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Abarth 500C – Der mit dem Skorpion tanzt.

„Och ist der süss und soooo niedlich“ eine Aussage, die wir während unser zweiwöchigen Testfahrt wahrlich nicht nur einmal gehört haben. In der Tat, ist der 500C das ja auch. Doch schließlich sitzen wir in der Version von Abarth, da möchten wir das eigentlich gar nicht hören. Auch nicht, dass er ein Windelrocker sei, wenn auch diese Aussage beim Anblick des kleinen Flitzers irgendwie zutrifft. Doch spätestens, wenn der „Skorpion zusticht“ und das Können des offenen Abarth-Renners ausgereizt wird, werden solch Bezeichnungen rasch zur Nebensache.

Dabei ist es wohl weniger die Leistung von 140 PS, sondern vielmehr die unerwartete und enorm gute Straßenlage, die absolutes Rennfeeling aufkommen lässt. Untermalt wird das durch sportliche Schaltvorgänge mittels Schaltwippen am Lenkrad des automatisierten 5-Gang-Getriebes „Abarth Competizione“. Und so ist er doch viel mehr ein kleiner Krawallo, der den Großen spielerisch und mit einer derartigen Souveränität um die Ohren saust, dass diese den Abarth 500C wahrlich nicht mehr nur putzig finden.

Mit einer mächtigen, kraftvollen Frontschürze steht er imposant da und mit dem großen Lufteinlass saugt der Kleine förmlich die Luft ein. Anstelle des Fiat-Logos prangt hier wie auch am Heck und den sportlichen Fünfspeichenfelgen das große Abarth-Logo mit dem Skorpion. Die 17″ Zöller mit Diamant-Oberflächenfinish, im Falle unseres Testfahrzeuges in weiß, silber und rot stechen dabei dynamisch hervor.

Die Abarth-Version streckt uns zudem frech und breit sein Heck entgegen. Mit markanten seitlichen Lüftungsschlitzen, dem schwarz abgesetzten Diffusor und den verchromten Auspuffendrohren, das eine rechts, das andere linksplatziert, lassen den 500 wesentlich satter dastehen, als es bei der Basis der Fall ist. Der am Stoffverdeck angebrachte Dachspoiler dient dabei nicht nur der sportlichen Optik.

Neben den drei zur Wahl stehenden Lackierungen, darunter das Grigio Record Anthrazitmetallic unseres Fahrzeugs, können Sie ihren Renner aber auch mit einer optionalen Bicolore-Lackierung versehen. Perfekt auf den zweifarben Look abgestimmt ist das Abarth Kit Linea Rosso mit rot lackierten Bremssätteln und Felgenkappen mit roten Streifen sowie Zierstreifen die in knalligem Rot nicht nur die Bicolore-Lackierung trennen, sondern auch im Inneren für Pepp sorgen.

Farblich hält sich das Faltdach in Schwarz oder Titan dagegen eher zurück und lässt sich wie auch beim Fiat in zwei Stufen, innerhalb von nur 16 Sekunden öffnen. Dieser Vorgang ist jeweils möglich per Funkfernbedienung oder während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 80 km/h.

Der feine aber sportliche Unterschied ist auch im Innenraum deutlich zu erkennen. Sportsitze mit integrierten Kopfstützen halten uns stets gut im Sattel, gegen einen Aufpreis sind hier sogar richtige Schalensitze verfügbar. Die etwas hohe Sitzposition passt zunächst jedoch nicht ganz zu dem sportlichen Gesamteindruck, doch schon nach nur wenigen Kilometern hat man sich daran gewöhnt.

Das unten leicht abgeflachte Sportlederlenkrad ist wunderbar dick und liegt hervorragend in der Hand. Eine Alu-Sportpedalerie sowie Alu-Einstiegsleisten dürfen hier selbstverständlich auch nicht fehlen.

Die Instrumenteneinheit ist im Gegensatz zur Fiat-Version nicht nur sportlicher gestaltet und reicht bis Tempo 240, sondern ist um eine seitlich angebrachte Ladedruckanzeige ergänzt. Dass es sich dabei um weit mehr als nurein nettes Gimmick handelt, davon können Sie sich im Kapitel „Motor/Getriebe“ überzeugen.

Optisch ungewöhnlich präsentiert sich die Schaltkulisse des halbautomatischen 5-Gang-Getriebes „Abarth Competizione“. Über vier chromumrandete runde Tasten lassen sich neben dem Rückwärtsgang sowie dem ersten Gang, die Stufe N für Neutral einlegen oder über den „A/M“-Schalter zwischen Automatik- und manuellem Modus auswählen.

Auf das Kofferraumvolumen hat Abarth keinen Einfluss genommen und so entspricht dieses mit einem Ladevolumen zwischen 182 und 520 Liter ganz dem zivilen 500C.

Doch genug geguckt, es wird Zeit, dass der 500C Abarth zeigt was in ihm steckt.

Das vom Automobiltuner modifizierte Fahrwerk hat uns von vorne herein jede Menge sportliches Flair erwarten lassen, doch die Performance, die der kleine Skorpion letzten Endes hinlegte, hat uns absolut überrascht und begeistert. Regelrecht hervorragend ist das Handling des offenen Abarth, mit unglaublich hohem Tempo lässt sich der Kleine ohne Mühe durch die Kurven jagen und seien diese noch so eng. Die Straßenlage ist dabei derart neutral und sicher, von einem Untersteuern des Fahrzeugs ist hier keinerlei Spur. Selbst einige große Sportwagen haben Mühe an dieses fantastische Fahrfeeling heranzukommen.

Das elektronische Fahrstabilitätsprogramm ESP mit dem serienmäßig verbauten elektronischen Sperrdifferenzial TTC (Torque Transfer Control), leistet hier bestmögliche Arbeit und garantiert optimale Bodenhaftung. Unglaublich gelassen lässt sich der kleine Italiener handeln, die wunderbar direkte Lenkung tut hier Ihr übriges hinzu. Im Sport-Modus ist diese zudem noch eine Spur agiler.

Wer so schnell unterwegs ist, muss sich selbstverständlich auch auf die Bremsenverlassen können. Die Hochleistungsbremsanlage mit innenbelüfteten Bremsscheiben vorn in der Dimension 284 x 22 mm und 240 x 11 mm großen, massiven Scheiben hinten inklusive Antiblockiersystem (ABS), elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) und Antriebsschlupfregelung (ASR) sowie dem hydraulischen Bremsassistent (HBA) erwies sich auch bei wiederholten Verzögerungen aus hohem Tempo als absolut standfest und reagierte nicht nur schnell und auf leichten Druck, sondern ließ sich zudem wunderbar dosieren.
140 Pferdestärken lassen nicht unbedingt auf ein sportliches Gefährt schließen, ist dieses jedoch gerade mal 3,65 Meter groß oder besser gesagt klein und bringt nur 1.100 kg auf die Waage, sind durchaus dynamische Fahrleistungen zu erahnen.

Das Vierzylinderaggregat mit 103 kW / 140 PS erhöht dank Sport-Boost-Funktion den Ladedruck auf maximal 1,2 Bar an, ein Blick auf die Turboladeanzeige untermalt diesen Eindruck auch optisch. So beeinflusst dieser Modus nicht nur die bereits erwähnte Lenkung und den Ladedruck, sondern auch die Kennlinie des Motors, dazu gesellt sich dann noch das maximale Drehmoment von 206 Newtonmetern.

Das nun ansprechfreudigere Aggregat schafft es in 8,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und zieht bis zu seiner Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h freudig weiter durch.
Dabei entströmt dem kleinen Flitzer ein absolut niedliches Motorenbrummen. Da hätten wir es wieder, dieses „niedlich“. Doch gerade wenn dem Auspuff im Sport-Modus bei passieren der 50 km/h-Marke ein kleines „Knallen“ entweicht, ist unser Herz im Nu erobert. Doch abgesehen davon, hätte der Sound gerne ruhig etwas kräftiger sein können.

Jetzt über den Verbrauch zu sprechen … ist leider ein Muss. Die vom Hersteller angegebenen6,5 Liter sind vielleicht möglich, aber keineswegs realistisch. Wer sich einen Abarth gönnt, macht dies nicht um effizient unterwegs zu sein. Und wer den gebotenen Fahrspaß fordert, muss einfach ein paar Liter mehr in Kauf nehmen.

Nicht vorenthalten möchten wir Ihnen an dieser Stelle die Möglichkeit, die Fahrleistungen weiter zu steigern. Das Abarth Kit „Esseesse Koni“ steigert die Leistung auf 117 kW, was 160 PS entspricht und erhöht das maximale Drehmoment auf 230 Nm. Hiermit ist der Wagen beim Spurt um 0,5 Sekunden schneller auf 100 und zieht in der Topspeed bis 209 km/h minimal etwas höher. Gelochte Bremsscheiben, Sportbremsbeläge vorn und ein Sportluftfilter sind ebenfalls im Aufpreis von 3.200,- Euro enthalten.

Ob Sie Ihren Abarth mit einem herkömmlichen 5-Gang-Schaltgetriebe oder dem automatisierten Getriebe mit ebenfalls fünf Schaltstufen bestücken wollen, liegt ganz an Ihnen. In unserem Testfahrzeug war letzteres verbaut und enttäuschte auf den ersten Metern, ehrlich gesagt. Denn das berüchtigte „smart-nicken“, dass wir leider beim Gangwechsel zu spüren bekamen, trübte etwas den Fahrspaß. Durch einen gefühlvollen Gasfuss lässt sich dieses aber auch hier minimieren, wenn unseres Erachtens diese Vorgehensweise auch nicht wirklich im Sinne des Erfinders sein kann.

Des weiteren nimmt diese Getriebevariante dem Fahrzeug einfach etwas an Schwung. Erfreulicherweise nimmt der Sport-Boost-Modus auch hierauf Einfluss und minimiert die Zugkraftunterbrechung beim Gangwechsel und führt diese rascher aus. Die Methode per Schaltpaddles das Ruder zu übernehmen besteht ebenfalls.

Ob Fiat oder Abarth, die Verantwortlichen sehen es stets als selbstverständlich an, den 500 C mit sieben Airbags bis hin zum Knie-Airbag,Dreipunkt-Sicherheitsgurten rundum mit doppelten Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern vorn, Sitze mit Anti-Submarining-Struktur sowie ISOFIX-Befestigungspunkten hinten auszustatten. Die bereits erwähnten Fahrassistenzsysteme runden dabei das Sicherheitspaket vorbildlich ab.

Sogenannte kleine Rennsemmeln gibt es ja einige, doch bei Fahrzeugen, die diesen enormen Fahrspaß mit Open-Air-Feeling untermalen, da wird die Auswahl schnell rar. Einzig das MINI Cabrio bietet derzeit neben dem 500C diesen Vorteil. Schlägt allerdings bei vergleichbarer Leistung mit mindestens 28.750,- Euro zu, Extras die der Abarth bereits beinhaltet, noch nicht mitgerechnet.

In Anbetracht dessen und mit Blick auf den Preisunterschied von gerade mal 1.800,- Euro zu dem 40 PS schwächeren Fiat-Pendant, ist der Abarth 500C mit 20.000,- Euro durch und durch ein attraktives Angebot. Wer sein Fahrzeug zudem mit dem halbautomatischen 5-Ganggetriebe „Abarth Competizione“ ausstatten möchte, muss weitere 1.200,- Euro drauflegen.

Den sportlichen Look innen wie außen, Bi-Xenon-Hauptscheinwerfern inklusive Reinigungsanlage, eine Klimaanlage, Einparksensoren hinten wie auch ein Radio mit CD- und MP3-Player, 6 Lautsprechern, Radiofernbedienung am Lenkrad und einer Blue & Me Funkfreisprecheinrichtung mit Sprachsteuerung sowie dem Anschluss für USB ist stets im Preis inbegriffen.

Eine unglaubliche Vielfalt an Individualität ist zudem garantiert. Angefangen von einer mit 350,- Euro fair angepriesenen Klimaautomatik, über getönte Scheiben, diverse Leichtmetallfelgen, ein Hifi -System inklusive 80 Watt-Subwoofer, Ledersportsitze mit integrierten Kopfstützen für 1.200,- Euro bis hin zu roten Bremssätteln und Radnabenabdeckungen mit roter Umrandung oder aber denzahlreichen Design Sets und Abarth Kits, die allesamt zu attraktiven Preisen angeboten werden. Die Möglichkeit „einzigartig zu sein“ besteht hier zweifelsohne wie bei kaum einem anderen Fahrzeug.

Stand: Dezember 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

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