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BMW 118d Dreitürer – Ein letzter Blick …

Mit der Einführung des fünftürigen 1er gelang BMW im Jahre 2004 wahrlich der große Wurf. Von nun an galt nicht mehr der 3er als Einstiegsmodell, sondern diese sportliche Kompaktklasse. Womit der bayerische Autohersteller in diesem Segment für ordentlich Wirbel und vor allen Dingen frischen Wind sorgte. Drei Jahre später baute BMW die überaus erfolgreiche Modelllinie weiter aus und ergänzte diese um eine dreitürige Variante und ein Coupé, das Cabrio folgte im April 2008.

Das Modelljahr 2007 wartete außerdem mit einem dezenten Facelift auf und 2009 haben die Bayern technische Anpassungen vorgenommen, sowie dem Fahrzeug weitere zahlreiche Annehmlichkeiten optional zur Seite gestellt.

Bevor Ende diesen Jahres eine komplett neue Generation 1er auf unsere Straßen rollt, sehen wir uns die im eigenen Testportfolio noch fehlende dynamische dreitürige Karosserievariante näher an.

Die Designer haben das Fahrzeug nicht nur um zwei Türen reduziert, die etwas längeren und mit rahmenlosen Fenstern versehenen Türen sorgen in Kombination mit der flach abfallenderen Fensterlinie für einen noch sportlicheren Touch. Dieser dynamische Eindruck verschmilzt mit perfekt gesetzten edlen Akzenten in Form von Chrom z.B. am großen unteren Lufteinlass sowie der BMW-Niere.

Kompakt und muskulös geformt steht das Fahrzeug auch heute noch frisch dar, nur im direkten Vergleich mit der gesamten und vor allen Dingen fast durchgängig neuen BMW-Familiewirkt der 1er etwas in die Jahre gekommen. Diesem Eindruck wird ja bald die neue Generation Abhilfe schaffen.

Ganz wie seine großen Geschwister wartet der 1er BMW mit einem massiven Cockpit auf, das nicht nur durch hochwertige Verarbeitung und feinste Materialien gefallen kann, ob Sie sich für Stoff oder Leder, Dekorleisten in Alu und Feinschliff-Optik, Titan, glänzendem schwarzen Klavierlack bzw. Kaschmirsilber oder aber dem braunen Pappelholz wie in unserem Testwagen entscheiden. Gerade letzteres harmoniert wunderbar mit dem Außenfarbton, der so in den Innenraum projiziert wird.

Das Gestühl präsentierte sich in gewohnter BMW-Manier, wunderbar ausgeformt, angenehm straff gepolstert und zahlreich individuell verstellbar. Von hier aus blicken wir nicht nur auf die übersichtlich angeordneten Schalterelemente, die sportlich gehaltenen Rundinstrumente sowie den gut ablesbaren Bildschirm, sondern können mit Hilfe von iDrive, dem bekannten Drehregler platziert vor der Schaltereinheit, sämtliche Systeme steuern und auswählen.

Wir entern den Innenraum dank weit öffnender Türen ohne große Probleme, die Sitzposition ist im Vergleich zu seinen Mitbewerbern etwas tiefer, was wiederum zum sportlichen Charakter des Fahrzeuges passt. Überrascht waren wir über den guten Ein- und Ausstieg in den Fondbereich, via Hebel lässt sich die Lehne problemlos vorklappen, elektrisch können wir zudem noch den gesamten Sitz nach vorn fahren, um jedoch einzusteigen ist dies gar nicht unbedingt von Nöten, beimAusstieg aber sehr von Vorteil. Leider merkt sich jedoch der Sitz nicht die ursprüngliche Stellung.

Hinten angekommen, erwarten uns im Gegensatz zum Fünftürer serienmäßig zwei Einzelsitze, auf den Mittelplatz wird verzichtet. Wenn gewünscht können Sie ihren 1er BMW aber auch als Fünfsitzer konfigurieren, die durchgehende Sitzbank verlangt keinen Aufpreis.
Ausreichend Platz garantiert der Dreitürer dabei auch dem 1,80 Meter großen Insassen, der sogar noch einen guten Zentimeter Luft im Bein- wie auch im Kopfraum hat. Die ausgehöhlten Rücksitzlehnen machen dies möglich, größeren Passagieren wird allerdings die dort verbaute Plastikverkleidung störend auffallen.

Beim Kofferraum steht die dreitürige Variante dem Pendant mit fünf Türen in nichts nach und bietet ebenfalls 330 Liter Stauvolumen. Die stehen allerdings erst nach Überwindung der etwas höheren Ladekante, der ungeschützten Stoßstange sowie der danach folgenden knapp zwanzig Zentimeter hohen Stufe zur Verfügung. Nichts desto trotz lässt sich das Gepäckabteil durch einfaches Umlegen der im Verhältnis 60:40 geteilt klappbaren Rücksitzlehnen ruck-zuck auf bis zu 1.150 Liter erweitern, die entstehende Fläche ist dabei minimal ansteigend.
Der 1er mag zwar der Kleinste im Bunde sein, doch in punkto „Freude am Fahren“ ist er genauso groß wie seine Brüder. Es ist dieses ganz bestimmte Gefühl, das ein BMW vermittelt und uns immer wieder fasziniert.

Der Fokus ist bewusst auf Dynamik gesetzt und somit ganz nach unseremGeschmack. Auf ausreichend Komfort müssen wir beim kleinen Bayern aber auch nicht verzichten. Dieser beginnt bereits bei den für einen Diesel sehr zurückhaltenden Motorengeräuschen sowie den sehr geringen Abroll- und Windgeräuschen. Starke Bodenunebenheiten und grobe Schlaglöcher waren zwar im Innenraum zu spüren, wurden aber gern von uns in Kauf genommen.

Ist es doch diese knackige Sportlichkeit die uns immer wieder erfreut und für großen Fahrspaß sorgt. In Verbindung mit der angenehm straffen, sehr präzisen und gefühlvollen Lenkung ist das Handling nahezu perfekt und geradezu spielerisch. Durch kurvige Straßen räubern wir mit dem Hecktriebler auch mit sehr hohem Tempo, dass Fahrzeug liegt dabei stets satt und souverän auf der Straße. Bei erreichen des Grenzbereiches greift das DSC inklusive der Traktionskontrolle DTC zwar ein, lässt dem Fahrer aber in jedem Fall den nötigen Spielraum. Auch bei hohem Autobahntempo überzeugt der 118d mit einer vorbildlichen und stets ruhigen Straßenlage.

Verlassen können muss man sich dabei auf die Bremsanlage und im Falle des 1er BMW kann man das auch. Mit Scheibenbremsen rundum, einem Antiblockiersystem und einer integrierten Kurvenbremskontrolle bestückt, ist diese wunderbar sanft zu dosieren, spricht schnell an und bewies im Rahmen unserer Testphase Standfestigkeit und Souveränität.
Um diesen puren Fahrspaß zu erleben, muss es nicht immer der stärkste Motor sein, wie Sie vielleicht vermuten. Auch der in unserem Testwagen verbaute 143 PSstarke 118d Reihenvierzylinder entpuppt sich als überaus spritziges Aggregat und sorgt mit Hilfe der 105 kW Leistung und dem maximalen Drehmoment von 300 Nm, das bereits zwischen 1.750 und 2.500 U/min voll zur Verfügung steht, für wunderbaren Vortrieb.

Während ihm schon der Spurt vom Start weg bis Tempo 100 in guten 8,9 Sekunden gelingt, sind es aber vor allen Dingen die Zwischensprints die uns erfreuen. Bei 210 km/h erreicht der 1er dann seine Topspeed. Während der gesamten Beschleunigungsphase verkneift sich der Diesel ein störendes Turboloch und zieht souverän bis nach oben durch. Dabei tritt der Zweiliter-Diesel stets kultiviert in Erscheinung und wird nur wenn gefordert etwas kerniger.
Dass das Aggregat überraschende Spritzigkeit garantiert, hat der 118d im Rahmen unserer Testphase stets bewiesen, doch wie sieht es mit dem Verbrauch aus? Selbstverständlich liegt bei der flotten Kurvenhatz oder hohem Autobahntempo der Dieselverbrauch höher, dennoch kann der Kompakte auch mit einem Mixverbrauch von 4,5 Liter glänzen. Dabei stößt der BMW lediglich 119 g/km CO2 aus und erfüllt die Abgasnorm Euro5.

Um diese vorbildlichen Werte zu erreichen, bestückten die Ingenieure das Fahrzeug serienmäßig mit einer perfekt funktionierenden Start-Stopp-Automatik, einer Schaltpunktanzeige sowie einem System, das zur Energierückgewinnung beim Bremsen dient.
Wunderbar harmonisch auf Fahrwerk wie auch Motor abgestimmt, ist das knackige manuelle Sechsganggetriebe. Einerseits ermöglicht es einniedertouriges und schaltfaules Fahren, aber auch ebenso gut eine wunderbar sportliche Handhabung, gerade beim schnellen Gangwechsel gleitet der Schalthebel auf den kurzen Wegen förmlich wie das warme Messer durch die Butter durch die Schaltkulisse. Die höheren Gängen sind spritsparend länger übersetzt.

Dass der Dreitürer den anderen Modellvarianten in punkto Sicherheit in nichts nach steht, dürfte klar sein. So zählen zweistufige Frontairbags sowie Seitenairbags vorn, Kopfairbags rundum, crashoptimierte Sitze inklusive Dreipunkt-Automatikgurte mit Gurtstopper vorn sowie pyrotechnische Gurtschloss-Strammer und -begrenzer ebenso zum Serienumfang wie die ISOFIX-Vorrichtung auf den Rücksitzen, eine Reifenpannen- und Bremsbelagverschleißanzeige sowie ein Fehlbetankungsschutz.

Doch was beinhaltet der BMW 118d Dreitürer für 25.600,- Euro Grundpreis außer der erwähnten Sicherheitsausstattung? Ehrlich gesagt, gestaltet sich diese Liste mit folgenden Ausstattungsmerkmalen recht übersichtlich.

Während eine Auto Start Stop Funktion, elektrisch einstellbare Außenspiegel, höhenverstellbare Vordersitze inkl. Komforteinstieg zum Fond, ein Start-Stop-Knopf, eine Schaltpunktanzeige, elektrische Fensterheber, eine in Höhe und Länge justierbare Lenksäule, Radio Business inkl. CD, ein Bordcomputer und die Bremsenergie-Rückgewinnung im Preis inbegriffen sind, müssen bereits eine Klimaanlage oder Nebelscheinwerfer extra bezahlt werden. BMW üblich, sind diese Optionen jedoch meist alles andere alsgünstig.

Daher gestalten sich die diversen angebotenen Pakete als durchaus attraktiv. Etliche Einzelsonderausstattungen wie aber auch Original BMW Zubehör finden Sie selbstverständlich auch weiterhin in der Aufpreisliste.

Stand: April 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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