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Alfa Romeo 4C – Leidenschaft aus Tradition.

Würde der neue Alfa Romeo 4C in einem Kaufhaus angeboten werden und in einem dortigen Regal stehen, wäre er zweifelsohne unter den Delikatessen zu finden sein. Wenn auch umgarnt von solch Leckereien wie Ferrari, Maserati und Aston Martin, so schafft es der Alfa Romeo 4C dennoch hervorzustechen und das nicht nur seines Preises wegen. Denn dieser Leckerbissen für 50.500,- Euro steht entsprechend der Sportwagenattribute den anderen in nichts nach. Ein Karbon-Monocoque, der Mittelmotor, eine Gewichtsverteilung von etwa 40:60, eine rein mechanisch arbeitende Lenkung, der Race-Modus sowie ein Kampf-Leergewicht von 895 Kilogramm machen das Coupé zu einem absoluten Superleicht-Sportwagen. Trotz seiner Leistung von gerade mal 240 PS beschleunigt der C4 in grandiosen 4,5 Sekunden aus dem Stand bis auf Tempo 100. Ich meine natürlich 4C! Doch ehrlich gesagt, hätten die Italiener das exklusive Sportcoupé genauso gut nach dem Sprengstoff benennen können. Denn eine explosive Mischung stellt der, leider nur in Kleinserie produzierte, Alfa Romeo alle mal dar.

Rein der bloße Anblick entfacht in uns ein Feuer der Begeisterung. Die einzigartige Optik des Alfa 4C spiegelt die pure Faszination Sportwagen wieder. Vieler Worte braucht es unsererseits eigentlich nicht, die Bilder sprechen für sich.

Auf gerade mal 3,99 Meter Außenlänge stülpten die Designer dem Coupé eine skulpturhafte Haut aus Karbon, Aluminium und Kunststoff über, die italienischen Stil mit moderner Technologie perfekt verschmelzen lässt.

Der Käufer kann aus sechs Karosseriefarben auswählen, wenn auch die Entscheidung letztlich ihrem persönlichen Geschmack überlassen ist, so hebt doch gerade das reizvolle Grau „Grigio Basalto“ und die beiden Rottöne „RossoAlfa“ und „Rosso Competizione“ das Fahrzeug besonders gelungen hervor.

Nun noch die Farbe der Bremsbeläge darauf abgestimmt – hier stehen neben Schwarz die Farben Grau, Rot und Gelb zur Wahl – ein Felgendesign ausgewählt und wenn gewünscht, kann das Fahrzeug auch mit einem Sportauspuff, verchromten Außenspiegelklappen, Scheinwerferabdeckungen in Carbon oder mit einem Heckspoiler versehen werden.
Den Aufpreis Wert sind die für 500,- Euro erhältlichen Parksensoren, die man sich und dem Fahrzeug in jedem Fall gönnen sollte.

Dass es sich beim neuesten Alfa-Sprössling um einen kompromisslosen Sportwagen handelt, beweist auch der puristische Innenraum.

Mit Blick auf das Gewicht sehr reduziert, ist das Cockpit aber nicht nur in Anbetracht der äußeren Hülle, sondern gerade für einen Alfa überraschend lieblos gezeichnet.

Die Gewichtsersparnis macht sich hier nicht nur in Form von fehlenden Verkleidungen bemerkbar, selbst auf klassische Türgriffe hat man verzichtet und stattdessen Lederschlaufen angebracht.

Die rein digitale Instrumentenanzeige hinter dem unten abgeflachten Sportlenkrad kann nicht unbedingt gefallen, ebenso die Ausführung der Mittelkonsole mit integriertem Navigations- und Radiosystem. Dafür gibt die Anordnung der wenigen Bedienelemente kein Anlass zur Kritik. Die Begeisterung für das Fahrzeug lässt „uns“ jedoch über die Verarbeitungsschwächen und die nicht immer optimale Materialauswahl sowie die Innenraumanmutung hinwegsehen.

Und so erfreuen wir uns vielmehr an den rennwagentypischen dünnen Schalensitzen. Wir gleiten förmlich in diese hinab und sitzen schlichtweg fest im Sattel. Ob mit Mikrofaser oder Leder bezogen, in rot oder schwarz ausgeführt, der Seitenhalt ist perfekt. Während der Fahrersitz dabei nur in Längsrichtung verstellbarist, fehlt dem Beifahrersitz sogar jegliche Verstellmöglichkeit.

Der galante Ein- bzw. Ausstieg sollte übrigens geübt werden, denn die breiten Türschweller sowie die sehr tiefe Sitzposition erfordern etwas Gelenkigkeit.

Kofferraum, ein Punkt, den man bei solch einem Fahrzeug im Grunde nicht ansprechen muss. So sei an dieser Stelle nur rein der Vollständigkeit wegen das Ladeabteil mit lediglich 110 Liter erwähnt.

Ohnehin würde Gepäck nur das reine Trockengewicht von gerade mal 895 Kilogramm unnötig in die Höhe treiben. Und hierbei handelt es sich auch um eine der stärksten Waffen, des Alfa Romeo. Selbst mit den nötigen Betriebsstoffen und dem Fahrer an Bord, bringt der 4C kaum mehr als tausend Kilo auf die Waage.

In Kombination mit Mittelmotor, Heckantrieb, einer optimalen Gewichtsverteilung von 40 zu 60, Fahrwerkskomponenten aus dem Rennsport sowie der D.N.A. Fahrdynamikregelung steht das Konzept für grenzenlosen Fahrspaß und eine beeindruckende Performance.

Das gern beschriebene Go-Kart-Fahrgefühl trifft hier mehr denn je zu. Dieses Empfinden untermalt zudem die rein mechanisch agierende Lenkung, die aus Gewichtsgründen auf eine Servounterstützung verzichtet.

Äußerst präzise folgt der 4C jeder unserer Lenkbewegungen, mit jeder Kurve fahren wir uns mehr in einen Rausch. Die Tatsache, dass wir dem 4C auf dem Hockenheimring die Sporen geben durften, kam uns hier natürlich sehr gelegen.

Denn die offiziellen Straßen ermöglichen es gar nicht, das volle Können des Alfa Romeo 4C auszureizen. Und auch der neue Race-Modus der elektronischen Fahrdynamikregelung Alfa Romeo D.N.A. kommt erst auf abgesperrter Piste voll und ganz zur Geltung.

Denn ist dieser aktiviert, lässt einem das elektronische Fahrassistenzsystem ESP sehr freie Hand, womit wirspielerisch durch die Kurven driften können und dank elektronischem Sperrdifferenzial Q2 an der Hinterachse und einer jetzt noch direkteren Gasannahme sowie schnelleren Schaltzeiten kraftvoll und souverän wieder heraus beschleunigen können.

Die Bodenhaftung ist beispiellos, natürlich schlagen Straßenschäden und Bodenwellen bei einem Fahrzeug, das förmlich auf dem Asphalt klebt, deutlicher durch … Doch wer Komfort wünscht, sollte sich nicht für den 4C entscheiden – schließlich ist er ein SPORTwagen.

Eindrucksvoll setzt sich auch die Bremsanlage in Szene. Wie es sich für einen reinrassigen Sportboliden gehört, kommt hier eine Hochleistungsbremsanlage mit Vier-Kolben-Bremssättel von Brembo zum Einsatz. Schon ein leichtes Antippen des steil stehenden Bremspedals wird unverzüglich in kraftvolle Verzögerung umgesetzt.

Der Motor stammt im Ursprung aus der Alfa Giulietta QV, eine Tatsache, die zunächst nicht auf einen Super-Sportwagen schließen lässt. Doch rundum überarbeitet, nun in Aluminium gefertigt und mit einem Turbo versehen, hat sich einiges getan.

Letztlich ist das gerade mal 1,8 Liter große Aggregat aber nur fünf PS stärker und schöpft im 4C aus 176 kW / 240 PS. Und auch das maximale Drehmoment von 350 Newtonmetern zwischen 2.100 und 4.000 Umdrehungen pro Minute lässt nicht unbedingt folgende Fahrleistungen erwarten, doch jetzt kommt natürlich wieder das Gewicht ins Spiel!

Jeder einzelne Gasstoß wird in eindrucksvollen Vortrieb umgesetzt und so vergehen lediglich 4,5 Sekunden bis das Fliegengewicht aus dem Stand die Tempo 100 Marke passiert. Hinter den Sitzen brüllt dabei ein beeindruckender Motorsound hervor. Die Geräuschkulisse ist ebenso brachial wie der Vortrieb, der bei 258 Stundenkilometern sein Ende findet.

DasDoppelkupplungsgetriebe Alfa Romeo TCT wechselt dabei die Schaltstufen blitzschnell und nahezu ohne Zugkraftunterbrechung. Im manuellen Modus lassen sich die Gänge weit bis 6.000 Umdrehungen ausdrehen und knackig sportlich via Schaltwippen am Lenkrad wechseln. Einen mustergültigen Start garantiert das hier enthaltene Gimmick, die Launch Control.

Sie vermissen Angaben über den Verbrauch? Sind diese denn wirklich nötig, bei einem Sportwagen? Nicht unbedingt, aber wie wir es schon beim Kofferraum gehandhabt haben, so erwähnen wir diesen auch an dieser Stelle kurz und knapp.

Ein weiterer Punkt, bei dem das geringe Gewicht eine positive Rolle spielt. Dennoch klingen die von Alfa ermittelten 6,8 Liter auf hundert Kilometer in der Praxis als eher unrealistisch.

Das Karbon-Monocoque schützt die Insassen im Falle eines Crashs bereits deutlich stärker, als eine herkömmliche Karosserie, darauf allein möchten sich aber auch die Italiener nicht verlassen.

Und so sind neben den elektronischen Hilfen zumindest noch Frontairbags an Bord.

Alfa Romeo, eine Traditionsmarke voller Leidenschaft und Emotion, die leider von vielen schon totgesagt wurde, meldet sich nun mit dem neuen Sportwagen 4C fulminant zurück. Nicht nur „Alfisti“ werden diesen Reizen verfallen und mit einem Grundpreis von 50.500,- Euro ist der Alfa Romeo 4C auch keineswegs ein unerfüllbarer Wunsch. Allerdings lässt die weltweit auf 3.500 Einheiten pro Jahr begrenzte Stückzahl des in Handarbeit gefertigten Sportwagens zahlreiche Träume zerplatzen.

Wenn auch der Innenraum recht spartanisch daherkommt und viele Komfortfeatures der Gewichtsersparnis zum Opfer fallen, so ist das Coupé dennoch serienmäßig mit einer Klimaanlage, einem Navigationssystem, elektrischen Fensterhebern, einer Audioanlage inklusiveCD-Player und Bluetooth-Freisprecheinrichtung und dem zentralen Instrumentendisplay in TFT-Technik bestückt.

Dem sportlichen Anspruch wird das Leichtgewicht durch Schaltwippen am Lederlenkrad, Pedalen und Fußstützen aus Aluminium sowie Leichtmetallrädern im 17-Zoll-Format an der Vorderachse und 18-Zöllern hinten gerecht.

Noch nicht sportlich genug? Kein Problem, Alfa Romeo stellt dem Kunden gegen Aufpreis außerdem Sport Leichtmetallräder in der Dimension 18 Zoll vorne/19 Zoll hinten, ein unten abgeflachtes Sportlenkrad mit Leder/Mikrofaser-Bezug, ein spezielles Sportfahrwerk und die unseres Erachtens absolut unverzichtbare Sportabgasanlage zur Seite. Diese Extras sind dabei nicht nur einzeln, sondern auch in einem Paket für 4.000,- Euro zu haben.

Weitere Individualisierungsmöglichkeiten hält neben dem Design-Paket versehen mit Bi-LED-Hauptscheinwerfern und Carbon- anstelle von Kunststoff-Einfassungen sowie mit Leder und Mikrofaser bezogenen Sportsitzen auch das Zubehör-Programm von Mopar bereit. Eine durchaus vernünftige und empfehlenswerte Investierung stellt in jedem Fall die für 500,- Euro erhältlichen Parksensoren dar.

Sollte ein unschöner Rempler oder gar ein Unfall nicht zu vermeiden sein, sind die Italiener dank neu aufgebauten Servicenetz darauf vorbereitet. Die in Turin sitzenden Spezialisten unterstützen in diesem Fall die örtlichen Werkstätten und entscheiden ob beispielsweise das Kohlefaser-Monocoque nach einem Unfall vor Ort repariert werden kann oder komplett ausgetauscht werden muss. Darüber hinaus ermöglichen für diesen Zweck entwickelte Reparatur-Sets, komplexe Aluminium-Komponenten oder Kunststoff-Bauteile das Fahrzeug fachgerecht zu reparieren.

Die neu eingeführte Vier-Jahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung zeichnetselbstverständlich auch den Alfa Romeo 4C aus. All diejenigen, die einen 4C ergattern können, müssen sich jedoch in Geduld üben und eine längere Wartezeit hinnehmen. Doch wie heißt es so schön „Vorfreude ist die schönste Freude“.

Stand: November 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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