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Mercedes-Benz

Behutsames Facelift für den Mercedes GLK

Mercedes hat mit der zweiten Generation des Kompakt-SUV GLK keineswegs das Rad neu erfunden, vermittelt aber durch behutsame Veränderungen an Karosserie und dem Cockpit Moderne und Frische und ist mit zahlreich verfügbaren Sicherheitsassistenten sowie effizienten und umweltbewussten Motoren bestens gewappnet. Die nochmals verbesserte Geländetauglichkeit macht den kleinen Offroader zu einer der Größten in seinem Segment – den Genen sei Dank.

Im stetig wachsenden SUV-Segment sticht der Schwabe nun schon seit vier Jahren mit seinem absolut eigenständigen und sehr kantigen und für den ein oder anderen auch durchaus eigenwilligen Design hervor.

Nun unterzieht sich die erste Generation GLK einem Facelift, um im hartumworbenen SUV-Segment auch in Zukunft zu polarisieren.

Während sich der kleine Offroader seine eckige Karosserie bei behält, kommt das SUV trotz markanter Linienführung nicht mehr ganz so kantig daher wie in der Vergangenheit. Weicher gezogene Scheinwerfer mit LED-Technik sowohl an Front und Heck sorgen unseres Erachtens bereits für ein ansprechenderen und freundlicheren Auftritt.

Die modifizierte Partie vorn mit dem großen Stern der nun von zwei – statt wie bisher drei – starken Chromstreben gehalten wird, sowie dem trapezförmigen großen Lufteinlass und dem schicken LED-Tagfahrlicht lassen das SUV wesentlich moderner dastehen. Dabei kommt die Verjüngungskur auch deutlich am Heckstoßfänger zum Tragen, der mit angedeutetem Diffussor bzw. dem optischen Unterfahrschutz sowie denintegrierten Endrohren wesentlich stimmiger wirkt.

Der insgesamt dynamischere Look lässt sich wenn gewünscht durch das AMG Sport-Paket Exterieur mit spezieller Front- und Heckschürze, dem spezifischen Kühlergrill, dem AMG LED�Tagfahrlicht und den 19-Zoll großen AMG Leichtmetallrädern noch individuell aufwerten.

Das sehr markante und etwas angestaubte Interieur der ersten Generation präsentiert sich nach dem Facelift deutlich moderner und in sich stimmiger. Die Zugehörigkeit zu den jüngst eingeführten Mercedes-Modellen ist unverkennbar und so hielten auch hier die schicken und zugleich sportlichen Lüftungsdüsen aus dem SLS Einzug.

Wenn auch die angenehm hohe Sitzposition unverändert bleibt, so blicken wir nun auf eine neu gezeichnete Armaturentafel mit einem über die gesamte Breite verlaufenden Zierelement in schickem Alu oder auf Wunsch auch in Holz ausgeführt.

Das Multifunktions-Lenkrad sowie die Instrumenteneinheit ist an das C-Klasse-Modell angelehnt und sorgt ebenfalls für einen frischen Auftritt. Neue Polster und Muster sowie Dekorelemente erweitern die Möglichkeiten der Individualisierung.

Die Bedieneinheit blieb im Kern unverändert, wurde aber betreffend der Tasten ebenfalls modifiziert. Die optional erhältliche Ambientebeleuchtung lässt dabei, dass an Wertigkeit spürbar gewonnene Cockpit in warmen Licht erstrahlen.

Das Platzangebot ist im Vergleich zum Vorgänger unverändert üppig und bietet bis zu fünf Passagieren optimale Raumverhältnisse. Das Stauvolumen des Kofferraums ist mit 450 Liter ausreichend, aber macht den GLKnicht zum Lademeister. Durch umlegen der Rücksitzlehnen im Verhältnis 60:40 entsteht jedoch nicht nur eine ebene Ladefläche sondern ein Stauraum von großzügigen 1.550 Liter.

Dem Kunden stehen drei Fahrwerke zur Auswahl, zum einen die Basis in Form des AGILITY CONTROL-Fahrwerkes das im neuen Modelljahr überraschend dynamischer ausgelegt und zudem tiefer gelegt wurde.

Das ebenfalls um 20 mm tiefer gelegte Sportfahrwerk verfügt zudem über eine noch straffere Dämpfer-Abstimmung. Die serienmäßige und neue elektromechanische Lenkung mit dem Lenkassistent STEER CONTROL ist auch hier sehr präzise, aber noch eine Spur straffer.

Wer dagegen rein auf Komfort setzt, sollte das Offroad-Fahrwerk ordern, dass ausschließlich in Verbindung mit dem Allradantrieb 4MATIC erhältlich ist.

Die Gene die im GLK stecken machen sich ohnehin im Gelände bemerkbar. Wenn letztlich auch nur sehr wenige der verkauften SUVs den Weg dorthin finden werden.

Wer sich allerdings doch in die tiefen des Urwalds verirrt, muss die bevorstehenden Hürden dank der Traktionskontrolle 4ETS, dem speziellen Offroad-Fahrprogramm, der Bergabfahrhilfe und der 30 Millimeter üppigeren Bodenfreiheit (207 mm) sowie einer maximalen Watttiefe von 30 Zentimeter und den möglichen Steigungswerten von 70 Prozent nicht fürchten.

Die Bremse mit dem Regelsystem ADAPTIVE BRAKE, dem Bremsassistent BAS mit Bremskraftunterstützung, Antiblockiersystem ABS, der Antriebsschlupfregelung ASR verzögern das SUV auf leichten Tritt und packen wenn nötig fest zu. Eine Trockenbremsfunktion bei Nässe und das Vorfüllender Bremsanlage bei eventuellen Notbremsungen erhöhen zudem die Sicherheit. Eine Berganfahrhilfe sowie die HOLD-Funktion komplementieren das Angebot.

Die Motorenpalette konzentriert sich neben dem einzigen Benzinaggregat GLK 350 BlueEFFICIENCY auf sechs Dieselmodelle die von 143 bis 265 Pferdestärken reichen.

Die Einstiegsvariante GLK 200 CDI ist im Gegensatz zu den anderen Motorisierung rein frontangetrieben. Völlig neu sind zudem die beiden BlueTec-Diesel die jetzt bereits die ab 2014 geltende Abgasnorm Euro 6 erfüllen.

Einer der beiden sauberen Aggregate ist der GLK 250 BlueTec 4Matic. Das 2,1-Liter-Vierzylinder-Triebwerk leistet 204 PS (150 kW) und 500 Newtonmeter Drehmoment. Diese Daten lassen bereits spritzigen Vortrieb erwarten und der Turbodiesel steht unseren Erwartungen in nichts nach.

Ohne Turboloch zieht das SUV zügig los und erreicht bereits nach acht Sekunden die Tempo 100. Kraftvoll und ohne mühen spurtet das Gefährt weiter bis 210 km/h.

Doch nicht nur seine Leistungen können überzeugen, auch seine Vorgehensweise. Laufruhig und kultiviert, quittiert das SUV lediglich unter Volllast ein kernigeres Dieseln.

Je nach Bereifung gibt Mercedes einen Durchschnittsverbrauch zwischen 6,1 und 6,5 Liter an, der CO2-Ausstoß beläuft sich dabei zwischen 159 und 169 g/km. So reduzieren nicht nur die rollwiderstandsoptimierten Reifen den Spritkonsum, auch die Nutzung der serienmäßig verbauten und sehr gut funktionierende ECO Start-Stopp-Funktion, die reibleistungsminimierten Achsengetriebe sowie die Elektrolenkung tragen ihren Teil dazu bei.

Nichtzu vergessen, das wunderbare Automatikgetriebe 7G-TRONIC PLUS, dessen Schaltvorgänge nicht nur sehr rasch sondern auch unglaublich sanft vonstatten gehen. Der manuelle Eingriff per Schaltpaddles ist selbstverständlich auch hier möglich.

Die Karosserie eines Sports Utility Vehicle vermittelt einem Grossteil der Käuferschicht bereits ein gesteigertes Gefühl an Sicherheit. Erfreulicherweise verlassen sich die Schwaben nicht allein auf diese Tatsache und statten das Fahrzeug serienmäßig mit Airbags für Fahrer und Beifahrer, einen Kneebag, Pelvisbags vorn, Sidebags für Fahrer und Beifahrer optional auch für den Fondbereich lieferbar und Windowbags rundum aus.

Neben den zahlreichen Luftkissen, verfügt der GLK aber auch über eine crashaktive Pedalanlage und NECK-PRO-Kopfstützen vorn, 3-Punkt-Sicherheitsgurte inklusive Gurtkraftbegrenzer für die vorderen Sitze, ISOFIX Kindersitzverankerungen im Fond und TopTether-Befestigungspunkte an den Rücksitzlehnen sowie dem Fußgängerschutz mit aktiver Motorhaube.

Erstmals stellt Mercedes-Benz dem kleinsten Offroader im Programm serienmäßig oder aber aufpreispflichtig auch Sicherheitssysteme zur Seite, die wir bisher nur aus den höheren Fahrzeugsegmenten her kannten.

Zu den einzelnen Features zählen zum einen der Lenkassistent Steer Control, der Adaptive Brake Assist mit Berganfahrhilfe und Hold-Funktion, die Müdigkeitserkennung Attention Assist, die vorausschauende Pre-Safe Bremse, der Abstandsregel-Tempomat Distronic Plus sowie ein Spurhalte- und Totwinkel-Assistent. Das Notrufsystem eCall ist in COMAND Onlineenthalten und verständigt im Falle eines Unfalls automatisch den Rettungsdienst und übermittelt alle nötigen Informationen.

Die Preisspanne des GLK erstreckt sich von 36.235,50 bis 50.099,- Euro, der von uns näher unter die Lupe genommene GLK 250 BlueTEC 4MATIC reiht sich hier mit 46.142,25 Euro ein.

Für die Preisunterschiede sorgen einzig die unterschiedlichen Leistungsstufen, die Serienausstattung umfasst dagegen bei allen Varianten unter anderem ein Audio 20 CD Radio, den Fahrlicht-Assistent mit automatischem Fahrlicht, eine Klimatisierungsautomatik Thermatic, das Agility Control-Fahrwerk sowie die -Lenkung, die ECO Start-Stopp-Funktion und Vordersitze mit elektronischer Höhen- und Lehnenverstellung.

Neben diversen Ausstattungspaketen wie beispielsweise dem AMG Sport-Paket Exterieur, einem Chrom-Paket für die äußere Hülle oder aber das Sport-Paket für das Interieur, das Offroad-Technik-Paket sowie das Park-Paket mit der 360°-Kamera inklusive aktivem Parkassistent mit automatischer Ein- und Ausparkfunktion inklusive Parktronic, stehen dem Kunden des weiteren zahlreiche Einzeloptionen zur Auswahl.

Sei es die elektrische EASY-PACK-Heckklappe, das Intelligent Light System, eine Rückfahrkamera, verschiedene Polsterungen und Zierelemente, Uni- und Metalliclackierungen, das harman Kardon Logic 7 Surround- Soundsystem oder das COMAND Online Multimedia-System inkl. Festplatten-Navigation und hochauflösendem 17,8 cm-Farbdisplay, dem Sprachbediensystem LINGUATRONIC sowie dem Notrufsystem Mercedes-Benz eCall.

An ausreichend Individualisierungsmöglichkeitenmangelt es dem Mercedes GLK somit keineswegs, es ist eben alles nur eine Frage des nötigen Kleingeldes. Denn zu Schnäppchenpreisen bieten die Stuttgarter ihre Extras – wie erwartet – nicht an.

Stand: August 2012; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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