// Fahrbericht / Alfa Romeo MiTo QV 1.4 TB

Alfa Romeo

Alfa Romeo MiTo QV 1.4 TB

Es ist ja nicht so, dass man in einem Alfa Romeo und gerade in einem MiTo nicht schon sehr sportlich unterwegs ist … doch trägt dann der Alfa Romeo auch noch das berühmtberüchtigte Kleeblatt, das sogenannte „Quadrifoglio Verde“, ist es doch noch einmal etwas anderes. Was zunächst nur den Rennwagen vorbehalten war, kennzeichnet heute die sportlichsten Modelle der Marke. Und jetzt trägt auch der neueste Zuwachs, der MiTo Quadrifoglio Verde, stolz das vierblättrige Kleeblatt.

Das uns das Design des MiTo begeistert, haben wir bereits des öfteren kund getan. Der Quadrifoglio Verde trumpft mit einer zusätzlich sportlicheren Note auf, ohne aber überspitzt oder übertrieben aufgemotzt zu wirken.

So ist es statt der modifizierten Heckschürze, der in Wagenfarbe lackierte Dachspoiler und der Diffusoroptik, doch vielmehr die Farbkombination, bestehend aus der knall gelben Lackierung und den titangrauen Außenspiegelgehäusen, Scheinwerfereinfassungen und den schicken, ebenfalls in diesem Farbton gehaltenen Alufelgen, die unseren Testwagen zum absoluten Hingucker machen.

Für unseren Geschmack allerdings etwas zu dezent: die verchromten Doppelendrohre, die anstatt geteilt an den äußeren Seiten oder mittig nur einseitig links platziert sind. Vielleicht will man sich ja auch noch eine Steigerung für einen GTA offen halten.

Mit noch mehr Zurückhaltung gingen die Designer im Inneren ans Werk und gerade solche Features, die für ein sportliches Top-Modell selbstverständlich scheinen, wie z. B. die Alu-Pedale oder aber auch abgedunkelte Scheiben, sind hier nur gegen einen Aufpreis erhältlich.

Zudem hätten wir uns ein betont sportlicheres Gestühl gewünscht. Nicht, dass uns die verbauten Sitze mit eingenähten Alfa-Romeo-Logos in den Seitenwagen inpunkto Dimensionierung, Polsterung und Ausführung bzw. Ausformung enttäuschten, im Gegenteil, aber bei einem Quadrifoglio Verde hätte es doch gerne etwas mehr sein dürfen.

Auch beim Lenkrad müssen wir die sehr dünne und mit sehr großem Pralltopf bestückte Ausführung bemängeln, hier wirkt der schöne und gut in der Hand liegende Schaltknauf wesentlich sportlicher. Ohnehin differenziert sich das Topmodell gegenüber dem Basismodell doch eigentlich nur in der weißen Instrumentenbeleuchtung. Der gefällige Materialmix sowie die Option auf die schönen Carbon-Applikationen besteht auch bei den anderen Varianten.

Die breiten Dachsäulen und die daraus resultierende schlechte Rundumsicht ist uns ebenfalls von der Basisversion bekannt, wie der stark eingeschränkte Ausblick durch die recht kleinen Seitenfenster auf den hinteren Plätzen.

Wenn wir auch als 1,80 Meter großer Insasse dank nachgebender Lehnenpolsterung auch auf den Rücksitzen noch unseren Platz finden und diesen dank Easy-Entry sogar ohne große Mühe erreichen, für den Kopf wird es hier dann etwas eng, der Mittelsitz dient ohnehin nur als Alibi. Überrascht waren wir, auch hier in den Genuss von Getränkehalter zu kommen.

Etwas knapp bemessen geht es im Kofferraum zu, dessen 270 Liter wir an sich zwar über eine weit öffnende Heckklappe gut erreichen, dann jedoch eine recht hohe Ladekante überwinden müssen. Die darauf folgende tiefe Stufe erschwert zusätzlich den Vorgang des Be- und Entladens.

Wiederum leicht und ohne Probleme gelingt das Erweitern des Ladevolumens auf bis 950 Liter. Hierzu muss die Sitzfläche hochgeklappt und anschließend die Lehne umgelegt werden. Allerdings entsteht auch hier eine Stufe von fünf Zentimeter. Unter dem soliden Ladeboden fanden wir an Stelle des Reserverades in unserem Testfahrzeug eine schickeBOSE-Box vor.

Wer betont sportlich unterwegs sein möchte, musste bisher im Alltag Abstriche machen und die Vernunft meist beiseite legen. Nicht so beim Alfa Romeo MiTo Quadrifoglio Verde.

Neben der serienmäßigen Schaltpunktanzeige sowie dem sehr gut funktionierenden Start-Stopp-System ist es doch gerade das vorbildliche Fahrdynamiksystem D.N.A. das effizientes Fahren mit rassiger Fahrdynamik verbindet wie kaum ein anderer.

Was hat uns dieses serienmäßige Feature bereits im Basis-MiTo fasziniert?! Es bereitet einem immer und immer wieder ein großes Vergnügen den Wahlhebel von der Normalstellung „N“ auf „D“ zu legen und diese dann wirklich andere Facette zu erleben.

Während das Fahrzeug bei Normalstellung wunderbar zivil und zurückhaltend zu fahren ist, weckt der Dynamic-Modus eine Seite im MiTo, die mit einem derartigen Biss ans Werk geht, dass es einem umgehend ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Das von 230 Nm auf 250 Nm ansteigende maximale Drehmoment lässt das Fahrzeug wesentlich dynamischer agieren, zusätzlich nimmt das System auf verschiedene Bereiche Einfluss, womit nicht nur das Gaspedal schneller anspricht und die Lenkung noch straffer und wunderbar direkt jeder Lenkbewegung willig folgt, nein auch die Kennlinien des elektronischen Stabilitätssystems VDC wurden verändert und lassen einem zusätzliche Freiheiten.

Im direkten Vergleich bewies aber auch die Normalstellung – nicht zu letzt dank des elektronischen Vorderachs-Sperrdifferenzials Electronic Q2 – dass sie hohe Kurvengeschwindigkeiten mit Bravour meistern kann. Absolut gutmütig schiebt sich das Fahrzeug sicher durch die Kurve. Auf „D“ geht er mit einem völlig anderen, bissigeren Charakter ans Werk und ermöglicht dem geübten Fahrer das wunderbare Spiel mit einem angenehm giftigen Heck und untermalt denKurvendrift dabei mit einem Reifen-Quietschen. Dass der MiTo QV dabei stets gierig am Gas hängt, animiert zusätzlich.

Nur beim Ritt über Schlaglöcher und schlecht ausgebaute Straßen ist zwischen den zwei Einstellungen kaum ein Unterschied zu vernehmen, beide lassen diese spürbar nach innen dringen. Und dann wäre da noch das „A“ aus „D.N.A“, dieses steht für den „All weather“-Modus, der bei starker Nässe oder gar Schnee zusätzliche Sicherheit bietet und diverse Sicherheitssysteme wesentlich früher eingreifen lässt sowie gefühlvoller reagiert, gerade was Gaspedalbewegung und Lenkradbefehle anbelangt.

Das Topmodell Quadrifoglio Verde kann aber mit einem weiteren Sahnestück dienen und bietet optional die lohnenswerte DynamicSuspension an. Dieses adaptive Fahrwerk nimmt nicht nur auf Motor und Lenkung sondern auch auf das Fahrwerk Einfluss und garantiert perfekte Handlingeigenschaften bei unterschiedlichsten Straßenbeschaffenheiten und das stets unabhängig von der gefahrenen Geschwindigkeit. Zudem minimiert die Elektronik Bewegungen der Karosserie.

Ebenfalls mit dem nötigen Biss geht die Bremsanlage, bestückt mit großen Scheibenbremsen rundum wobei vorn innenbelüftet, ans Werk. Während sie im Alltag angenehm zu dosieren ist und auf leichten Tritt reagiert, packt sie beim sportlichen Ausritt vehement zu und zeigte sich auch bei mehrmaligen Vollbremsung, wenn auch stets mit lautem Quietschen von ihrer zuverlässigen Seite, brachte den MiTo aus Tempo 100 nach 37 Metern zum Stehen. ABS, Bremskraftverstärker, elektronischer Bremskraftverteilung und ein Bremsassistent tun ihr übriges dazu.

Luft nach oben gibt es noch, dass lässt zumindest das MiTo GTA Concept vermuten, doch vorerst stellt der 1.4 TB 16V mit seinen 170 PS die stärkste MiTo-Variante und somit den stärksten MultiAir-Motordar.

Liebe zum Detail beweist Alfa Romeo in vielen Bereichen und selbst bei Aktivierung der Zündung ist dies zu sehen, wahrlich animierend schnellen die Zeiger hoch und eine MiTo-Grafik fährt uns im Display entgegen. Wir werfen noch einen kurzen Blick auf die diversen Anzeigen, die mit italienischen Bezeichnungen versehen sind, wie z. B. für Wasser (Aqua) und Drehmoment (Giri) und los kann es gehen!

Nun ja, das kleine, früh einsetzende Turboloch ist noch zu überwinden, dann zählt allerdings nur noch der Trieb nach vorn, gerade im Dynamic-Modus ist dieser vehement. Dann bleiben die Kräfte jedoch gerade im Lenkrad nicht ganz unbemerkt.

In nur 7,5 Sekunden erreicht er die Tempo 100 Marke und zieht souverän bis zu seiner Topspeed von 219 km/h weiter durch. Ungezügelter Fahrspaß kommt allerdings immer wieder bei den raschen Zwischensprints auf. Die im D-Modus zur Verfügung stehenden 250 Nm maximales Drehmoment auszukitzeln und den Motor blitzschnell hochzudrehen macht einfach Freude, ebenso der dabei zu vernehmende Motorensound.

Die neuen MultiAir-Motoren versprühen jedoch nicht nur Fahrvergnügen, sie sind bei all der Agilität auch bedacht auf unsere Umwelt und mit Blick auf Effizienz gebaut. So erfüllt das Aggregat nicht nur die Euro-5-Norm sondern erreicht einen CO2-Wert von vorbildlichen 139 g/km und ermöglicht einen Durchschnittsverbrauch von guten sechs Litern. Das wir hierzu auf den Dynamic-Modus verzichten müssen, sollte klar sein. Wer das Aggregat ausreizt muss durchaus mit mindestens drei Litern mehr rechnen.

Das Sechs-Gang-Handschaltgetriebe ist ganz so wie man es von Alfa Romeo erwartet – also wunderbar knackig und sportlich straff geführt. Wenn der Motor auch überraschend niedertourig kann, so legen wir doch immer wieder gerne Hand an – Ja, mehr noch als der Motor waren wir imwahrsten Sinne des Wortes gierig auf Giri.

Mit insgesamt sieben Airbags, zu denen u.a. ein Knieairbag für den Fahrer zählt, sowie aktiven Kopfstützen, 3-Punkt-Sicherheitsgurten rundum mit Gurtstraffern und –kraftbegrenzern an den Vordersitzen, einem “Seat Belt Reminder” (SBR – signalisiert über ein Display, ob alle Passagiere an Bord auch angeschnallt sind), dem SAHR-System an den Vordersitzen (Self Aligning Head Restraint – beugt dem Schleudertrauma vor) und ISOFIX Kindersitzbefestigungen ist das serienmäßige Sicherheitspaket schon recht ordentlich gepackt.

Doch ohne zahlreiche elektronische Helfer, die ebenfalls im Preis inbegriffen sind, muss auch der Quadrifoglio Verde nicht auskommen. So unterstützen den Fahrer zu jeder Zeit: die Vehicle Dynamic Control (VDC), das Anti-Blockiersystem (ABS), die Antriebsschlupfregelung (ASR), der Bremsassistent (HBA), die Cornering Brake Control (CBC), Dynamic Steering Torque (DST), die elektronische Bremskraftverteilung (EBD), eine elektronische Differentialsperre “Electronic Q2″, eine Berganfahrhilfe “Hill-Holder” sowie die Motorschleppmoment-Regelung (MSR).

Emotional, sportlich, rassig … Attribute, die sich meist im Preis niederschlagen. Doch nicht so beim Topmodell des MiTo, denn der Quadrifoglio Verde liegt bei fairen 20.950,- Euro.

Abgesehen von den optischen Akzenten, kann der QV mit einer manuellen Klimaanlage, dem Leder-Lenkrad und –Schaltknauf, einem Multifunktionsdisplay, elektrischen Fensterhebern, elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegeln, einer Audioanlage mit CD/MP3-Player und einem Tagfahrlicht dienen.

Unser Testwagen war zudem mit dem 600,- Euro teuren oder besser gesagt günstigen adaptiven Fahrwerk „Dynamic Suspension“ versehen sowie den sehr schicken 18-Zöllern „Quadrifoglio Verde“ für 400,- Euro und den rotlackierten Bremssättel für 150,- Euro bestückt.

Optional stehen des weiteren Bi-Xenon-Scheinwerfer, Cruise Control, ein Reifendrucksensor, eine Klimaautomatik oder auch ein elektrisches Glasschiebedach zur Wahl.

Stand: Oktober 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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