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Hyundai

Aufgefrischter Hyundai i10

Der i10 wird gerne als Frauenliebling bezeichnet, was mit einem Anteil von über 60% auch absolut zutrifft. Doch der Einstiegs-Hyundai erobert auch immer mehr den gewerblichen Markt und zeigt sich gerade bei Sozial- und Pflegediensten größter Beliebtheit. Der Kleinste im Hyundai-Angebot sorgte in den vergangenen drei Jahren seit seiner Markteinführung für die größten Verkaufszahlen und schaffte in drei Jahren das, wofür sein direkter Vorgänger „Atos“ zehn Jahre benötigte. Doch die Koreaner möchten sich darauf nicht ausruhen, sondern mit einem rundum verbesserten i10 auch in Zukunft solche Erfolge einfahren.

Preisgünstig aber keineswegs ein Billigheimer und das gilt nicht nur für den Preis. Denn der minimal auf nun 3,59 Meter angewachsene Stadtflitzer wirkt nun nicht nur wesentlich reifer sondern auch hochwertiger und lässt seinen Vorgänger im direkten Vergleich wahrlich alt aussehen.

Das frische Design lehnt sich nun noch stärker an die Geschwistermodelle an und übernimmt so gerade den großen sechseckigen Hexagonal-Kühlergrill mit schwarzer Wabenstruktur, den wir bereits vom ix35 und ix20 her kennen. Hinzu kommen neu geformte, große Scheinwerfer sowie eine modifizierte Stoßfängereinheit.

Bei der Heckpartie ist das Update etwas dezenter aber dennoch spürbar ausgefallen. Neue Rückleuchten sowie der hintere Stoßfänger in den die roten Reflektoren wunderbar eingearbeitet sind, sorgen für einen moderneren Auftritt.

Wer sich für die Ausstattung Style entscheidet,verfügt zudem über die schick eingearbeiteten und scharf gezeichneten Nebelscheinwerfer, Chromdetails am Kühlergrill sowie in Wagenfarbe lackierte Schutzleisten und Türgriffe.

Als Fünfsitzer konzipiert und durchaus auch so nutzbar, sitzen jedoch nur vier Passagiere wirklich bequem. Doch was heißt nur, in diesem Segment ist es Insassen ab 1,80 Meter durchaus nicht immer möglich, ohne aufkommende Enge angenehm zu sitzen. Nicht so beim i10, hier haben wir sogar hinter einem gleich großen Fahrer noch gut Luft zwischen Knie und Sitzlehne sowie auch im Kopfraum.

Das Gestühl ist mit neuen Stoffen wunderbar straff bezogen und mit ausreichend ausgeformten Seitenwangen versehen, kleinwagentypisch ist die Beinauflage für Großgewachsene einen Tick zu kurz. Weit ausziehbare Kopfstützen, eine einfache, manuelle Sitzverstellung sowie die Möglichkeit, die Lenksäule in der Neigung zu variieren, lassen jedoch auch diese bequem Platz nehmen.

Die Kernoptik des Cockpits wurde übernommen und bekam nur ein dezentes, aber durchaus wirksames Upgrade verpasst. So sorgen nun noch großflächigere Applikationen in einem dunklen Anthrazit in der Mittelkonsole für den modernen Touch und die in unserem Fall rot gehaltenen Bereiche an den Türen sowie am Armaturenbrett für den nötigen Farbtupfer. Allerdings sind diese weiterhin nur in der Style-Variante verbaut, die neue, blaue Instrumentenbeleuchtung erstrahlt dagegen in allen Varianten.

Die Hartplastiklandschaft liegt ganz auf dem Niveau dieser Fahrzeugklasse, ist aber solide verarbeitet. Vor allem dieInstrumenteneinheit, die nun stets über einen Drehzahlmesser verfügt, hat an Wertigkeit und auch optisch zugelegt. Die griffgünstig platzierten Tasten und Drehregler wurden um eine serienmäßige Bedieneinheit am Lenkrad erweitert.

Das Gepäckabteil blieb ebenfalls nicht völlig unangetastet, bietet zwar weiterhin 225 Liter Ladevolumen in der Grundstellung und kann wie beim Vorgänger durch Umlegen der im Verhältnis 60:40 geteilten Sitze einfach und schnell vergrößert werden, erreicht dann jedoch 925 Liter, statt wie bisher 910 Liter. Die weit öffnende Heckklappe und die angenehm niedrige Ladekante bleiben bestehen und ermöglichen einen problemlosen Zugang.

Eine Ablagebox im Gepäckraum, Taschen an den Vordersitzlehnen sowie ein Staufach, das unter dem Beifahrersitz untergebracht ist, finden wir außerdem in der Variante Style vor.

Hyundai hatte sich beim i10 von Anfang an für eine etwas sportlichere Fahrwerksabstimmung entschieden und behält diese bewusst bei. So flitzte der kleine Floh im Rahmen unserer ersten Presse-Ausfahrt um Berlins Ecken deutlich besser, als das er die dort wintergeschädigten Straßen meisterte.

Mit seiner Wendigkeit, die sich in 9,5 Meter ausdrückt und seiner ausreichend direkten und angenehm leichtgängigen, elektrisch unterstützten Servolenkung kann der jüngste Spross wiederum voll überzeugen und sorgt für ein spielerisches Handling.

Beide Benziner treten nur wenn voll gefordert mit einem niedlichen Motorenbrummen in den Vordergrund, was jedoch nicht wirklich stört.

In der Basisausstattung verfügt dasFahrzeug über innenbelüftete Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten, ordert der Kunde jedoch das optionale Sicherheitspaket, sind statt der Trommelbremsen auch an der Hinterachse Scheibenbremsen verbaut und ist zudem ESP mit an Bord. Auf unserer Tour durch Deutschlands Hauptstadt kam bezüglich der Bremse kein Anlass zur Kritik auf, zumal diese nicht nur angenehm zu dosieren war, sondern auch spontan ansprach.

Wie bisher kann der Kunde zwischen dem 1,1-Liter sowie dem 1,2-Liter-Vierzylinder Benziner wählen, allerdings bekamen beide Aggregate etwas mehr Leistung verpasst und können dabei sogar mit reduziertem Verbrauch sowie CO2-Emission punkten. Das Dieselaggregat wurde dagegen aus dem Sortiment genommen, was aber nur auf eine zu geringe Kundennachfrage zurückzuführen ist und somit auch nicht negativ auffallen wird.

Hyundai rechnet damit, dass auch in Zukunft der größte Teil der Verkäufe auf dem 1.1 liegen wird. Der leistet nun 51 kW / 69 PS und soll sich mit 0,3 Liter weniger Benzin im Schnitt begnügen, was einem Verbrauch von 4,7 Liter im kombinierten Fahrzyklus entspricht.

Diesen Wert unterbietet das um acht Pferdestärken gesteigerte und nun 63 kW (86 PS) starke 1.2-Triebwerk sogar und gönnt sich an der Zapfsäule mit 4,6 Litern Super Bleifrei im Schnitt noch ein Hauch weniger Sprit auf hundert Kilometer. Die CO2-Werte liegen im direkten Vergleich bei 110 zu 108 g/km, womit der größere Benziner auch hier die Nase vorn hat. Und dies alles erreicht Hyundai sogar ohne Start-Stopp-Automatik, auf die die Koreaner weiterhin verzichten,zumindest hierzulande. Dafür ist im Modelljahrgang 2011 serienmäßig eine Schaltpunktanzeige angebracht, die eine effiziente Fahrweise unterstützt.

In der City hatten wir mit beiden Motorisierung ordentlich Fahrspaß und flitzten förmlich durch Berlins Straßen. Wer die Stadt verlässt ist dagegen mit dem 1.2 etwas besser bedient, da dieser mit einem Drehmomentmaximum von 121 Nm den Spurt aus dem Stand auf 100 km/h in 12,2 Sekunden schafft und dann bis 169 km/h weiter durchzieht.

Der kleinere der Beiden konnte zwar seinen Sprint dank der technischen Modifizierungen und dem maximalen Drehmoment von 99 Newtonmeter um 0,6 Sekunden verbessern, gönnt sich jedoch immer noch runde 15 Sekunden dafür. Die Spitzengeschwindigkeit ist zudem bei Tempo 156 erreicht, was im Vergleich zum Vorgänger aber eine Verbesserung um fünf Kilometer pro Stunde ausmacht.

Das manuelle Fünfgang-Getriebe konnte in beiden Motorvarianten mit angenehm kurzen Schaltwegen und einer leichten Führung zusagen, die für 1.090,- Euro erhältliche Vierstufen-Automatik konnten wir allerdings im Rahmen der Fahrveranstaltung noch nicht erfahren.

Wenn auch nur gegen einen Aufpreis von 910,- Euro erhältlich, so kann der Käufer im Jahr 2011 im i10 nun auch über Vorhangairbags verfügen. In diesem optionalen Sicherheitspaket sind außerdem aktive Kopfstützen, das elektronische Stabilitätsprogramm ESP sowie Scheibenbremsen an der Hinterachse enthalten.

Wer diesen Mehrpreis nicht bezahlen möchte, verfügt immerhin über Front- und Seitenairbags für die vorderen Passagiere,Dreipunkt-Sicherheitsgurte rundum, vorne höhenverstellbar sowie mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern, höhenverstellbare Kopfstützen und Isofix-Kindersitzbefestigungen auf den äußeren hinteren Sitzplätzen sowie ABS inklusive elektronischer Bremskraftverteilung.

Wer sich für den i10 1.1 entscheidet, kann zudem zwischen der 10.290,- Euro günstigen Classic-Variante oder der Style-Ausstattung für 11.690,- Euro wählen. Der 1.2 ist dagegen ausschließlich in der gut bestückten Version „Style“ ab 12.290,- Euro erhältlich.

Diese umfasst neben den bereits in der Basis enthaltenen serienmäßigen Ausstattungsdetails wie dem Drehzahlmesser, der Zentralverriegelung, einer beheizbaren Heckscheibe inkl. Heckscheiben-Wisch-/Waschanlage, der elektrischen Servolenkung, einer 12-Volt-Steckdose sowie der Gepäckraumbeleuchtung zahlreiche Features die den Mehrpreis rechtfertigen und diese Variante empfehlenswert machen.

Denn auf eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung, eine Alarmanlage, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, elektrische Fensterheber rundum, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, eine Audioanlage mit RDS-Radio, CD-Spieler, sechs Lautsprechern inklusive zwei Hochtönern und AUX- und USB-Anschlüssen müssen Sie dann nicht mehr verzichten. Wie wir bereits erwähnten, bietet der „Style“ außerdem optisch außen wie innen mehr Pepp und zusätzliche Verstaumöglichkeiten.

In der Aufpreisliste findet der Kunde des weiteren Metallic- oder Mineraleffektlackierungen für 330,- Euro, eine Klimaanlage, die mit 890,- Euro zuBuche schlägt sowie das bereits erwähnte Automatikgetriebe und das Sicherheits-Paket. In den nächsten Tagen wird das Zubehörangebot um ein optionales Faltdach, eine Einparkhilfe wie auch eine Standheizung ergänzt.

Stand: Februar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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