahrt durch die Stadt Kraftstoff einzusparen. Zusätzliches Einsparpotenzial bietet zudem die Bremsenergierückgewinnung und die zweite Generation des Fahrerlebnisschalters mit ECO PRO Modus.

Mit Blick auf Effizienz und vor allen Dingen Komfort ist jetzt die gesamte 7er-Palette mit der hervorragenden Achtgang-Automatik versehen. Die sehr sanften Gangwechsel und kurze Schalt- und Reaktionszeiten bewahrt sich das Getriebe zu jeder Zeit. Unterschiedliche Schaltmodi unterstützen sowohl einen komfort- und verbrauchsorientierten wie auch einen dynamischen Fahrstil. Der sportlich ambitionierte Fahrer wird zudem den Aufpreis für die Schaltwippen am Lenkrad in Betracht ziehen.

Der 730d ist zwar der kleinste im Portfolio, kann mit seiner Kraftentfaltung aber durchaus überzeugen. Um zehn Kilowatt erstarkt, leistet das Aggregat nun 190 kW, dies entspricht 258 PS. Und auch das maximale Drehmoment kann einen Anstieg von 20 Nm auf 560 Newtonmeter verzeichnen.

Dieses kraftvolle Drehmoment liegt bereits ab 1.500 U/min voll an und katapultiert das schwere Gefährt in gerade mal 6,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 – für die schwächste Motorisierung ein absolut vorbildlicher Wert, ebenso die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

Stets laufruhig, tritt das Aggregat zu keiner Zeit aufdringlich oder gar dieseltypisch hervor. Wie von diesem Selbstzünder jedoch erwartet, bietet das Aggregat tollen Fahrspaß bei niedrigen Verbrauchswerten. Laut Angaben des Herstellers, konnte der Verbrauch des 730d sogar auf 5,6 Liter reduziert werden. Im Praxisbetrieb flossen laut Bordcomputer um die sieben Liter Dieseldurch die Spritleitungen und selbst unter Volllast überschritten wir die neun Liter nicht.

Eine gelassene Herangehensweise regt wiederum an, den Eco-Pro-Modus zu aktivieren, nun agiert nicht nur der Motor zurückhaltender, auch die Klimaanlage und die Sitzheizung laufen sparsamer.

Von Hybriden bekannt, nun auch im 730d möglich, dass sogenannte „Segeln“. Zwischen einem Geschwindigkeitsbereich von 50 und 160 km/h wird der Motor wenn möglich im Schiebebetrieb entkoppelt.

Während sich der CO2-Wert auf 148 g/km beläuft, entspricht der Motor dank optional verfügbarer BluePerformance Technologie die EU6-Norm.

Doch nicht nur zahlreiche Komfortfeatures hat BMW im aufpreispflichtigen Angebot, auch was die Sicherheit betrifft können die Bayern mit einer Armada an Assistenzsystemen aufwarten.

Angefangen von einem Spurhalteassistent über einen Abstandstempomat mit Antikollisionssystem, einer Verkehrszeichenerkennung … bis hin zu BMW Night Vision mit frühzeitiger Personenerkennung und Dynamic Light Spot. Ein Nachtsichtgerät erkennt eine drohende Unfallgefahr sowohl durch Fußgänger, Radfahrer oder Tiere und warnt nicht nur den Fahrer mittels Warnung im Display, sondern strahlt einen erkannten Passanten an.

Die aktive Geschwindigkeitsregelung Driving Assistant Plus mit ACC Stop&Go Funktion und Active Protection mit Aufmerksamkeitsassistent warnt bei einer drohenden Kollision die Insassen nicht nur optisch und akustisch, sondern bremst das Fahrzeug bei fehlender Reaktion auch automatisch bis zum Stillstand ab. BMW ConnectedDrive umfasst außerdem den BMW Assist Notruf mit automatischer Ortung.

Zu haben ist der BMW 730d ab 74.900 Euro, dass es bei diesem Preis nicht lange bleibt, hat unser Test ja bereits mehr als deutlich aufgezeigt.

Wenn auch serienmäßig mit elektrisch verstellbaren Ledersitzen inklusive Sitzheizung, einem Multifunktions-Lederlenkrad, Interieurleisten in Edelholz, einer Klimaautomatik, einer Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion, Xenon-Licht und einem Regensensorversehen, so bleibt es Ihnen letztendlich überlassen, in welchem Rahmen Sie Ihren 7er weiter aufwerten möchten und so können wir an dieser Stelle nur auf die umfangreiche Aufpreisliste verweisen.

Stand: Dezember 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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